Weltpremiere für neue Allende

Vorausmeldung zu News

Wien (OTS) - "Kinder akzeptieren einfach die Tatsache, dass das Leben und die Welt sehr mysteriös sind. Für sie ist alles möglich; ihre Herzen und Gedanken sind offen; sie sind frei und kreativ im Fühlen. Auch haben sie ein engeres Verhältnis zum Körper als wir; sie kennen ja keine Scham, bis ihnen die Erwachsenen davon erzählen."

So kommentiert die chilenische Autorin Isabel Allende in der morgen erscheinenden NEWS-Ausgabe ihren Roman "Die Stadt der wilden Götter", eine poetisch-philosophische Fantasy-Parabel, die laut NEWS unter bisher ungekannen Umständen auf den Markt gelangt. Das Buch, das sie ihren Enkeln gewidmet hat, erscheint Mitte August als Weltpremiere in deutscher Sprache, und zwar mit gleichem Titel und Wortlaut, aber in anderer Ausstattung bei zwei konkurrierenden Verlagen: für Erwachsene bei Suhrkamp, für Kinder bei Hanser. Übersetzungen in zehn Sprachen folgen.

Das Buch, aus dem NEWS auch eine Textprobe veröffentlicht, erzählt die Geschichte einer amerikanischen Autorin, die mit einer Gruppe in den Urwald Amazoniens aufbricht, um dort unbekannte, Yeti-artige Bestien zu finden. Ihr mitreisender fünfzehnjähriger Enkel und die Tochter des brasilianischen Reiseleiters entdecken die Wahrheit R die "Bestien" sind Götter und im Besitz der Weisheit.

Allende in NEWS über ihr Verhältnis zum Irrationalen: "Ich fühle mich den Menschen, die ich liebe, sehr verbunden, auch, wenn sie nicht physisch bei mir sind. Zum Beispiel meine Mutter in Chile, oder meine verstorbene Tochter. Ich bin nicht religiös, aber ich habe einen praktischen Umgang mit der Spiritualität, der mich gesund erhält. Nach dem Tod meiner Tochter habe ich einen weit größeren Einklang mit der Welt des Spirituellen gefunden. Für mich ist der Tod nicht das Ende, nur eine andere Station auf der Reise der Seele. Ich habe keine Angst vor dem Altwerden und Sterben. Natürlich fürchte ich mich davor, krank und hilflos zu sein. Da würde ich einen schnellen Tod vorziehen."

Und zum Erstarken der europäischen Rechten um Berlusconi, Le Pen oder Haider: "Augenblicklich schwingt das Pendel an ein paar Orten nach rechts. Aber wenn wir uns die Geschichte ansehen, erkennen wir, dass es langsam, aber sicher und stetig in die Richtung einer liberaleren, demokratischeren, gerechteren und toleranteren Zivilisation ging. So wird die Menschheit womöglich auch Rassismus, Nationalismus und diverse Abarten der Bigotterie überwinden. Mord an politischen Führern löst kein Problem, denn Führer sind nie allein, sondern repräsentieren eine Gruppe. In einer zivilisierten Welt ist Platz für jeden. Auch für einen, den wir verachten."

Rückfragen & Kontakt:

Sekretariat NEWS
Chefredaktion
Tel.: (01) 213 12 DW 1103

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NES/NES/OTS