GLOBAL 2000: Finnische Atomentscheidung bedeutet Rückschritt für ganz Europa

Finnisches Parlament stimmt für den Neubau eines fünften Atomkraftwerkes - 107 zu 92 Stimmen

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 kritisiert scharf die Entscheidung des finnischen Parlaments für den Bau eines fünften Reaktors. "Finnland wird damit zum Handlanger der schon totgesagten internationalen Atomlobby. Die Sicherheitsinteressen der europäischen Bevölkerung bleiben auf der Strecke", empört sich Jens Karg, Anti-Atomsprecher von GLOBAL 2000. Mit 107 zu 92 Stimmen ohne Stimmenthaltung gab das finnische Parlament dem Druck der Atomlobby nach und strebt nach einer fadenscheinigen energiepolitischen Unabhängigkeit. "Atomkraft ist kein taugliches Instrument für eine Verringerung der Importabhängigkeit: Innerhalb der EU liegen nur zwei Prozent der weltweiten Uranvorkommen. Man würde also nur eine Importabhängigkeit durch eine andere ersetzen", so Karg weiter. Zum ersten Mal seit der Katastrophe von Tschernobyl gibt es grünes Licht für ein neues AKW-Projekt.

Finnland - selbsternanntes Umweltmusterland - liegt beim pro Kopf Stromverbrauch im europäischen Spitzenfeld (im Vergleich zu Österreich 2,5facher Stromverbrauch pro Kopf). Der Atomstromanteil liegt bei 32 Prozent. Bereits 1993 hat das finnische Parlament über einen fünften Reaktor abgestimmt. Die selben Lobbyisten sagten im Falle einer Ablehnung wirtschaftliche Katastrophen vorher. Doch nichts davon ist eingetreten. "Jetzt geht es darum, weiterhin Einsparpotentiale auszuschöpfen und die Nutzung regenerativer Energieformen zu forcieren", so Karg.

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