Maier: Wasser aus Hausbrunnen häufig gesundheitsgefährdend

Anfragebeantwortungen Molterers und Haupt entlarvend

Wien (SK) Als entlarvend bezeichnete heute SPÖ-Konsumentenschutzsprecher Johann Maier die Antworten auf eine parlamentarische Anfrage zum Thema Wasserqualität und Hausbrunnen. In Österreich darf nur solches Wasser als Trinkwasser abgegeben werden, das sehr strengen Qualitätsanforderungen entspricht. Während die Kontrolle öffentlichen Trinkwassers reibungslos funktioniert, sprechen die Analysen von Wasser aus Hausbrunnen eine ganz andere Sprache. Von Jänner 1994 bis August 2000 entsprachen von 641 Proben nach einer bakteriologischen Kurzkontrolle nur 36 Proben (das sind 15,19 Prozent) und nach einer bakteriologischen Standardanalyse. 103 Proben (das sind 25,49 Prozent) den Anforderungen für Trinkwasser. "Dabei muss man sich aber vor Augen halten, dass immerhin rund 1,2 Millionen Menschen durch eigene Brunnen versorgt werden", führte SPÖ-Konsumentenschutzsprecher Johann Maier am Freitag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ aus. ****

Maier stellte eine Anfrage an die zuständigen Minister Haupt und Molterer, die eingetroffenen Antworten sind teilweise mehr als bemerkenswert. Für BM Haupt beispielsweise ist "die Abgabe von Wasser aus dem eigenen Hausbrunnen für den privaten Haushalt kein Inverkehrbringen von Trinkwasser im Sinne des Lebensmittelgesetzes". Und dieses Wasser unterliege daher auch nicht den lebensmittelrechtlichen Bestimmungen! Eine Ausnahme besteht lediglich bei jenen Betrieben, die Milch in Verkehr bringen. Deren Hausbrunnen unterliegen sehr wohl den lebensmittelrechtlichen Bestimmungen. Eine vom Ministerium durchgeführte Studie ergab eine ebenso alarmierend hohe Anzahl an Beanstandungen. In der Steiermark wurden beispielsweise von 33 gezogenen Proben 24 beanstandet, das entspricht 72,7 Prozent.

Der Großteil der Antworten von Landwirtschafts- und Umweltminister Molterer kann mit dem Übertitel: "Ministerium sieht keinen Handlungsbedarf" beschrieben werden. Molterer ignoriert damit 11,9 Prozent der Bevölkerung, die im Jahr 1998 an Einzelwasserversorgungsanlagen angeschlossen waren. (Anmerkung: bei der Volkszählung 2001 wurde die Art der Wasserversorgung nicht mehr berücksichtigt - aus Kostengründen!).

Die SPÖ hat Anfang April einen Entschließungsantrag eingebracht, der unter anderem die flächendeckende Überprüfung aller privaten Wasserversorgungsanlagen sowie ein Sanierungs- und Förderungsprogramm beinhaltet. "Es muss Schluss sein mit wirtschaftlichem und gesundheitlichem Risiko sowohl der Bauern selbst als auch der KonsumentInnen. Vollzugs- und Kontrolldefizite in der Landwirtschaft müssen einmal mehr behoben werden", so Maier abschließend. (Schluss) se/mm

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