Sozialpartner starten Initiative für betriebliche Gesundheitsförderung

ÖGB-Leutner: "Neue Strategien zur Verringerung der Zahl der Arbeitsunfälle"

Wien (ÖGB). "131.965 Arbeitsunfälle pro Jahr verlangen nach konkreten Maßnahmen für einen besseren Schutz der Gesundheit im Betrieb. Deshalb haben die Sozialpartner nun eine Initiative für betriebliche Gesundheitsförderung gestartet, mit der die Zahl der Berufskrankheiten und Unfälle am Arbeitsplatz deutlich gesenkt werden soll", erklärte Dr. Richard Leutner, Leitender Sekretär des ÖGB, bei der Eröffnung der Sozialpartner-Enquete "Gesunde ArbeitnehmerInnen -Erfolgreiche Betriebe".++++

Die Bedeutung der betrieblichen Gesundheitsförderung zeige sich auch an den Ergebnissen der regelmäßigen Befragungen, die der ÖGB unter den ArbeitnehmerInnen durchführt, so Leutner. Hier rangiert die bessere Gestaltung der Arbeitsbedingungen regelmäßig unter den drei meistgenannten Anliegen. Angesichts
von durchschnittlich fünf geleisteten Überstunden pro Woche und ArbeitnehmerIn, etwa 300.000 NachtarbeiterInnen und rund einer halben Million Schicht-, Wechsel- und TurnusarbeiterInnen in Österreich sei es klar, dass auf die Gestaltung des Arbeitsumfeldes ein entsprechender Wert gelegt werden müsse.

"Mit Unterstützung einzelner BetriebsrätInnen wurden bereits erfolgreiche Projekte der betrieblichen Gesundheitsförderung durchgeführt", sagte Leutner. So konnte die Firma HABAU Hoch und Tiefbau GmbH ihre überdurchschnittlich hohen Krankenstandszeiten senken, indem gemeinsam mit Betriebsrat, Arbeitsmediziner und den MitarbeiterInnen Strategien für ein gesünderes Arbeitsumfeld entwickelt wurden. Schulungen zur Verringerung der Wirbelsäulenbelastung und die Ausbildung von MultiplikatorInnen für Ausgleichsübungen im Arbeitsalltag ergänzten das Projekt, das im Oktober 2000 vom österreichischen Netzwerk für Gesundheitsförderung mit dem ersten Preis für betriebliche Gesundheitsförderung prämiert wurde.

"Betriebliche Gesundheitsförderung bedeutet nicht nur Verhaltensprävention sondern muss auch in die Arbeitsbedingungen einfließen", betonte auch der Experte der steirischen Arbeiterkammer, Mag. Karl Schneeberger. In der Steiermark laufen derzeit Sozialpartnergespräche zur Schaffung einer Musterbetriebsvereinbarung zur betrieblichen Gesundheitsförderung. "In unserem Modell ist die Auswertung der Krankenstandsdaten nur bei konkreten Projekte vorgesehen, auf die Einbeziehung des Betriebsrates ist unbedingt zu achten", so Schneeberger abschließend.(tb)

ÖGB, 15. Mai 2002
Nr. 439

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