Japan in der IWC: Wie du mir nicht - so ich dir nicht Utl = Verlust auf ganzer Linie für die Walfänger

Wien, Shimonoseki - In der japanischen Hafenstadt Shimonoseki
ging
heute die Internationale Walfang-Kommission zu Ende. "Es war die erbittertste IWC-Konferenz, die Greenpeace seit 20 Jahren beobachtet hat", kommentiert Greenpeace-Meeresbiologin Nina Thüllen. Verzögerungstaktik, Bestechung, Beschimpfungen und rein politisches Kalkül beherrschten die Stimmung. "Die IWC im eigenen Land, auf die Japan seit Jahren hingearbeitet hat, war für die Japanische Fischereibehörde ein Verlust auf ganzer Linie. Die Unsummen an Geld, die Japan in den Stimmenkauf und in ihre Werbung für den Walfang investiert hat, haben sich nicht rentiert", so Thüllens persönlicher Bericht aus Shimonoseki.

"Es war schockierend mitanzusehen, wie Japan alle Mittel
einsetzt,
um seinen politischen Willen durchzusetzen. Nach dem Motto "Wie du mir nicht - so ich dir nicht" hat Japan aus rein politischen Gründen zusammen mit dem Block der eingekauften Länder sogar dagegen gestimmt, den Inuit in Alaska und Russland den "indigenen Walfang" zuzugestehen. Japan nimmt einen massiven Eingriff in das Leben der Küstengemeinden in Kauf", so Thüllen.

Die japanische Delegation machte auf dieser Tagung deutlich, dass auch in Zukunft alle Mittel daran gesetzt werden, die Wiedereinführung des kommerziellen Walfangs durchzusetzen. Während der Tagung hat sich gezeigt, dass die IWC von den Interessen einer einzigen Nation dominiert wird. Durch die Spaltung der IWC in beinahe gleichstarke Blöcke von Walfangbefürwortern und Gegnern gibt es keine Fortschritte zum Schutz der sanften Riesen.

Erstmals wurde der Stimmenkauf in der IWC im Konferenz-Plenum von vielen Ländern offen angesprochen. "Japan verhöhnt mit dem Stimmenkauf in der IWC die demokratische Entscheidungsfindung internationaler Gremien", so Thüllen. Alle Länder, die kurz vor dem Beginn der Konferenz beigetreten waren - Palau, Benin, Gabun und die Mongolei - stimmten wie erwartet in allen Abstimmungen mit Japan. "Die internationale Staatengemeinschaft muss der Bestechungspolitik ein Ende bereiten, bevor die IWC gänzlich zum Werkzeug der japanischen Walfang-Lobby verkommt", sagt Thüllen.

Alle Informationen zur IWC unter http://www.greenpeace.at/news-media/iwc2002

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Nina Thüllen, Meeresbiologin Greenpeace, in Shimonoseki

Axel Krotz, Pressesprecher, 01-5454580-33 od.
0664-2407075

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