52. Städtetag: Großes Zukunftspotential für Stadtmarketing

Graz, (OTS) Österreichs Städte nutzen in vielfältigster Art und Weise die potentiellen Chancen des Instruments Stadtmarketing (STM). Dies ist das Resümee des Wissenschaftlers Dr. Klaus Wirth vom KDZ (Zentrum für Kommunalwissenschaften), der gestern, Donnerstag, beim Städtetag in Graz die wichtigsten Ergebnisse einer Umfrage zum Thema "Stadtmarketing" präsentierte. Wichtigste Aussagen: STM ist keineswegs nur in den großen Städten zu Hause, STM ist dort erfolgreich, wo es als "Chefsache" des Bürgermeisters betrieben wird und: STM wird von vielen Städten und Gemeinden als zukunftsfähiges Instrument der lokalen Kommunalpolitik betrachtet. Kritisch merkte Wirth an, dass die Bewertung der jeweiligen Qualität des STM angesichts der heterogenen Begriffsdefinitionen, wie auch der unterschiedlichen Lösungsansätze bislang kaum seriös zu bewerten sei.

Städte setzen auf unterschiedliche Organisationsformen

In weiteren Fachbeiträgen kristallisierte sich die Frage nach der geeigneten Organisationsform als wesentlicher Punkt heraus. Während Salzburgs Bürgermeister Dr. Heinz Schaden die finanzielle Unverbindlichkeit vieler Stadtmarketings-Vereinigungen kritisierte, betonten die Bürgermeister von Lienz (Bgm. Helga Machne), Dornbirn (DI Wolfgang Rümmele) und Bruck a.d. Mur (Bernd Rosenberger) die finanzielle, wie organisatorische Vorrangstellung der jeweiligen Kommunen. Das Fazit der drei Kommunalpolitiker: Ohne das finanzielle Engagement der Gemeinde ist ein erfolgreiches und konsequentes STM nicht realistisch. In Salzburg versucht man einen anderen Weg zu gehen: Hier soll mittels eines noch zu gründenden "Altstadt-Verbandes", der sowohl auf Pflichtbeiträgen der Unternehmer in der Kernstadt Salzburgs, wie auf einem verbindlichen Zuschuss der Stadt basieren soll, die Kaufkraft im Stadtkern gesichert und ausgebaut werden. Als wesentlichen Vorteil dieses Modells nannte Schaden die klaren Befugnisse und Durchgriffsrechte bei dieser Innenstadt-orientierten STM-Lösung.

Innenstadt-Events und Rad-Tourismus in Lienz

Als positive Erfahrung schilderte Lienz Bürgermeisterin Helga Machne ihre Erfahrungen mit dem STM, welches seit 1995 Basis für viele erfolgreiche Aktionen und Initiativen für die 13.000 Einwohner-Stadt in Osttirol sei. Insbesondere hob sie eine 1997 ins Leben gerufene Radtourismus-Initiative hervor, mittels derer es gelungen sei, den sanften Tourismus in Lienz deutlich anzukurbeln. Als positives Ergebnis nannte sie wirtschaftliche Impulse in der Höhe von 510.000 EUR für die Betriebe in der Innenstadt bzw. die Zunahme von 30.000 Besuchern der örtlichen Freizeit-Infrastruktur. Ebenso betonte sie die Einführung eines innerstädtischen Marktes, der derzeit eine Jahresfrequenz von 198.000 Besuchern bei einem 64prozentigen Stammkundenanteil ausweise. In einem Vorausblick stellte sie auch die "City Card Lienz" vor, die zukünftig nicht nur Preisnachlässe für die Karten-Besitzer bringen, sondern notwendige Werbemaßnahmen sinnvoll bündeln werde. Insgesamt seien zwischen 1996 und 2001 bisher 123 Einzelprojekte, mitsamt genauer Dokumentation und Evaluierung, durchgeführt worden.

Bürgerbeteiligung stellt wichtigen Faktor dar

Die Mithereinnahme der Bevölkerung bei der Entwicklung des STM-Konzeptes bzw. bei der Erarbeitung des Leitbildes für Bruck/Mur nannte Bürgermeister Bernd Rosenberger als wesentliche Bedingung für den bislang erfolgreich eingeschlagenen Weges seiner Stadt in der obersteirischen Region. Insgesamt hätten an die 700 Bürger beim Erarbeiten des Leitbildes in rund 45 Arbeitskreisen engagiert mitgemacht, berichtete Rosenberger. Finanziell stünden heute für den bereich des STM für die Infrastruktur rund 100.000 EUR, und für das operative Geschäft weitere 400.000 EUR zur Verfügung. In Summe trage zu 90 Prozent der Kosten die Gemeinde. Weiters betonte er die Zusammenarbeit mit den unmittelbaren Nachbarstädten Kapfenberg und Leoben, die allesamt von der ehemaligen Dominanz der Grundtoff-Industrie geprägt waren.
(Schluss) hch

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