Schabl: Erschreckende Arbeitslosenzahlen erfordern rasches Handeln

Arbeitsmarktdaten für April 2002 zeigen noch keine Trendwende. Über 34.000 Arbeitslose sind beim AMS gemeldet, davon sind rund 5.000 unter 25 Jahren alt

St. Pölten, (SPI) - Die aktuellen Arbeitsmarktdaten sind erschreckend: Obwohl das Wirtschaftsförderungsinstitut Anzeichen für eine Konjunktur verzeichnet, ist auf dem niederösterreichischen Arbeitsmarkt noch keine Trendwende in Sicht. Insgesamt 34.218 Arbeitssuchende sind in den regionalen Geschäftsstellen des AMS gemeldet, das sind um 4.679 (15,9 Prozent) mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Davon sind 5.092 Personen unter 25 Jahren, um 885 junge NiederösterreicherInnen mehr als 2001. Aber auch am Stellenmarkt ist die Konjunkturschwäche der zweiten Jahreshälfte von 2001 noch merkbar: Ende April sind mit 5129 offenen Stellen um 24,3 Prozent weniger als zum gleichen Zeitpunkt des vergangenen Jahres gemeldet. ****

"Seit dem Antritt der ÖVP-FPÖ-Koalition erleben wir ein kontinuierliches Ansteigen der Arbeitslosenzahlen. Doch anstelle rechtzeitiger Gegenmaßnahmen wurde die Arbeitslosenversicherung ausgeräumt und zum Stopfen von Budgetlöchern verwendet. Dieses Geld muss aber jenen zu Gute kommen, die es auch eingezahlt haben - den Arbeitnehmern", möchte der zweite Präsident des Niederösterreichischen Landtages, Emil Schabl, mit einer Qualifizierungsoffensive den Arbeitslosen helfen und gleichzeitig den Facharbeitermangel in den Griff bekommen.

Niederösterreichs Sozialdemokraten befürworten neben der verstärkten Investition in die Bildung die dringend nötigen Investitionen in die Infrastruktur, um Beschäftigung und Infrastruktur zu schaffen. Gerade das Aufschieben zahlreicher geplanter Bauvorhaben, wie der Güterzugumfahrung in St. Pölten, erschwert die Trendwende am Arbeitsmarkt. "Aber auch die Unternehmen selbst müssen gestärkt werden", möchte Schabl auch die heimischen Wirtschaft unterstützen. Ein Investitionsfreibetrag soll hier positive Impulse setzen. Alle Investitionen, die über den Durchschnitt der letzten drei Jahre hinausgehen, sollen mit 30 Prozent "Investitionszuwachsfreibetrag" entlastet werden.

Besonders dramatisch ist der Zuwachs der Jugendarbeitslosigkeit, die neuerlich stärker gestiegen ist als die Gesamtarbeitslosigkeit. Schabl: "Es ist eine Katastrophe, wenn junge Menschen nicht wissen, wie sie sich ihre Existenzgrundlage schaffen sollen. Im Vergleich zum Vorjahr sind um 36,6 Prozent mehr Lehrstellensuchende gemeldet. Hier ist die Regierung gefordert, offensiv Handlungen zu setzen." Die Maßnahmen des "Auffangnetzes für Jugendliche" nach dem Jugend-Ausbildungsgesetz sollen weitergeführt werden, Betriebe sollen vermehrt Anreize für die Schaffung von Lehrstellen erhalten und die Sparpolitik im Bildungsbereich muss beendet werden. Als Erleichterung für die Berufswahl sei die Einführung eines Pflichtfaches "Berufsorientierung" in den Mittelschulen dringend nötig.
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