"Fabrik der Zukunft": Neue Wege für umweltverträgliche Kälteerzeugung

Wien (OTS) - Im Rahmen des Forschungsförderungsprogramms "Fabrik der Zukunft" des Infrastrukturministeriums (BMVIT) untersuchen Wissenschafter des Joanneum Research die Einsatzmöglichkeiten von Kältemaschinen, die nach dem "Stirling-Prinzip" funktionieren. Auf Grund des steigenden Bedarfs an Kälte für Klima-Anlagen und Lebensmittel-Lagerung soll diese Kühl-Methode vor allem für mehr Umweltverträglichkeit und eine gesteigerte Energie-Effizienz sorgen.

Stirling-Kältemaschinen sind Maschinen, die durch den Einsatz von mechanischer Energie auf einer Seite Kälte und auf der anderen Seite Wärme erzeugen. Das "Stirling-Prinzip" scheint für den Einsatz als Kältemaschine wegen des Verzichts auf ozonschichtabbauende bzw. zum Treibhauseffekt beitragende Kältemittel und dem sparsamen Energie-Verbrauch für bestimmte Anwendungen am geeignetsten zu sein.

Als "Arbeitsgas" werden bei dem Forschungsprojekt ausschließlich Gase der Biosphäre (z.B.: Stickstoff, Helium, Wasserstoff) betrachtet. Beabsichtigtes Ziel der Wissenschafter ist es, in bestimmten Fällen eine zur konventionellen Kältetechnik vergleichbare Wirtschaftlichkeit zu erreichen. Weiters wollen die Experten bestehende technische Probleme und den Entwicklungsbedarf bis zur technischen Reife der Stirling- Kältetechnik aufzeigen.

Untersucht werden Einsatzgebiete der Stirling-Kältemaschinen für Kälteanwendungen im umgebungsnahen Temperaturbereich (von ca.-50 bis +20 Grad C). Dabei gliedert sich das Projekt in vier Phasen:

- Phase 1: Ermittlung des aktuellen Wissensstandes durch gezielte Informationsbeschaffung über bestehende Forschungsprojekte.

- Phase 2: Die Auswahl des für die Kältetechnik geeignetsten Stirling-Systems.

- Phase 3: Vergleich der Stirling-Technologie mit der konventionellen Kältetechnik für die Bereiche Klimakälte mit Nutzlufttemperaturen von 10 bis 18 Grad C, Lebensmittel-Frischhaltung mit Kühlraumtemperaturen von 1 bis 5 Grad C, Gefrierlagerung für Industrie und Handel mit Temperaturen von -5 bis -40 Grad C und Schockgefriertechnik für die Lebensmittelproduktion mit Temperaturen von -40 bis -50 Grad C.

- Phase 4: Dokumentation der gesammelten Ergebnisse

Die Forschungsergebnisse sollen eine aktuelle Bewertung der Stirling-Technologie zur umgebungsnahen Kälteerzeugung ermöglichen, sowie bestehende wirtschaftliche und technische Probleme aufzeigen und Empfehlungen für den weiteren Entwicklungsbedarf geben.
Das Forschungsförderungsprogramm "Fabrik der Zukunft" wird im Rahmen des Impulsprogramms "Nachhaltig Wirtschaften" des Infrastrukturministeriums durchgeführt. Für die erfolgreiche Abwicklung des Programms ist der Forschungsförderungsfonds für die gewerbliche Wirtschaft (FFF) zuständig.

In der ersten Antragsrunde des Programms wurden 20 Projekte ausgewählt. Die zweite Ausschreibungsrunde startete im März, Ende des Jahres 2002 soll ein dritter Aufruf für Projekteinreichungen veröffentlicht werden. Heuer und nächstes Jahr stehen jeweils rund 2,54 Mill. Euro für Forschungsprojekte zu den Themenbereichen "Technologien und Innovationen bei Produktionsprozessen", "Nutzung nachwachsender Rohstoffe" und "Produkte und Dienstleistungen" zur Verfügung.

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Dipl.-Ing. Dr. Rudolf Stiglbrunner
JOANNEUM RESEARCH
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