Lunacek fordert Beitrag der OMV für Friedensprozess im Sudan

Grüne erwarten Antworten auf Fragen bei heutiger OMV-Aktionärsversammlung

OTS (Wien) - Bei der Aktionärsversammlung der OMV wird die außenpolitische Sprecherin der Grünen, Ulrike Lunacek, heute einige Fragen an den OMV-Vorstand über dessen Tätigkeit im Sudan stellen. Der Parlamentsklub der Grünen hat als Kleinaktionär Interesse an den humanitären, sozialen und ökologischen Auswirkung der Explorationstätigkeit der OMV. Die OMV ist seit 1997 gemeinsam mit anderen Firmen im flächenmäßig größten afrikanischen Land aktiv und hat ihre Tätigkeit seit Jahresbeginn aufgrund der kriegerischen Auseinandersetzungen vorübergehend ausgesetzt.
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"Haben Sie vor, internationale Menschenrechtsexperten, internationale Hilfsorganisationen sowie sudanesische Organisationen in die von Ihnen in Auftrag gegebene Studie einzubinden?" will Lunacek von den OMV-Vorstandsmitgliedern wissen.
Und weiter: "In welcher Form wird die OMV in Zukunft gegenüber der Regierung in Khartoum selbstbewusst und öffentlich das Vorantreiben des Friedensprozesses einfordern?" Schließlich sei, so Lunacek, eine Wiederaufnahme der Aktivitäten der OMV nur gerechtfertigt, nachdem tatsächlich ein - mit internationalen Garantien verfasster - Friede zwischen der Regierung in Khartoum und den Rebellen unter John Garang vereinbart wurde.
Als dritten Punkt will Lunacek von der OMV-Führung Klarheit darüber, ob sie bereit ist, sich gegenüber der Regierung in Khartoum für die Einrichtung eines international verwalteten Treuhandfonds einzusetzen. In diesen sollte ein noch zu vereinbarender Prozentsatz der Einnahmen der Regierung aus den Ölexporten fließen. Das Geld sollte nach einem Friedensschluss für die Rückkehr der intern Vertriebenen in den Süden und für Wiederaufbau und Entwicklung in den umkämpften Gebieten eingesetzt werden.

Lunacek verweist darauf, dass vorrangig die Politik gefragt sei, wenn es um das Erreichen eines Waffenstillstandes und die Durchsetzung eines stabilen Friedens gehe. Doch "auch Unternehmen haben ihren Beitrag zu leisten. Schließlich trägt die OMV Verantwortung dafür, dass sie in die umkämpfte Region gegangen ist, ohne sich von Beginn an um den dort seit fast zwei Jahrzehnten schwelenden Bürgerkrieg zu kümmern", kritisiert Lunacek. "Die OMV kann sich nicht einfach aus der Verantwortung stehlen, sondern soll ihren Beitrag zu einem Frieden im Sudan leisten."

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