Waneck: 3. Österreichische Gesundheitskonferenz 2002

Nationaler Gesundheitsplan für Österreich

Wien, (BMSG) - Anlässlich der 3. Österreichischen Gesundheitskonferenz präsentierte heute FP-Gesundheitsstaatssekretär Univ.-Prof. Dr. Reinhart Waneck das Vorhaben einen nationalen Gesundheitsplan für Österreich zu gestalten, der bis zur nächstjährigen Gesundheitskonferenz abgeschlossen sein soll. "Es ist höchste Zeit, dass Gesundheitspolitik einmal nach Plan erfolgt." ****

"Nach der Phase der Konsolidierung, die nach dem Wildwuchs der vergangenen Jahrzehnte notwendig war, ist es nun an der Zeit systematisch vorzugehen und einen nationalen Gesundheitsplan zu erarbeiten", betonte Waneck.
Natürlich sei klar, so Waneck weiter, dass die Entwicklung des öffentlichen Gesundheitswesens ein kontinuierlicher Prozess sei, der nicht von der übrigen gesellschaftlichen Entwicklung abgekoppelt gesehen werden könne. Ein nationaler Gesundheitsplan könne daher immer nur ein Zwischenschritt sein, der in seinen Details -langfristig betrachtet - nur für einen bestimmten Zeitraum Gültigkeit habe. "Wesentlich ist jedoch, dass mit einem derartigen Plan Weichenstellungen für die Zukunft erfolgen, die nachhaltige Veränderungen und Verbesserungen sicherstellen", betonte Waneck.

"Ein wesentlicher Punkt ist daher die Mitsprache der Bevölkerung, da Gesundheitspolitik die Bürgerinnen und Bürger unmittelbar und sehr persönlich betrifft. Ich möchte daher die Partizipation der Bürgerinnen und Bürger an gesundheitspolitischen Fragen fördern und die Möglichkeiten für den Einzelnen, an der Weiterentwicklung der österreichischen Gesundheitspolitik mitzuwirken verbessern", so Waneck.

Hier seien etwa die Öffnung der Arbeitsgruppen hin zu öffentlichen Diskussionsforen vorstellbar. Auch würde sich anbieten, derartige Foren und Meinungsbildungsprozesse auf elektronischem Wege abzuführen. Die inzwischen eingetretene Verbreitung des Mediums Internet würde es breiten Bevölkerungsschichten ermöglichen, rasch und unbürokratisch an einem derartigen Diskussionsprozess teilzunehmen.

Ein weiterer Ansatzpunkt sei der dokumentierte Gesundheitsstatus der Bevölkerung. Derartige Daten existieren aus unterschiedlichen Quellen und werden laufend erhoben. So können zum Beispiel aus dem System der leistungsorientierten Krankenanstaltenfinanzierung die Bereiche herausgearbeitet werden, von denen die Bevölkerung am häufigsten betroffen ist, so Waneck.

Wesentlich sei auch, einen geschlechtsspezifischen Blickwinkel anzulegen. "Die Einführung des Gender-Mainstreaming-Ansatzes in der Gesundheitsversorgung ist Neuland, es wird jedoch auch eine Aufgabe im Rahmen der Entwicklung des nationalen Gesundheitsplanes sein, hier entsprechende Instrumentarien zu entwickeln", betonte Waneck.

"Ziel ist es die "10 wichtigsten Gesundheitsprobleme Österreichs" herauszuarbeiten. Auf dieser Basis wiederum wäre es möglich, einen wissenschaftlich fundierten Aktionsplan aufzusetzen. Aus diesen Prioritäten sollten dann Zielformulierungen herausgearbeitet werden, die sich an den vier grundsätzlich zur Verfügung stehenden Interventionsmöglichkeiten orientieren: Prävention, Früherkennung, Therapie, Nachsorge. Da die Erreichung gesetzter Ziele messbar sein muss, sind diese so zu formulieren, dass sie gleichzeitig als Indikatoren dienen, bzw. aus den formulierten Zielen unmittelbar Indikatoren abgeleitet werden können", erklärte Waneck.

"Mit einem nationalen österreichischen Gesundheitsplan werden auch Fragen der Prävention und Vorsorge stärker in den Mittelpunkt gerückt. Es wird hier klar zu definieren sein, dass primäre Prävention in bestimmten Bereichen absolute Priorität haben wird, in anderen wieder die Früherkennung. Es wird aber auch festzuhalten sei, dass bei bestimmten Gesundheitsstörungen noch keine vorsorgemedizinischen Konzepte bestehen. Mit dieser Stärkung der Prävention und der Vorsorge werden diese Bereiche der Kurativmedizin gleichgestellt. Eine Reihe von Maßnahmen der Prävention werden sicherlich auch nichtmedizinische Politikbereiche betreffen, hier sei exemplarisch die Verkehrspolitik (in der Unfallverhütung) oder etwa die Bildungspolitik erwähnt", so Waneck.

Mit dieser Stärkung der Prävention und der Vorsorgemedizin muss ein nationaler Gesundheitsplan auch sicherstellen, dass alle Maßnahmen einer strengen Qualitätskontrolle unterliegen und regelmäßig evaluiert werden. Wichtig ist, dass alle Maßnahmen der Prävention und Vorsorgemedizin sowohl die Lebenserwartung erhöhen als auch Lebensqualität verbessern.

Die wesentlichen Neuerungen für die Entwicklung des nationalen Gesundheitsplanes sind:

  • Verstärkte Partizipation der Bürgerinnen und Bürger bei der (Weiter-) Entwicklung von Gesundheitspolitik
  • Gleichstellung der Prävention und der Vorsorgemedizin mit der Kurativmedizin
  • Verbesserte Koordination zwischen den einzelnen Sektoren und Institutionen
  • Einführung des Gender Mainstreaming in das öffentliche Gesundheitswesen
  • Durch die Stärkung des Präventiv- und Vorsorgebereiches stehen "Betroffene" im Mittelpunkt; der Begriff der "Patientenorientierung" wird zur "Betroffenenorientierung" erweitert.

"Ich darf alle an der Gesundheitspolitik Interessierte über die Parteigrenzen hinweg einladen, mit ihrem Expertenwissen aber auch mit ihrem gesunden Menschenverstand an der Entwicklung des Nationalen Österreichischen Gesundheitsplanes mitzuwirken", schloss Waneck. (Schluss) mg bxf.

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