Vladyka: Kindergeld stellt Verschlechterung gegenüber Karenzgeld dar

Mangelnde Kinderbetreuungseinrichtungen, fehlender Kündigungsschutz in den letzten Monaten und Erschwernisse für die Väter als Hauptkritikpunkte

St. Pölten, (SPI) - Das Kinderbetreuungsgeld wurde von der VP-FP-Regierung mit Stichwörtern wie "Kinderbetreuungsgeld für alle", "verlängerter Anspruch auf 30 bis 36 Monate" und "erhöhte Zusatzverdienstmöglichkeit bis zu 200.000 Schilling" als eindeutige Verbesserung für Mutter, Vater und Kind mehr als gelobt. Landtagsabgeordnete Christa Vladyka kann diese Begeisterung nicht teilen: "Hinter jedem der angepriesenen Pluspunkte versteckt sich eine Realität, die nicht gerade rosige Zeiten auf traditionelle Familien und noch stärker auf Alleinerzieherinnen in Aussicht stellt."****

So bekommen Migrantinnen etwa aus Nicht-EWR-Ländern nur dann Kinderbetreuungsgeld, wenn sie mehr als fünf Jahre ununterbrochen in Österreich gelebt haben oder die entsprechenden Beschäftigungszeiten nachweisen können. Viele dieser Frauen kommen aber als Familiennachzug nur mit der Befugnis sich im Lande aufzuhalten nach Österreich, ihnen fehlt die Erlaubnis zur Beschäftigung.

Während beim Karenzgeld der in Karenz befindliche Elternteil von einer Kündigung geschützt war, so endet dieser Schutz nun spätestens vier Wochen nach dem 24. Lebensmonat des Kindes, Anspruch hätten die Eltern aber auf 30 bzw. 36 Monate Karenz. Vladyka: "Man muss sich also zwischen Beruf und Familie entscheiden. Will eine Mutter länger bei ihrem Kind zu Hause bleiben, dann riskiert sie ihren Job. Und wer kann sich das in Zeiten ständig steigender Arbeitslosenzahlen und trister Berufsaussichten wirklich noch leisten?"

Als "Falle gerade für die Väter" erachtet Vladyka die Zusatzverdienstgrenze von 200.000 Schilling: "Kein Vater wird seine Arbeitszeit reduzieren und gleichzeitig auf das Kinderbetreuungsgeld verzichten, nur weil er trotz Teilzeit mehr als 200.000 Schilling verdient." Als zweites Problem für die Väter führt Vladyka den mangelnden Kündigungsschutz an, wodurch die Väterkarenz zum Sterben verurteilt sei.

Um sicherzustellen, dass beim Kinderbetreuungsgeld niemand "auf der Strecke bleibt" fordert Vladyka einen zielführenden Schutz vor Armut durch eine bedarfsorientierte Mindestsicherung, die Ermöglichung und Verbesserung der Teilkarenzierung durch Rechtsanspruch inklusive Rückkehrrecht auf Vollerwerbstätigkeit, die Sicherung des Arbeitsplatzes durch einen verbesserten Kündigungsschutz während der Gesamtheit der Karenz und flächendeckende Kinderbetreuungseinrichtungen. Vladyka: "In Zeiten, in denen die Geburtenzahlen ständig rückläufig sind, muss man ganz genau darauf achten, keine zusätzlichen Hürden unseren Familien in den Weg zu legen. Es darf nicht sein, dass sich in einem sozialen Staat wie Österreich junge Familien Kinder schlichtweg nicht mehr leisten können."
(Schluss) sk

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Andreas Fiala
Tel: 02742/9005 DW 12794
Handy: 0664 20 17 137
andreas.fiala@noel.gv.atLandtagsklub der SPÖ NÖ

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSN/NSN