"trend": Vorm Walde aufs Abstellgleis?

Regierung will den Bahn-Chef entmachten. Die ÖBB könnten möglicherweise zur ÖIAG ins Finanzressort wandern

Wien (OTS) - Bahn-Chef Rüdiger vorm Walde soll innerhalb des ÖBB-Vorstands entmachtet werden, berichtet das Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner am Dienstag erscheinenden Ausgabe. Dies soll allerdings erst stattfinden, nachdem sich die Regierung über eine maastricht-konforme Lösung für die Neustrukturierung der ÖBB und die in der Schieneninfrastrukturgesellschaft (Schig) geparkten Schulden geeinigt hat.

Aus diesem Grund sei auch die Ausschreibung für den Nachfolger des Mitte 2003 ausscheidenden ÖBB-Vorstands Helmut Hainitz gestoppt worden. Hainitz soll durch einen Finanzer ersetzt werden, der gleichzeitig das Zeug zur Nummer eins habe, schreibt "trend" unter Berufung auf informelle Informationen aus Regierungskreisen.

Unmut über den erst im Vorjahr bestellten Bahn-Chef Rüdiger vorm Walde hatte es bereits seit längerem gegeben. So soll etwa Bundeskanzler Wolfgang Schüssel über zwei Präsentationen vorm Waldes einigermaßen enttäuscht gewesen sein. Das Fass zum Überlaufen brachten aber vorm Waldes Zugeständnisse an die Gewerkschaft, die Allgemeine Nebengebührenpauschale künftig auf die Pensionshöhe der Eisenbahner anzurechnen. Verkehrsminister Mathias Reichhold: "In einem solchen Umfeld darf man nicht allzu freundlich sein, und vorm Walde ist vielleicht zu freundlich."

Gerüchte, wonach die ÖBB vom Verkehrs- ins Finanzressort wandern und dort der Verstaatlichtenholding ÖIAG eingegliedert werden könnten, werden von Reichhold zwar nicht bestätigt. Ausschließen wolle er eine solche Lösung aber nicht. Reichhold: "Ich kann derzeit nicht sagen, ob das in Frage kommt."

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