Kuntzl: SPÖ fordert generelles Verbot von Faustfeuerwaffen in Privatbesitz

Wien (SK) Jede einzelne der Tragödien der letzten Tage und Wochen ziehe eine Diskussion über die Ursachen von Gewalt nach sich, erklärte SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl am Donnerstag im Nationalrat. "In manchen Punkten führen wir diese Diskussion schon sehr lange", jetzt sei aber der Zeitpunkt gekommen, "an dem der Gesetzgeber handeln muss", betonte Kuntzl. Sie brachte einen Antrag zu einem generellen Verbot von Faustfeuerwaffen in privaten Haushalten ein. "Mehr Waffen in Privatbesitz bringen nicht mehr Sicherheit", betonte die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin. ****

Im Jänner 2001 hatte der zuständige Innenminister gemeint, er werde nicht in die Freiheit von Tausenden von ordentlichen Waffenbesitzer eingreifen und man solle nicht in jedem Fall sofort nach dem Gesetzgeber rufen. "Wie viele Tragödien müssen nach passieren bis wir Verantwortung übernehmen?", fragte Kuntzl.

Kuntzl kann sich zum allgemeinen Waffenverbot klar definierte Ausnahmeregelungen für bestimmte Personengruppen vorstellen. Ein Waffenpass solle mit einer Befristung auf zwei Jahre ausgestellt werden, danach müsse ein weiterer Nachweis erbracht werden. Für die freiwillige Rückgabe von legalen Waffen bis Ende 2002 solle eine Entschädigung von den Behörden gezahlt werden. Außerdem ist im Antrag für die Rückgabe von illegalen Waffen Straffreiheit bis August 2002 vorgesehen, führte Kuntzl aus.

Bei Vorfällen mit Schusswaffen im privaten Bereich werden zu zwei Drittel legale Waffen benutzt, erläuterte Kuntzl. 90 Prozent dieser Vorfälle enden tödlich. Damit unterstrich Kuntzl die Notwendigkeit einer neuen Regelung, die noch vor Sommer beschlossen werden könne. (Schluss) at

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 53427-275
http://www.spoe.at

Pressedienst der SPÖ

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK/SPK