Postgewerkschaft nimmt Pendler und Schüler in Geiselhaft

Völliges Unverständnis herrscht bei den Busunternehmern über den jüngsten Streikbeschluss der Postgewerkschaft

Wien (PWK355) - "Es ist wirklich unglaublich, dass der Postbetriebsrat eine Teilprivatisierung seines defizitären Unternehmens als Schwachsinn abqualifiziert", reagiert der Obmann der österreichischen Autobusunternehmer, Komm.Rat Karl Molzer, auf die jüngsten Streikdrohungen der Postbus-Personalvertretung.

"Der Postbusbetriebsrat hat offensichtlich jedes wirtschaftliche Verständnis verloren. Da schreibt der Postbus seit Jahrzehnten schwere Verluste, die Jahr für Jahr aus Steuergeldern abgedeckt werden müssen - und was macht der Betriebsrat: Er lässt hunderttausende Pendler und Schüler auf der Straße stehen! Das würde sich kein einziges privates Unternehmen trauen, seine Kunden auf Kosten der Steuerzahler auch noch zu bestrafen", wundert sich Molzer über die Gedankenwelt der Postbus-Personalvertretung. Irgendwann müsse sich der Staat endlich entscheiden, ob er weiterhin Steuergelder in ein defizitäres Unternehmen steckt oder endlich die Chance ergreift, mit einer ordentlichen Privatisierungslösung die wirtschaftliche Zukunft des Postbusses nachhaltig zu sichern.

Molzer verwehrt sich auch nachdrücklich gegen die Aussagen von Postbus-Betriebsrat Robert Wurm, der den privaten Busunternehmern "freche Behauptungen" unterstellt, wenn sie zum wiederholten Male dem gezielt ausgestreuten Gerücht entgegentreten, dass man nur die Filetstücke aus dem Unternehmen kaufen wolle. Molzer stellt nochmals klar, dass die privaten Interessenten im Rahmen der Privatisierungslösung Rechte aber auch Lasten kaufen werden. Der Vorwurf der Rosinenpickerei an die Privaten dient offenbar nur dazu, die Privatisierung schlecht zu reden, ärgert sich Molzer über die ständigen Unterstellungen.

"Wir wollen eine größtmögliche Beteiligung privater Unternehmungen. Die Einbindung privater Unternehmungen ist nicht nur volkswirtschaftlich sinnvoll, sondern auch aus kartellrechtlichen Gründen notwendig. Falls der gesamte Postbus an die ÖBB geht, würde daraus ein Monopolbetrieb am Verkehrssektor entstehen, der den privaten Unternehmungen keine Luft zum Überleben ließe", erläutert Molzer die Position des Fachverbandes der österreichischen Autobusunternehmungen. (RH)

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