ÖGB-Steinkellner: "Einführung der 35-Stunden Woche ist überfällig"

Rege Diskussion bei ÖGB-Konferenz zu "Arbeitszeit - Lebenszeit"

Laakirchen (ÖGB). "Besonders im Gesundheitsbereich ist die Einführung der 35-Stunden-Woche überfällig", erklärte Willibald Steinkellner, Vorsitzender der Gewerkschaft Handel, Transport, Verkehr (HTV) heute, Freitag, bei der Podiumsdiskussion der siebten ÖGB-Konferenz "startschuss.zukunft" in Laakirchen, Oberösterreich. Der Präsident der Industriellenvereinigung, Dipl.Ing. Peter Mitterbauer, bezeichnete diese ÖGB-Forderung als zu kurz gegriffen, das wirklich wichtige Thema sei die Jahresarbeitszeit.++++

Weiters trat Mitterbauer für die Ausdehnung der täglichen Arbeitszeit ein. Das wurde von GPA-Vorsitzenden Sallmutter und HTV-Chef Steinkellner abgelehnt, da es den Wegfall der Überstundenzuschläge zur Folge hätte. Der Präsident der Industriellenvereinigung plädierte außerdem für eine Verlagerung der Arbeitszeitregelung auf Betriebsebene. Davor warnte HTV-Vorsitzender Steinkellner: "Dann haben wir generelle Nacht- und Sonntagsarbeit. Hier braucht es weiterhin Regelungen im Kollektivvertrag", so Steinkellner.

Hohe Arbeitszeit bringt keine Vorteile

"In der Bewachung sind 240 Stunden Arbeitszeit pro Monat bereits die Regel, im Bereich der LKW-Lenker liegen wir bei noch mehr", erklärte Steinkellner die Situation im Betreuungsbereich der Gewerkschaft HTV. Die Ursache für die Bereitschaft, derart hohe Arbeitszeiten zu leisten, sieht er in der geringen Grundentlohnung. "Dadurch ist aber nicht nur das Familienleben schwerer planbar, auch Fortbildungsmöglichkeiten können kaum in Anspruch genommen werden", so Steinkellner. Die resultierende Unzufriedenheit und hohe Fluktuation schade sowohl den ArbeitnehmerInnen als auch den Unternehmen.

Weniger Überstundenzuschläge

Mitterbauer bekräftigte die Forderung der Industriellenvereinigung nach einer Erhöhung der Tagesarbeitszeit und räumte gleichzeitig ein, dass dies weniger Überstundenzuschläge für die ArbeitnehmerInnen bedeuten würde. Für sein Unternehmen, die MIBA Gleitlager AG, sei eine Verlängerung jedoch nicht vorrangig, die bestehenden Möglichkeiten der Flexibilisierung durch Betriebsvereinbarungen und das oberösterreichische Sozialpartnermodell würden bereits sehr gut genutzt.

ÖGB, 24. Mai 2002
Nr. 469

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