Wiesner: Holzindustrie hat Konjunkturdelle des Vorjahres gut gemeistert!

Gesamtumsatzplus von 0,6 Prozent - Österreichisches Holz liegt im Trend

Wien (PWK353) - "Die österreichische Holzindustrie konnte im vergangenen Jahr aufgrund der konjunkturellen Schwierigkeiten nicht an die sensationellen Ergebnisse der Vorjahre anschließen. Mit einer abgesetzten Produktion von 5,4 Mrd. Euro konnten wir doch ein Plus von 0,6 Prozent verzeichnen", betonte heute, Freitag, Erich Wiesner, Fachverbandsobmann der Holzindustrie. Damit habe man sich "besser" als ein Großteil der heimischen Industrie gehalten, wie auch das "außerordentliche Ergebnis" bei der Außenhandelsbilanz zeige: "2001 ist der traditionelle Überschuss um 20 Prozent auf 1,24 Mrd. Euro gewachsen. Die kontinuierlich positive Handelsbilanz unterstreicht damit, dass österreichisches Holz im Trend liegt", betonte Wiesner. Hauptabnehmer seien die EU mit 67,7 Prozent (2,54 Mrd. Euro, plus 3,5 Prozent), insbesondere Deutschland und Italien sowie mit 9,9 Prozent die osteuropäischen Länder (plus 11 Prozent).

Derzeit zählt die heimische Holzindustrie etwa 1.800 Betriebe, 1.490 davon sind Sägewerke. "Bis auf einen geringen Prozentsatz befinden sich alle Betriebe ausschließlich in österreichischer Hand", so der Fachverbandsobmann, der darauf hinwies, dass die Holzindustrie als "bedeutender und sicherer Arbeitgeber" bekannt sei. Mit 33.296 Beschäftigten weise die Holzindustrie ein Plus von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Die Anzahl der Lehrlinge stieg um 18 auf 794. "Die Ausbildung in der Holzbranche ist attraktiv. Auch das Holztechnikum Kuchl ist nicht nur bei der Ausbildung, sondern vor allem im Bereich der Forschung sehr aktiv", freute sich Wiesner.

Die Entwicklung in den einzelnen Branchen zeigt aber teils unterschiedliche Tendenzen. So hat die Krise der Bauwirtschaft in Europa den Bausektor schwer getroffen. 2001 beträgt der Rückgang 3,2 Prozent auf 1,51 Mrd. Euro. Die einzelnen Sparten des bauabhängigen Bereichs haben überwiegend mit Rückgängen zu kämpfen: Die Produktion von Fenstern weist ein Minus von 4,5 Prozent aus, bei vorgefertigten Häusern aus Holz beträgt das Minus 3,5 Prozent. Im Gegensatz dazu hat man im Bereich der Holzfußböden einen Zuwachs von 15,1 Prozent und bei der Produktion von Leimbauteilen von 17,6 Prozent verzeichnen können.

Die österreichische Möbelwirtschaft konnte das Ergebnis vom Vorjahr um 0,2 Prozent verbessern. Von den im Jahr 2001 produzierten Möbel im Wert von 1,359 Mill. Euro konnten 416 Mill. Euro (24,7 Prozent) im Ausland abgesetzt werden (plus 7,5 Prozent). Am Inlandsmarkt erzielte die Möbelindustrie ein Marktvolumen von 1,684 Mill. Euro - ein Minus von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insbesondere die Wohnmöbelhersteller waren im abgelaufenen Geschäftsjahr mit einer schlechten Marktentwicklung konfrontiert, was vor allem auf das Defizit im Außenhandel zurückzuführen ist. Positiv ist die Bilanz bei den Büromöbeln, sowie bei den Sitzmöbeln, die über signifikante Exportsteigerungen um 7,8 Prozent berichten können. Gefestigt präsentieren sich auch die Küchenmöbelhersteller sowie der Ladenbau.

Gute Ergebnisse setze es 2001 für die Plattenhersteller: Der Gesamtumsatz der heimischen Span-, MDF- und Faserplattenhersteller beläuft sich auf 692,7 Mill. Euro, ohne MDF-Platten ergibt sich damit ein Plus von 36,4 Mill. Euro. Der größte Anteil der Produktion entfällt auf die Spanplattenproduktion (Umsatzplus von 5,6 Prozent auf 550,4 Mill. Euro). Bei der Faserplattenproduktion beträgt das Plus bei Umsätzen von 58 Mill. Euro rund 14 Prozent, der Produktionswert der angelaufenen MDF-Platten lag im vergangenen Jahr bei 84,3 Mill. Euro. Insgesamt konnten die österreichischen Plattenhersteller - die insgesamt an 40 Standorten produzieren - ihre Position als europäischer Marktführer damit weiter ausbauen.

Für die österreichische Sägeindustrie brachte das abgelaufene Jahr eine Konsolidierung auf hohem Niveau. Wesentlicher Grund des leichten Minus von 2 Prozent auf einen Umsatz von 1,66 Mrd. Euro war die Windwurfkatastrophe im Dezember 1999, wodurch im Jahr 2000 eine überproportionale Menge an Holz aufzuarbeiten war. 2001 ist daher nur bedingt mit 2000 zu vergleichen. Derzeit zählt die heimische Sägeindustrie 1.500 Betriebe mit insgesamt rund 10.000 Arbeitnehmern - ca. 85 Prozent der Betriebe sind entsprechend dem heimischen KMU-Charakter der Wirtschaft kleinstrukturiert.

Im Ski-Bereich hat der Aufwärtstrend einen neuen Gipfel erreicht: Die Produktion von Alpinski stieg erneut um 14 Prozent auf 3 Millionen Paar. Gegenüber 1998 ist das eine Zunahme von rund einem Drittel. Marktanteile konnten vor allem auf den wichtigen europäischen Märkten Deutschland, Italien und Frankreich gewonnen werden. Mit neuen Marken, sogenannten "Twin-Tips" (an den Enden aufgebogene Ski mit denen man auch Half-Pipes fahren kann) sowie weiteren Fress-Style-Produkten soll im kommenden Jahr gepunktet werden.

Runderneuert präsentiert sich "proholz Austria" seit dem 1. März 2001, seit dem 1. April 2002 verfügt proholz auch über einen neuen Internetauftritt (www.proholz.at) und mit dem 2. April 2002 wurde unter dem Titel "Holz ist genial" eine neue Imagekampagne gestartet, die Imagedefizite ausgleichen und Holz als jenen leistungsfähigen, modernen und zukunftsorientierten Werkstoff etablieren soll, der er ist. (us)

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