Mailath-Pokorny überreicht Preise der Stadt Wien

Preise ergehen an Ruth Wodak, Horst Seidler, Mechthilde Salzer-Kuntschik, Sigrid Löffler, Paul Blaha

Wien, (OTS) Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny überreichte Freitag im Wiener Rathaus die Preise der Stadt Wien für Wissenschaften, Volksbildung und Publizistik. Die Preisträger/innen des Jahres 2001 sind Dr. Mechthilde Salzer-Kuntschik, Dr. Horst Seidler, Dr. Ruth Wodak, Paul Blaha und Sigrid Löffler. ****

In seinen einleitenden Worten ging Kulturstadtrat Mailath-Pokorny auch auf die Gemeinsamkeiten der Preisträger/innen ein, "die Fähigkeit, Reflexionsprozesse in Gang zu bringen, indem sie Zusammenhänge aufzeigen, neue Perspektiven einbringen und Erkenntnisse darlegen".

Mechthilde Salzer-Kuntschik absolvierte nach dem Medizinstudium ihre Facharztausbildung für Pathologie und Zytologie am Pathologischen Institut der Universität Wien. 1976 erwarb sie die Habilitation, 1980 wurde ihr der Berufstitels außerordentlicher Professor verliehen. Ihr Hauptgebiet lag auf der Erforschung von Knochentumoren und tumorähnlichen Knochenerkrankungen. Ihre wissenschaftlichen Leistungen auf diesem Gebiet waren wegweisen, etwa die Erarbeitung der Klassifikation der Knochentumore und tumorartigen Knochenerkrankungen sowie der Aufbau und die Gründung des Wiener Knochengeschwulstregisters.

Horst Seidler studierte an der Universität Wien Humanbiologie und Psychologie. Seine universitäre Karriere verlief bilderbuchmäßig:
Von der wissenschaftlichen Hilfskraft über den Universitätsassistenten und Ordinarius für Humanbiologie bis hin zum Vorstand des Instituts für Anthropologie an der Universität Wien, eine Funktion, die er für 20 Jahre erfüllte. Heute ist er stellvertretender Vorstand des Instituts für Anthropologie (vormals Humanbiologie). Von 1974 bis 1990 war er obendrein wissenschaftlicher Mitarbeiter von Universitätsprofessor Andreas Rett an der Abteilung für entwicklungsgestörte Kinder am Neurologischen Krankenhaus Rosenhügel in Wien. Er veröffentlichte das Lehrbuch "Das hirngeschädigte Kind" sowie gemeinsam mit Rett zwei Bücher über Anthropologie und Nationalsozialismus.

Ruth Wodak studierte an der Universität Wien Slavistik, Osteuropäische Geschichte und Sprachwissenschaft. 1974 legte sie das Doktorat für Sprachwissenschaft ab (Promotion sub auspiciis Praesidentis rei publicae). Seither unterrichtet sie als Universitätsassistentin, später als Professorin für angewandte Sprachwissenschaft am Institut für Sprachwissenschaft an der Universität Wien. Seit 1991 ist sie ordentliche Universitätsprofessorin. Neben der Lehrtätigkeit kann sie auf reichhaltige Forschungstätigkeit verweisen: Sie führt Studien zum privaten und öffentlichen Diskurs in Österreich durch mit den Schwerpunkten Antisemitismus, Soziolinguistik, Frauenforschung, Vorurteilsforschung und Diskriminierung. Seit 1999 leitet sie das Wittgenstein Forschungszentrum mit dem Schwerpunkt "Diskurs, Politik, Identität".

Paul Blaha wurde 1925 in Maribor als Sohn österreichischer Eltern geboren. Nach dem Krieg begann er bei verschiedenen Zeitungen zu arbeiten, unter anderem beim "Bildtelegraph" und "Kurier". Mit seinen pointierten und scharfsinnigen Kritiken wurde Paul Blaha schließlich zum angesehensten Wiener Theaterkritiker. 1979 wechselte Blaha die Seiten - vom Beobachter und Kritiker zum Verantwortlichen und Direktor: Er wurde Direktor des Wiener Volkstheaters in der Nachfolge Gustav Mankers. In seiner Direktion setzte er auf engagiertes Theater mit Aufführungen wie "Der Bockerer", "Einer flog über das Kuckucksnest" und Heinz Ungers "Zwölfeläuten". 1987 nahm Paul Blaha Abschied vom Wiener Volkstheater und ist seither als Romanautor tätig: "Schöne freie Welt" (1990), "Die Hinterbliebenen" (1994), "Recherche" (1996).

Sigrid Löffler studierte Anglistik, Germanistik, Philosophie und Pädagogik an der Universität Wien. Nach ihrem Abschluss im Jahr 1966 war sie für zwei Jahre Deutschlehrerin in England begann sie als Journalistin zu arbeiten. Von 1968 - 1972 war sie außenpolitische Redakteurin bei der "Presse", danach - mit einer kurzen Unterbrechung - mehr als 20 Jahre beim österreichischen Nachrichtenmagazin "profil", zuletzt als Leiterin des Kulturressorts und stellvertretende Chefredakteurin (1972 - 1993). Anschließend schrieb sie als freischaffende Publizistin und Kritikerin für deutsche und Schweizer Zeitungen sowie als Wiener Kulturkorrespondentin in der "Süddeutschen Zeitung". Von 1996 bis 1999 wurde sie Feuilleton-Chefin der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit". Seit Jänner 2000 ist sie Chefredakteurin von LITERATUREN, einer in Berlin neu gegründeten Monatszeitschrift. 13 Jahre lang beeindruckte sie als redegewandte Teilnehmerin beim "Literarischen Quartett" mit ihren pointierten, scharfen und einfallsreichen Literaturanalysen. (Schluss) rar

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