Zukunft der Vereinigten Bühnen Wien

Wien, (OTS) Die Grundrisse einer umfassenden Reform der Wiener Theaterlandschaft wurde heute, Dienstag, von Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder und Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny im Rahmen des Mediengespräches von Bürgermeister Dr. Michael Häupl präsentiert. Es sei die "größte Reform seit Bestehen der Vereinigten Bühnen", betonten die beiden Stadträte. Demnach soll das Theater an der Wien künftig als moderne Stadtbühne für anspruchsvolle ernste Musik und als Festivalhaus dienen, das Raimundtheater und Ronacher dagegen Musical und Unterhaltung beherbergen.

Ab 2007 wird das Theater an der Wien ausschließlich der klassischen Musik - Opern, Operetten, konzertante Aufführungen und Festivals - gewidmet sein. Das Theater an der Wien bleibt als Haus im Besitz der Vereinigten Bühnen, für die Bespielung werde jedoch eine Opern- und Festspielgesellschaft gegründet, die auch mit bestehenden Festivals verstärkt kooperieren wird.

Für die notwendigen inhaltlichen und organisatorischen Vorbereitungen zur Neuausrichtung im Bereich der klassischen Musik konnte Dr. Hans Landesmann gewonnen werden. Das bis spätestens 2004 zu erstellende Gesamtkonzept soll mögliche Synergieeffekte (sowohl in künstlerischer als auch in ökonomischer Hinsicht), sowie einen zeitlichen Stufenplan umfassen.

Der Bereich Unterhaltung ("performing arts") inklusive Musical wird künftig in den beiden Häusern Raimundtheater und Ronacher beheimatet sein. Dafür wird das Etablissement Ronacher einer entsprechenden Adaptierung unterzogen werden, die je nach Ausmaß primär von den Vereinigten Bühnen Wien finanziert wird. Auch mit der Entwicklung dieses Konzeptes wird mit
Mag. Kathrin Zechner ein Profi und eine Kapazität in Sachen Unterhaltungsmanagement betraut werden.

Auf der Grundlage der neuen Konzepte wird bis spätestens zum Jahr 2004 die Intendantenfrage entschieden werden. Eine unmittelbare Nachbesetzung zum gegenwärtigen Zeitpunkt erfolgt nicht, weil Intendant Rudi Klausnitzer bis 2004 aufgrund eines Konsulentenvertrages zur Verfügung steht.

"Die geplante Neuorganisation im Bereich der klassischen Musik bedeutet eine erhebliche Angebotserweiterung und kann daher kein Nullsummenspiel sein, jedoch sind durch die organisatorische Zusammenarbeit mehrerer Festivals und die geplante bessere Abstimmung von Bundestheatern und städtischen Theatern erhebliche Synergieeffekte zu erwarten", betonte Rieder.

Die vorgestellten Pläne bedeuten eine nachhaltige Neuordnung der Wiener Musiktheater-Landschaft, daher soll die Bundestheater-Holding in ein Gesamtkonzept eingebunden werden. Dieses neue Gesamtkonzept kann damit in seiner Dimension und seiner Bedeutung im Bereich der Darstellenden Kunst als größte Strukturreform seit Ausgliederung der Bundestheater gesehen werden. "Gleichzeitig ist die Reform ein deutliches Bekenntnis der Stadt Wien, auch weiterhin in die Kultur dieser Stadt zu investieren", so Häupl, Rieder und Mailath-Pokorny abschließend. (Schluss) nk

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