"Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Arbeit für Österreich (von Manfred Posch)

Ausgabe vom 26.05.2002

Man erinnert sich: "Bin schon weg!", erklärte Jörg Haider am 22. Februar. Damit war angekündigt, dass er sich künftig von der Bundespolitik fern zu halten gedenke. Gelernte Haider-Kenner verstanden die Semantik ansatzlos, nahmen das Gehörte keine Sekunde ernst. Und tatsächlich: Des Landeshauptmanns Ansage war ein Witz. Allerdings ein billiger. Zur Zeit ist Haider besonders innig in die Bundespolitik involviert. Mittelfristig geht es ihm um ein gröberes Anrempeln der EU als üblich. Der inoffizielle FP-Chef liebäugelt mit der Idee, das Volk zum Thema "EU-Osterweiterung" zu befragen.

Machen wir uns also gefasst auf FP-Gräuelvisionen etwa dieser Art:
Ganze Armeen von zur Entgegennahme niedrigster Löhne entschlossener Slowenen und Kroaten marschieren in Österreich ein, um den Anständigen und Fleißigen die Arbeit wegzunehmen. Visionen wie diesen steht allerdings die Realität entgegen. In Slowenien etwa boomt der Arbeitsmarkt gewaltig - für qualifizierte Österreicher (Kärntner).

Der Verfasser vorliegender Zeilen zählte zur Hand voll Journalisten, die eingeladen war, Bundespräsident Thomas Klestil nach Kroatien zu begleiten. Im Zuge des Staatsbesuches hatten die Medienvertreter Gelegenheit, sich über vielerlei Wirtschaftskontakte zu informieren. Wie Slowenien, stellt Kroatien ein Dorado für österreichische Fachkräfte dar. Möglichkeiten über Möglichkeiten im Tourismus, in der Bauwirtschaft, im Bankenwesen. Österreich ist der mit Abstand größte Investor in Kroatien. Das weiß Haider nur zu genau. Bleibt aber seinem Prinzip treu. Dem Prinzip Stammtisch.

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