AK-Dinkhauser: Wirtschaftskraft hängt von der Einkommenskraft ab!

Jeder dritte Tiroler verdient weniger als 11.000 Schilling!

Innsbruck (OTS) - "Wer mehr Geld im Sack hat, kann auch mehr ausgeben", kommentiert AK-Präsident Fritz Dinkhauser die jüngste Lohnsteuerstatistik für Tirol. "Die Wirtschaftskraft hängt nun einmal von der Einkommenskraft in Tirol ab. Denn der private Konsum ist und bleibt der Motor der Tiroler Wirtschaft", so Dinkhauser anlässlich der 137. Vollversammlung.

"Die Einkommen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Tirol sind schlichtweg zum Genieren. Im Vergleich mit allen anderen Bundesländern bekommen unsere Arbeitnehmer bei mindestens gleicher Leistung den schlechtesten Lohn. Wir sind an letzter Stelle beim Jahres-Bruttoeinkommen und an letzter Stelle beim Jahresnettoeinkommen in Österreich. Angesichts dieser beschämenden Einkommenssituation wirkt das fast zwei Jahre dauernde Trauerspiel um die Anteile der Landesbank geradezu grotesk", machte sich Dinkhauser Luft über die im Land herrschende Inaktivität.
Genug des Politspektakels - es ist Zeit für ein Arbeitsspektakel, so der AK-Präsident. der sich wünschen würde, dass sich die Politik genau soviel Gedanken über die Zukunft des Landes und über die längst fällige Verbesserung der Lebens- und vor allem Einkommenssituation der Menschen macht, wie über den Verkauf von Anteilen einer Bank. Tirol ist im Bundesländervergleich Schlusslicht beim Jahreseinkommen. Das, so der AK-Präsident, ist das Ergebnis der jüngsten Lohnsteuerstatistik aus dem Jahr 2000, bei der die Lohnzetteldaten aller rund 310.000 aktiven Arbeiter und Angestellten einschließlich Lehrlinge und Beamte erfasst und ausgewertet wurden - und zwar auch jene über der Höchstbemessungsgrundlage. Personen mit mehreren Lohnzetteln (=mehrere Beschäftigungsverhältnisse) wurden zu einem Datensatz zusammengeführt.

Die ernüchternden Ergebnisse im Detail:
Wir haben in Tirol mit 283.420 Schilling das niedrigste durchschnittliche Brutto-Jahreseinkommen aller Bundesländer. Das heißt, das Einkommen eines Tirolers liegt pro Jahr um brutto 73.000 Schilling unter dem eines Wieners. Auch beim Netto-Jahreseinkommen sind die Tiroler absolutes Schlusslicht in Österreich: 201.478 Schilling inklusive Sonderzahlungen! Ein Tiroler Arbeitnehmer verdient um fast 47.000 Schilling netto im Jahr weniger als ein Wiener Kollege.

Noch drastischer die Bezirksvergleiche:
Im Bezirk Innsbruck-Land bleiben den Arbeitnehmern pro Jahr netto um 48.000 Schilling mehr in der Geldtasche als den Landeckern. Noch eklatanter wird der Unterschied zwischen Landeck und Wien. Ein Landecker hat um rund 78.000 Schilling netto weniger pro Jahr als ein Wiener Arbeitnehmer. Das sind pro Monat um immerhin 5.500 Schilling weniger.

Ähnlich schlecht im Vergleich zum Zentralraum schaut die Lage in den Bezirken Kiztbühel, Imst und Lienz aus. Tirol hat aber auch den höchsten Anteil niedriger Einkommensbezieher aller Bundesländer. Jeder dritte Tiroler Arbeitnehmer verdient knapp 11.000 netto pro Monat! (auch mehrere Beschäftigungen auf eine Person eingerechnet) Und das alles obwohl das Wohnen und Leben in Tirol überdurchschnittlich teurer ist als in anderen Regionen. Dinkhauser:
"Diese krasse Benachteiligung muss endlich beseitigt werden. Bei den Kollektivverträgen fängt es an, bei den atypisch Beschäftigten geht es weiter und bei den Beschäftigten ohne Kollektivvertrag hört es auf. Wir fordern nachdrücklich vom Land, von der Wirtschafts- aber auch von der Gewerkschaftsseite, dieses Lohngefälle zu bekämpfen, um damit den Wirtschaftsstandort Tirol nachhaltig zu sichern."

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