"profil": Riess-Passer stellt Kanzleranspruch

FPÖ-Chefin will Regierungschefin werden, wenn ÖVP und FPÖ bei der Wahl etwa gleich abschneiden - heftige Kritik an ÖVP und ORF -fordert von Lindner, mit "Bevorzugung von Rot und Schwarz" aufzuräumen

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" erhebt Vizekanzlerin und FPÖ-Chefin Susanne Riess-Passer den Kanzleranspruch für ihre Partei. Riess-Passer: "Wenn FPÖ und ÖVP wieder annähernd gleich stark sind, werden wir den Kanzler stellen. Das wäre nur legitim, denn zuletzt ist ja die ÖVP zum Zug gekommen."

Im "profil"-Interview kritisiert die Vizekanzlerin die ÖVP heftig. Der Koalitionspartner ahbe sich, so die FPÖ-Chefin, in der Vergangenheit immer ihre "Posten beschafft", und noch heute würden "Teile der ÖVP glauben, dass das so weiter gehen kann". Heftig attackiert die Vizekanzlerin auch den gegen Jörg Haider eingesetzten U-Ausschuss in Kärnten. Die Bundes-ÖVP habe diesen zwar kritisiert, das "allein genügt aber sicher nicht", meint die Vizekanzlerin.

Sie kündigt für die FPÖ im Gegenzug an, sich in den anderen Bundesländern die Reisetätigkeit der dortigen Landeshauptleute "anschauen" zu wollen. Einen U-Ausschuss gegen Kanzler Wolfgang Schüssel in der Schreiber-Affäre schließt die Vizekanzlerin im Gegensatz zur Kärntner FPÖ aber aus. Riess-Passer: "Da liegen bislang keine Fakten auf dem Tisch, die einen Untersuchungsausschuss rechtfertigen."

Kritik übt die Vizekanzlerin auch an der neuen ORF-Führung unter Monika Lindner. Diese müsse erst beweisen, so die FPÖ-Chefin im "profil"-Interview, dass sie dieses Unternehmen "unter den Prämissen der Objektivität" führen könne. Riess-Passer: "Da ist noch vieles nicht so, wie es sein soll. Ich erwarte mir, dass Lindner mit der alten ORF-Manier der Bevorzugung von Rot und Schwarz aufräumt."

Für den am 9. Juni statt findenden FPÖ-Parteitag stellt Riess-Passer in Aussicht, möglicherweise mehr stellvertretende Parteivoritzende zu nominieren. Riess-Passer: "Es könnten auch mehr als die derzeitigen drei sein."

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"profil"-Redaktion

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