Hochhaus Neue Donau: Jüngstes Beispiel für Wiens sozialen Wohnbau

Wien (OTS) - Mit der feierlichen Eröffnung des Hochhauses Neue Donau am vergangenen Samstag wird die Entwicklung des Donauraums rund um die Reichsbrücke - was Wohnen betrifft - abgeschlossen. In diesem Gebiet, das den 22., 20. und 2. Bezirk umfasst, wurden rund 10.000 Wohnungen errichtet. Das hat ein Investitionsvolumen von insgesamt 2,8 Milliarden Euro ausgelöst. Der Wohnbau war damit der Motor für zahlreiche Folgeinvestitionen, wie Bürohäuser, Forschungseinrichtungen, wie das Tech Gate, Lokale, Einkaufszentren und Freizeit- und Kinoeinrichtungen, Schulen, Kindertagesheime, Ärztepraxen und auch einer Kirche. Mehr als 20.000 neue Bewohner leben in diesem neuen Gebiet an der Donau.

Wien geht den weltweit anerkannten Weg mit neuen angepassten Instrumenten und auf höchstem Niveau weiter. In der jüngsten Vergangenheit gab es eine Renaissance des sozialen Wohnbaus. 70.000 geförderte Wohnungen wurden in den letzten zehn Jahren in Wien errichtet.

Damit folgt die Stadt der guten Tradition des sozialen Wohnbauprogramms des Roten Wien in der Ersten Republik. In den 12 Jahren zwischen 1923 und 1935 wurden 60.000 Gemeindewohnungen errichtet. Diese durchschnittlich 5.000 Wohnungen jährlich haben einen enormen Qualitätssprung für die Wienerinnen und Wiener dargestellt, die sich dadurch endlich Wohnungen leisten konnten, die diesen Namen auch verdienten.

Weltbekannte Architekten wie Harry Seidler tragen durch ihre Arbeit einen wichtigen Teil zu dieser Renaissance bei. Harry Seidler ist einer der bedeutendsten Vertreter weltweit anerkannter Spitzen-Architektur. Für die Stadt ist natürlich von Bedeutung, dass genügend Wohnungen errichtet werden. Aber auch die Fragen der Qualität spielt eine prominente Rolle. Deshalb ist es der Stadt Wien ein großes Anliegen, die besten Architekten für den Wohnbau zum Einsatz zu bringen. Neben Harry Seidler sind das u.a. Zaha Hadid, Jean Nouvel, Manfred Wehdorn und das Team Coop Himmelb(l)au. Für diese wiederum ist es eine große Herausforderung, im sozialen Wohnbau tätig zu sein, weil sie das anderswo nicht können. Für die Stadt, die Wohnungssuchenden und späteren Nutzer dieser Wohnungen ist es wiederum wichtig, dass Architekten wie Harry Seidler ihre anerkannten Fähigkeiten, ihr Know- how und ihre Erfahrungen nicht nur für Bürogebäude, sondern auch für Wohnen und Familien einsetzen.

Daten und Fakten zum Hochhaus Neue Donau

Das Hochhaus Neue Donau ist ein prominentes Beispiel für Architektur der Weltklasse für leistbare Wohnungen. Das von der ARWAG als Bauträger errichtete Wohnhaus Neue Donau ist 150 Meter hoch und umfast 33 Geschosse über Niveau und zwei Garagengeschosse mit 220 Abstellplätzen unter der Plaza, die das Hochhaus umgibt. Im Hochhaus befinden sich 235 Wohnungen, 123 Appartements und etwa 1.500 Quadratmeter Büro- und Archivfläche. Knapp 23.000 Quadratmeter beträgt die gesamte Wohnnutzfläche, 25.000 m2 die Gesamtnutzfläche. Ein Terrassencafé und ein ausgedehnter Freizeitbereich ergänzen die bereits bestehende Infrastruktur des Wohnparks. Die Gesamtkosten des Projekts liegen bei 40 Millionen Euro (550 Millionen Schilling), die Stadt hat das Projekt mit fast 5 Millionen Euro (65 Millionen Schilling) gefördert.

Die Mietwohnungen, Eigentumswohnungen und Apartments für Kurzzeit-Wohnen sind nach besonderen Planungskriterien errichtet worden. Durch das Abwenden von der Hauptwindrichtung sind auch bei Sturm keine Nachteile zu erwarten. Die Wohnungen sind demnach nach Osten - mit Blick auf das Kaiserwasser - bzw. nach Süd-Westen - mit Blick auf die Stadt - orientiert. Die Wohnungsgröße reicht von 35 bis 113 Quadratmetern, die meisten Wohnungen sind etwa 65 Quadratmeter groß. 220 Wohnungen verfügen über Loggien, die aufgrund des Windes zum Teil verglast sind. Baubeginn war im Sommer 1999.

Umweltfreundlichkeit wird groß geschrieben. Eine zentrale Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung und eine separate Nutzwasserleitung sorgen gemeinsam mit dem bei Neubauten selbstverständlichen Niedrigenergie-Standard für ökologisch optimales Wohnen.

Die Infrastruktur des Gebäudes an der Wagramer Straße ist ausgezeichnet. Den Kindern steht innerhalb der Anlage ein großzügiger Spielplatz zur Verfügung. Die U1-Stationen UNO City und Donauinsel liegen in unmittelbarer Nähe, die Neue Donau direkt vor der Haustüre. Ein großes Kinocenter, ein Kindergarten, Volksschulen und eine Hauptschule in der Umgebung ergänzen die Infrastruktur ebenso wie die Geschäfte in der Schüttaustraße. Für Erholung und Freizeit steht neben dem Kinocenter und der weitläufigen Donauinsel die Copa Cagrana mit ihrem vielfältigen Angebot zur Verfügung. Alles ist ohne Überqueren einer Straße erreichbar.

Während der Bauzeit wurden insgesamt 21.000 Kubikmeter Erdreich ausgehoben, 27.000 Kubikmeter Beton gegossen und 130.000 Quadratmeter verschalt. Das Hochhaus ist innerhalb von nur 126 Arbeitstagen bis zur Dachgleiche gewachsen. Der Kern des Gebäudes ist im Durchschnitt stündlich um 20 Zentimeter gewachsen. Drei Kräne, zwei Betonpumpen, drei Rohrsäulen und zwei Betonverteilermasten waren dafür notwendig. Das Gewicht des Hochhauses entspricht dem von 7.000 Straßenbahngarnituren. Dementsprechend stabil wurde die Tiefenfundierung angelegt, die unter anderem eine zwei Meter dicke Fundamentplatte umfasst.

Kurzer Lebenslauf von Prof. Harry Seidler

Prof. Harry Seidler ist einer der weltbekanntesten Architekten unserer Zeit. Geboren in Wien musste er 1938 aufgrund des Nazi-Terrors gegen die jüdische Bevölkerung als 15jähriger seine Heimat verlassen. In Großbritannien, Kanada und den USA studierte er Architektur. Nach einem Aufenthalt in Brasilien ließ er sich in Australien nieder, wo er bis heute wohnt. Harry Seidler ist der Architekt zahlreicher Gebäude in Nord- und Südamerika, Australien und Europa. Aber nur in Wien ist er im sozialen Wohnbau tätig. Er hat den Wohnpark Neue Donau und das Hochhaus Neue Donau geplant.
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