WOLFMAYR: GESAMTE KREATIVWIRTSCHAFT IN EUROPA IST IM UMBRUCH

Hauptausschuss beschließt Abhaltung einer parlamentarischen Filmenquete

Wien, 23. Mai 2002 (ÖVP-PK) Im Hauptausschuss wurde heute, Donnerstag, die Abhaltung einer parlamentarischen Enquete betreffend die Zukunft des österreichischen Films im europäischen Kontext und mögliche Maßnahmen zur Verbesserung der Chancen des Filmstandortes Österreich beschlossen. Termin: 3. Juli 2002, 9.00 Uhr bis 14.00 Uhr, im Parlament. "Diese Enquete entspricht der Tatsache, dass die gesamte Kreativwirtschaft in Europa im Umbruch ist, was sich auch auf die Situation des österreichischen Films auswirkt", betonte ÖVP-Kultursprecherin Abg. Dr. Andrea Wolfmayr nach Schluss der Hauptausschusssitzung.****

"Die Rahmenbedingungen haben sich geändert. Der österreichische Markt befindet sich in einer ganz besonderen Situation: er ist besonders klein und muss sich innerhalb des größeren, deutschsprachigen Raumes und in der Folge auch im europäischen Raum behaupten und einen eigenen Platz schaffen. Anfänge sind in dieser Hinsicht mit hervorragenden Film-Produktionen ja bereits gemacht", sagte Wolfmayr.

Doch der Film boome weltweit und sei daher als sehr komplexes Thema in größeren Zusammenhang zu sehen, "nicht alleine als kulturell-künstlerisches Problem, sondern sicher auch im wirtschaftlichen, psychologischen, gesellschaftlichen und letztendlich auch kritischen, politischen Zusammenhang", ist Wolfmayr überzeugt. "Gerade der österreichische Film hat bezüglich seiner Qualitäten und künstlerischen Positionierung einen hervorragenden Ruf erlangt, und - nicht nur bei heimischem Publikum - beachtliche Erfolge erzielen können. Noch sind wir aber auf diesem Gebiet keine europäischen ‚Player‘, haben unsere Identität noch nicht endgültig gefunden, insbesondere was die kommerzielle Filmproduktion betrifft".

In Österreich sei ein gewaltiges kreatives Potential vorhanden, aber es fehle die Nahtstelle zwischen Finanzierung, Produktion, Vertrieb und Publikum. Deswegen werden für die geplante Enquete ausländische Filmexperten, aber auch Vertreter von Banken eingeladen, kündigte Wolfmayr an. "Der Film muss in Österreich lohnende Investition werden." Denn die öffentliche Förderung könne nur Impuls sein, nicht aber die gesamte Finanzierung stellen. "Die Folge wäre ein Verteilungskampf um Fördermittel", warnt die ÖVP-Kultursprecherin.

Die ÖVP stehe hinter dem künstlerischen Film als Trendsetter und Imageträger. "Das alleine genügt aber nicht. Film kann und soll durchaus auch kommerziell erfolgreich sein", sagt Wolfmayr, die eine "gewisse Scheu der österreichischen Künstler vor Erfolg und Geld" ortet. "Es ist unsere Aufgabe, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Das kann nur gelingen, wenn auch Publikum da ist. Österreichs Filmschaffende haben für künstlerische Filme bereits jede Menge an Preisen, internationalen Erfolgen und Anerkennung erhalten. Hier zeigt sich die Qualität - das wollen wir verbreitern."

"Ich sehe das Ziel der Enquete darin, dass es der österreichischen Filmwirtschaft Spaß machen soll, mit dem Film auch Geld zu verdienen. Dann wird auch genügend Platz entstehen und Geld da sein für jene Nischen, die nicht jedermann ansprechen, aber ihren eigenen Platz in der österreichischen Filmlandschaft haben müssen", ist Wolfmayr überzeugt.
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