Staatspreis für Arbeitssicherheit 2002 verliehen

Mitterlehner: "Gesunde Mitarbeiter in gesunden Betrieben sind elementarer Bestandteil einer erfolgreichen Wirtschaftsleistung"

Wien (PWK334) - Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit
und der Kurier vergaben gestern Abend zum ersten Mal den "Staatspreis für Arbeitssicherheit". Die Preise wurden an Unternehmen vergeben, die durch außergewöhnliche Initiativen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen, der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes beigetragen haben.

Die österreichischen Arbeitnehmerschutzvorschriften gewährleisten ein sehr hohes Niveau an Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Die Wirtschaft unterstützt und fördert effiziente Maßnahmen im Arbeitnehmerschutz, weil sie das Anliegen gesunder Arbeitsbedingungen in den Betrieben ernst nimmt, und mit einem effizienten Arbeitnehmerschutz auch die Zielsetzung verbunden ist, die Kosten für Arbeitsunfälle und Krankheiten zu vermindern. Ziel muss es sein, die Sicherheit am Arbeitsplatz zu verbessern, aber gleichzeitig Bürokratie - aufgrund überzogener normativer Vorgaben -abzubauen und durch sinnvolle Regelungen und praxisgerechte Lösungen zu ersetzen.

"Gesunde Mitarbeiter in gesunden Betrieben sind elementarer Bestandteil einer erfolgreichen Wirtschaftsleistung. Denn nur mit gesunden, qualifizierten und motivierten Beschäftigten werden die Betriebe in Zukunft wettbewerbsfähig und erfolgreich sein", sagte WKÖ Generalsekretär Stv. Reinhold Mitterlehner bei der Preisverleihung.

Mitterlehner weiters: "Das gemeinsame Ziel der Sozialpartner, die Zahl der Arbeitsunfälle unter die "100.000er Grenze" zu senken, ist beinahe erreicht. Im europäischen Vergleich liegt Österreich, gemessen an den Arbeitsunfällen, mit der geringsten Unfallzahl nach Finnland an hervorragender zweiter Stelle".

Mehr als 3/4 aller Unfälle in Österreich sind den Bereichen Heim, Freizeit und Sport zuzuordnen. Während bei den Freizeitunfällen ein Anstieg zu beobachten ist, ist die Zahl der Arbeitsunfälle (rund 1/5 des Unfallgeschehens) in den letzten Jahren spürbar zurückgegangen, seit 1994 (Inkrafttreten des neuen ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes 1.1.1995) um mehr als 25%.

Arbeitsunfälle unselbständiger Erwerbstätiger (ohne Wegunfälle):
1994: 144.166
2000: 110.429
2001: 103.065
(Datenquelle AUVA)

"Die Zahlen belegen die effiziente Umsetzung von Arbeitnehmerschutzmaßnahmen und der Unfallprävention in den Betrieben und damit den erfolgreichen Einsatz der Wirtschaft in den letzten Jahren. Durch die Schaffung des Staatspreises für Arbeitssicherheit wurde ein wichtiger Impuls für die nächsten Jahre gesetzt, der einen weiteren Schritt in Richtung Fortentwicklung des Arbeitnehmerschutzes im Interesse der Betriebe und ihrer Beschäftigten ermöglicht", so Mitterlehner.

Das mit 1. Jänner 2002 in Kraft getretene Arbeitnehmerschutz-Reformgesetz unterstützt diese positive Entwicklung und ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung:
Durch die Beseitigung bürokratischer Hürden und die Schaffung flexibler und praxisgerechter Regelungen, wurde eine effizientere Umsetzung des Arbeitnehmerschutzes im Betrieb ermöglicht. Der Service- und Dienstleistungscharakter der Arbeitsinspektion gemäß dem Grundsatz "Beratung statt Strafe" wurde verstärkt und ausgebaut, um eine vernünftige partnerschaftliche Kooperation zwischen Arbeitsinspektor und Unternehmen zu ermöglichen bzw. weiter zu fördern.

Die Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit zur Vergabe des Staatspreises für Arbeitssicherheit entspricht dieser Neuausrichtung der Arbeitsinspektion und ist ausdrücklich zu unterstützen. Die Vergabe des Preises ist gerade im engen Zusammenwirken mit den Sozialpartnern geeignet, in der Praxis erfolgreiche Präventionskonzepte, betriebliche Innovationen und Modellprojekte zu identifizieren. Besondere Leistungen der Unternehmen im Arbeitnehmerschutz, die weit über gesetzliche Vorgaben hinaus gehen, werden öffentlich anerkannt und präsentiert. Neue praktische Erkenntnisse im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz werden allgemein zugänglich und tragen zur Weiterentwicklung des Arbeitnehmerschutzes bei.

Gerade im Bereich freiwilliger Initiativen zur Förderung des Wohlbefindens am Arbeitsplatz - im Arbeitnehmerschutz oder etwa im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung - liegen große Potentiale, die es in Zukunft noch verstärkt zu forcieren gilt. Die Sozialpartner haben daher gemeinsam die Initiative "Gesunde ArbeitnehmerInnen - Erfolgreiche Betriebe, Betriebliche Gesundheitsförderung eine Unternehmensstrategie der Zukunft" gestartet. Den Auftakt zu dieser Initiative bildet eine gemeinsame Veranstaltung, die heute, am 15. Mai 2002, in der WKÖ stattfindet.

Fotos zu dieser Veranstaltung finden Sie auf http://wko.at (NL)

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