Hartinger: Steirische GKK: Unsummen für Monsterprojekt verpulvert

"Die Zeit der steirischen Kassenchefs läuft heute ab!"

Wien, 2002-05-15 (fpd) Angesichts der heute ablaufenden Frist, die der Hauptverband der steirischen GKK zur Herausgabe aller Protokolle, aus denen der Informationsstand von Generaldirektor Herbert Gritzner und Kassenobmann Erwin Spindelberger zu den verschiedenen Zeitpunkten betreffend das MVB-Projekt hervorgeht, erneuerte die FPÖ-Abgeordnete Mag. Beate Hartinger ihre Forderung nach Zusammenlegung der neun Gebietskrankenkassen. ****

"Es wird eng für die beiden glücklosen Projektmanager. Das zeigt sich schon daran, daß die Herren die Schuld beim Hauptverband suchen. Denn verantwortlich können nur die damals handelnden Personen sein. Wenn also nun versucht wird, den SP-Parteikollegen Sallmutter oder dem heute noch amtierenden Geschäftsführer Probst die Schuld in die Schuhe zu schieben, dürfte das der letzte Versuch vor dem Fall sein", so Hartinger.

"Solange in den Gebietskrankenkassen Personen agieren, denen es wichtiger ist, ihre eigenen Eitelkeiten zu befriedigen, anstatt gemeinsam für die Versicherten zu arbeiten, kämpfe ich für die Zusammenlegung der GKK, um zumindest klare Verantwortlichkeiten zu schaffen", so Hartinger weiter.

Bestes Beispiel sei die zuletzt, vor allem von Seiten der Oberösterreichischen und Vorarlberger GKK, erneuerte Kritik am Ausgleichsfond des Hauptverbandes. "Während sich einerseits die strukturell begünstigten Kassen in unsolidarischer Haltung gegenseitig übertrumpfen, findet Dipl. Vw. Wieland Reiner, Chef der Vorarlberger Kasse, nichts dabei, Gelder seiner Versicherten für Doppelgleisigkeiten hinauszuschmeißen". Reiner hatte sich letzten Freitag in den Vorarlberger Nachrichten gerühmt, seine Kasse aus Teilbereichen des steirischen MVB-Projektes (Jahr 2000- und Euro-Umstellung) "ausgeklinkt" und dieselben Applikationen "billiger in Eigenregie" programmiert zu haben.

"Als diplomierter Volkswirt hätte Reiner schon erkennen können, daß es sich hierbei um eine diplomierte volkswirtschaftliche Fehlleistung handelt. Volkswirtschaftlich betrachtet, hat der Chef der Vorarlberger Kasse die zwei Teilbereiche nämlich nicht billiger, sondern doppelt programmieren lassen. An der Uni wäre er damit wohl durchgefallen!", so Hartinger.

Derartige Beispiele gebe es in Österreich leider zahlreich. Als Lösung schlägt Hartinger vor, Verwaltungsbereiche, die zwar in allen neun Kassen vorhanden seien, derzeit aber autonom und doppelgleisig arbeiten , in einer für alle neun Gebietskrankenkassen gemeinsamen Gesellschaft auszugliedern. Das größte Einsparungspotenzial läge dabei im gemeinsamen Einkauf, so Hartinger abschließend. (Schluß)

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