"Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Wahlkampf gegen sich selbst

Ausgabe vom 19. Mai 2002 Klagenfurt (OTS) Wahlkampf gegen sich selbst - Gewählt soll ja erst im Herbst 2003 werden. Man möchte meinen, der Bürger kommt da noch in den Genuss einer erklecklichen Schonfrist bis zum endgültigen Ausbruchs des Wahlkampfes. Schwer getäuscht. Die schwarz-blaue Regierung führt mit sich selbst längst beinharten Wahlkampf. Zwar hat Bundeskanzler Wolfgang Schüssel als Einziger davon noch nichts gehört, dafür hat Alt-Parteiobmann Jörg Haider bereits am Donnerstag bei seiner Befehlsausgabe das "Finale" ausgerufen. Ein bisschen früh zwar, vor allem für eine Regierung, in der ja noch zusammengearbeitet werden soll, aber dafür mit klarer Stoßrichtung. Finalgegner sei nicht die Opposition, so Haider und FP-Klubobmann Peter Westenthaler sinngemäß, sondern seien die "Bremser" in der ÖVP. Haider und Westenthaler rechnen sich aus: wer diese Regierung bevorzugt, wird eher schwarz wählen. Also müssen sich die Blauen schleunigst von den Schwarzen abheben, wollen sie bei den Wahlen auch erkennbar bleiben. Sie stehen vor der seltsamen Aufgabe, einerseits als Regierungspartei "bis zum letzten Tag der Legislaturperiode zu arbeiten" und andererseits genau gegen diese Regierung ("schwarze Bremser") zu opponieren. Wie das bis zum Herbst 2003 gehen soll, ist nur schwer zu erkennen. Immerhin, Westenthaler weiß es: Er sei "Profi" genug, um "die Sacharbeit vom Klima" zu trennen. Die Sacharbeit werde "nicht auf der Strecke bleiben". Das Klima ist es schon längst. Eine für eineinhalb Jahre ausgerufene Klimakatastrophe ist da wohl "Programm" genug.

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