AK fordert Zeitguthaben für Nachtarbeit

Mehr Rechte und ausreichender Schutz für NachtarbeiterInnen dringend notwendig

Wien (AK) Ein Zeitguthaben von 6 Minuten für jede Stunde Nachtarbeit, die Freiwilligkeit und ein Rückkehrrecht zur Tagarbeit: Das sind die wichtigsten Forderungen der AK für einen besseren Schutz der Nachtarbeiterinnen und Nachtarbeiter. Eine bloße Aufhebung des Frauennachtarbeitsverbots, wie sie die Regierung jetzt vorhat, würde die bestehenden Probleme bei der Nachtarbeit sogar noch verschärfen, kritisiert die Arbeiterkammer. Österreich steht bereits jetzt im europäischen Spitzenfeld, was den Umfang der Nachtarbeit betrifft. Nachtarbeit beeinträchtigt das Leben mit Familie und Freunden und hat negative Auswirkungen auf die Gesundheit. Entlastende Faktoren wie mehr Pausen, zusätzliche Erholungszeiträume und regelmäßige arbeitsmedizinische Untersuchungen sind für die Arbeiterkammer daher unumgänglich.

Ein Drittel aller Österreicher (33%) kennt Nachtarbeit aus eigener Erfahrung. Von den erwerbstätigen Männern sind 42 Prozent, von den Frauen 20 Prozent regelmäßig im Nachteinsatz. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes FESSEL - GfK berichten die betroffenen ArbeitnehmerInnen, Männer und Frauen, über eine Reihe von Problemen, die sich aus der Nachtarbeit ergeben: 60 Prozent leiden unter Problemen bei der Freizeitgestaltung, 50 Prozent haben Probleme mit der Weiterbildung, 45 Prozent klagen über Schwierigkeiten in der Partnerschaft, im Kontakt mit Freunden, Verwandten und Bekannten. Frauen leiden wesentlich häufiger, nämlich zu 60 Prozent, unter gesundheitlichen Problemen wie Männer (39 Prozent). Die häufigsten Gesundheitsbeschwerden von NachtarbeiterInnen sind Schlafstörungen, Erkrankungen des Verdauungsapparates, Herz-Kreislaufprobleme und psychische Störungen.

Mehr Freizeit zur Erholung für alle NachtarbeiterInnen fordert die Arbeiterkammer. Für jede Nachtarbeitsstunde soll es daher einen Zeitzuschlag von 10 Prozent geben. Außerdem sollen die Firmen für ausreichende Verpflegung während der Nacht und einen sicheren Transport zur Arbeitsstelle sorgen. Auch spezielle arbeits-medizinische Untersuchungen für NachtarbeiterInnen sind notwendig.

Forderungen der AK:

+ NachtarbeiterInnen brauchen besonderen Schutz. Dafür muß die Regierung mit einem Gesetz zur Nachtarbeit sorgen.

+ Freizeit für Nachtarbeit. Für jede Stunde Nachtarbeit soll es mindestens sechs Minuten zusätzliche Freizeit geben. Das Zeitguthaben darf nicht in Geld abgelöst werden.

+ Freiwillige Nachtarbeit: Niemand soll gegen seinen Willen zur Nachtarbeit verpflichtet werden können. Und es soll einen Anspruch auf Versetzung auf einen Tagesarbeitsplatz bei erwiesener Gesundheitsgefährdung geben - und wenn ein Kind unter 12 Jahren zu betreuen oder ein naher Angehöriger zu pflegen ist.

+Pflichten für den Arbeitgeber: Warmes Essen während der Nacht, sicherer Transport zur und von der Arbeitsstelle, spezielle arbeitsmedizinische Untersuchungen, keine Beschränkung des Zugangs zu betrieblicher Information und Weiterbildung.

+ Diese Regeln sollen für all jene gelten, die zwischen 22 und 6 Uhr an mindestens 20 Tagen im Jahr mindestens zwei Stunden arbeiten müssen.

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