Toifl: Österreich muss nachhaltige Maßnahmen beim Denkmalschutz setzen!

Rubbellos-Aktion brachte 2,18 Mio Euro - Steuerzweckbindung der Rubbellose erster Schritt - 20.000 neue Jobs möglich

Wien (PWK342) - "Durch Restaurierung und Erhaltung von
Kulturbauten könnten 20.000 neue Jobs geschaffen werden", betonte heute, Sonntag, der Obmann der Bundessparte Gewerbe und Handwerk der Wirtschaftskammer Österreich Georg Toifl. Neben der Rubbellos-Aktion auf Initiative von Bildungs- und Kulturministerin Elisabeth Gehrer und den beschlossenen Mitteln zur Konjunkturbelebung seien mehr und weiterführende Maßnahmen notwendig. Als Beispiele nannte Toifl die EU-Richtlinie für eine Mehrwertsteuer-Absenkung für arbeitsintensive Dienstleistungen oder Umsatzsteuererleichterungen für Kirchen und Diözesen. "Intensiviert werden müssen aber auch die Überlegungen, Sponsoring im Bereich der Kultur und Denkmalerhaltung absetzbar zu machen", forderte der Gewerbeobmann.

Die Bundessparte sei über das Ergebnis der "Rubbellos-Aktion" von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer gemeinsam mit den österreichischen Lotterien zu Gunsten des Denkmalschutzes "erfreut und sieht an Hand dieser konkreten Maßnahme einen Schritt in die richtige Richtung. Jeder Euro für den Denkmalschutz sei eine Investition in neue Jobs" so Toifl. So sei zuletzt in einer Studie der UEAPME (Europäischer Handwerks- und KMU-Verband) erhoben worden, dass allein in Österreich durch Restaurierungen und die Erhaltung von Kulturbauten 20.000 neue Jobs geschaffen werden könnten.

Derzeit gibt es in Österreich rund 36.000 erhaltungswürdige, historische Bauten. Damit dieses kulturelle Erbe für die Nachwelt erhalten bleibt, müssten in den nächsten 10 Jahren rund 11 Mrd. Euro investiert werden. "Diese gewaltigen Investitionen können wir budgetär nur dann in den Griff bekommen, wenn wir alle steuerlichen Spielräume in Österreich nützen und die Rahmenbedingungen so ändern, dass es auch für kleine Anleger interessant und attraktiv ist, in die Erhaltung unseres kulturellen Erbes zu investieren", betonte Toifl.

Andere Länder wie Holland oder England hätten bereits erkannt, dass eine rechtzeitige Bewahrung und präventive Instandhaltung teure Sanierungen und Renovierungen erspare, was letztlich auch im öffentlichen Interesse ist. "Daran sollte sich Österreich ein Beispiel nehmen", forderte der Obmann.

Dass Denkmalschutz ein enormer Exportschlager werden könne, dafür sorge schon die solide österreichische Ausbildung mit Meisterprüfung, die in Europa ein überdurchschnittliches Niveau garantiere. "Unser Kapital ist ein großes Exportpotential an Fachwissen und handwerklicher Kunst", so Toifl. Damit dies so bleibt, haben die Bundessparte und die Wirtschaftskammer Österreich bereits vor Jahren eine Stipendienaktion zur Fortbildung im Europäischen Zentrum Venedig für Berufe in der Denkmalpflege ins Leben gerufen. Handwerksmeister können sich in San Servolo zwei Semester lang intensiv mit traditionellen Handwerkstechniken der Denkmalpflege beschäftigen. (us)

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