FORMAT: Erste Bilanz bei Kunstskandal um "Artothek"

2200 Werke sind "als verloren anzusehen"

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner Freitag erscheinenden Ausgabe berichtet, gibt es eine erste Bilanz bei der Suche nach den verschwundenen Bildern der Artothek.

Seit dem zweiten Weltkrieg hat die Artothek rund 26.000 Werke junger Künstler (darunter Arnulf Rainer, Maria Lassnig, Max Weiler, etc.) gekauft, um diese zu fördern. Gegen Ausfolgung eines Entlehnscheines konnten die Bilder von Beamten oder Politikern zum Schmuck der Büros und öffentlichen Gebäude ausgeliehen werden. 2.200 der mittlerweile teils besonders wertvollen Werke gelten jetzt, so FORMAT, als verloren.

So ist u.a. im Wiener Außenamt ein wertvolles Bild von Maria Lassnig abgängig, ein Bild des Tirolers Paul Flora verflüchtigte sich im Wiener Palais Pallfy, drei Landschaftsgraphiken, die den "Salonwagen" des Bundespräsidenten zierten, scheinen spurlos verschwunden und ein Bild des Secessions-Malers Josef Dobrovsky, "Damenbildnis mit roter Kappe", schmückte nach dem Krieg zwar das Büro des Wiener Stadtrates Viktor Matejka, wo sich das Bild heute befindet ist heute allerdings unklar.

Auch bei hochrangigen Ex-Politikern wird nach verschollen Bildern gefahndet: Bei Ex-Liberalen Chefin Heide Schmidt fanden sich Werke des Österreichers Markus Prachensky. Schmidt zu FORMAT: "Als ich mein Parlamentsbüro verlassen habe, wurde schriftlich um eine Genehmigung für zwei Bilder angesucht."

Der ehemalige Gesundheitsminister Kurt Steyrer (SPÖ)
ist auf einer Inventarliste mit vier Kunstwerken vermerkt, darunter ein Bild von Anton Lehmden. Was mit den Bildern passiert sei, so Steyrer zu FORMAT, wisse er allerdings nicht mehr.

Im Kunststaatssekretariat werden Schadenersatzklagen
in Erwägung gezogen.

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