FERRERO-WALDNER 3: "Chancen für österreichische Wirtschaft in Südpolen nutzen"

Außenministerin eröffnet österreichisch-polnisches Wirtschaftsforum in Krakau

(Krakau - OTS) Außenministerin Benita FERRERO-WALDNER eröffnete heute gemeinsam mit dem Staatssekretär im Polnischen Wirtschaftsministerium, Andrzej SZARAWARSKI und dem Stadtpräsidenten (Bürgereister) von Krakau, Andrzej GOLAS ein österreichisch-polnisches Wirtschaftsforum im Krakauer Slowacki-Theater, das neue Impulse für innovative Projekte bringen soll. FERRERO-WALDNER äußerte dabei die Hoffnung, dass sich aus der Präsentation von 14 renommierten österreichischen Firmen, die bereits erfolgreich in Polen tätig sind, sowie 5 südpolnischen Wojewodschaften, die ihre Standortvorteile für ausländische Investoren dargelegt haben, "viele neue Impulse und Initiativen ergeben werden". "Ich halte es für vordringlich, dass wir uns darum bemühen, im zusammenwachsenden Europa die bestmöglichen Rahmenbedingungen für die Wirtschaft zu schaffen und die Kontakte zwischen unseren Unternehmen zu fördern. Dies kann nicht nur von Hauptstadt zu Hauptstadt geschehen, sondern muss vor allem auch in den Regionen und zwischen den Regionen funktionieren", sagte die Außenministerin.

FERRERO-WALDNER verwies in ihrer Rede darauf, dass sich die österreichische Wirtschaft sehr früh auf den Märkten Mittel- und Osteuropas "sehr massiv engagiert" hat und auf diese Weise einen Beitrag dazu leistet, den Beitrittsprozess unserer Partner im künftigen geeinten Europa zu erleichtern und zu beschleunigen. "In vieler Hinsicht haben die österreichischen Unternehmen die Erweiterung schon vorweg genommen. Sie haben, wie mir in meinen Gesprächen bestätigt wird, in polnischen Unternehmen verlässliche Geschäftspartner gefunden", so FERRERO-WALDNER.

In diesem Zusammenhang unterstrich die Außenministerin, dass viele der österreichischen Unternehmen, die in den Kandidatenländern tätig sind, Unternehmen jener Branchen sind, die auch in Polen besonders gebraucht werden. "Dazu gehören Baufirmen, die die physische Infrastruktur für das Wirtschaften schaffen, und dazu gehören Firmen aus dem Dienstleistungsbereich, Banken und Versicherungen, die die Service-Infrastruktur für eine gedeihliche Entwicklung der Wirtschaft und für weitere Auslandsinvestitionen überhaupt erst ermöglichen. Es erscheint mir auch wichtig, dass sich unter den österreichischen Firmen gerade auch solche des Energiebereichs, der Wasserwirtschaft und aus dem Bereich Umwelttechnologie befinden. Dies deshalb, da sich auf diesem Gebiet die österreichischen Erfahrungen mit einem polnischen Bedarf treffen", sagte die Außenministerin.

Die österreichisch-polnischen Wirtschaftsbeziehungen entwickeln sich stetig, sind aber nach Auffassung der Außenministerin "mit Sicherheit ausbaufähig". Deshalb hält es FERRERO-WALDNER für so entscheidend, dass auf beiden Seiten die Anstrengungen verstärkt werden. Derzeit haben österreichische Firmen in Polen laut offiziellen Zahlen vom Mai/Juni 2001 etwa 1,3 Milliarden Dollar investiert. "Da es sich bei diesen Zahlen lediglich um solche Investitionen handelt, die im Einzelfall 1 Million Dollar übersteigen, kann mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass die tatsächliche Investitionstätigkeit österreichischer Unternehmen im wichtigen Wirtschafts-Partnerland Polen viel höher liegt", so FERRERO-WALDNER, die in diesem Zusammenhang ausdrücklich auf die Tätigkeit zahlreicher österreichischer Klein- und Mittelbetriebe hinwies, die in Südpolen ebenfalls sehr aktiv sind. "Ich meine, dass die durchschnittliche Betriebsgröße und Struktur der österreichischen Unternehmen mit der Bereitschaft, sich in Polen zu engagieren, durchaus zu den polnischen Unternehmen passt und daher auch für künftige Projekte vielversprechend sein dürfte".

Der bilaterale Handel zwischen Österreich und Polen hat sich in den letzten Jahren dynamisch entwickelt, so nahmen die österreichischen Exporte nach Polen 2001 um 8% zu, österreichische Unternehmen exportierten im Vorjahr Güter im Wert von mehr als 1,2 Milliarden EUR nach Polen. Da die polnische Wirtschaft ihre Exporte nach Österreich im Vorjahr um 22 % erhöhen konnte (ca. 800 Millionen EUR), konnte das traditionelle Handelsbilanzdefizit zu Gunsten Österreichs 2001 von polnischer Seite reduziert werden. In Anbetracht des großen polnischen Marktes mit seinen 39 Millionen Einwohnern scheint nach Ansicht der Außenministerin gerade in der Entwicklung der Handelsbeziehungen für die nächsten Jahre noch ein großes Potenzial gegeben.

"Hier gibt es in zukunftsträchtigen Bereichen wie im Bereich der Umwelttechnologien interessante und erfreuliche Entwicklungen", sagte FERRERO-WALDNER und verwies auf das Beispiel des steirischen Firmencluster Energienetzwerk Südost (ENSO), das im Oktober 2001 anlässlich des Besuchs von Frau Landeshauptmann KLASNIC in Krakau mit der südpolnischen Stadt Czestochowa Verträge in richtungsweisenden Bereichen wie alternativen Energien, Biodiesel und modernen Wasser-/Abwasseranlagen im Ausmaß von 10 Millionen EUR unterzeichnen konnte..

Österreichische Firmen präsentierten sich im Rahmen des österreichisch-polnischen Wirtschaftsforums in den Bereichen Umwelttechnologie (Verbundplan, ASA, Energienetzwerk Südost), Verkehrstechnologie (Elin-Bombardier, Flughafen Wien), Banken (Bank Austria, Raiffeisen, Kommunalkredit), Versicherungswesen (GENERALI), Tourismus (Österreich-Werbung), Bauwirtschaft (PORR, Strabag). Dazu haben sich fünf südpolnische Wojewodschaften (Niederschlesien, Hauptstadt Breslau; Oppeln, Hauptstadt Oppeln; Schlesien, Hauptstadt Katowice; Kleinpolen, Hauptstadt Krakau; Unterkarpaten, Hauptstadt Rzeszow) als zukunftsträchtige Wirtschaftsstandorte vorgestellt.

FERRERO-WALDNER stellte abschließend fest, dass Österreich ein Land ist, mit seinen acht Nachbarn, darunter vier Beitrittskandidaten, schon "von seiner Natur her offen für internationale Kooperation ist". "Entgegen dem Ruf, der uns Österreichern manchmal nacheilt, sind wir sehr weltoffen, kreativ und an Neuem interessiert. Ich weiß, dass dies auch für Polen zutrifft. Die Österreicher stehen heute mehrheitlich der EU-Erweiterung positiv gegenüber. Ich erblicke in der Zusammenarbeit zwischen Österreich und Polen ein sehr großes Potential, und zwar für beide Seiten, das wir im Interesse unserer Wirtschaft und unserer Arbeitnehmer möglichst gut ausschöpfen sollten", sagte die Außenministerin (Schluss).

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