Pressestimmen/Vorausmeldung

Klagenfurt (OTS) - Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: Kollektives Hurra - aber warum?=

Utl.: Ausgabe vom 15. Mai 2002=

Abgefeiert wird sie in Superlativen mit dem
Touch des coolen Jugendslangs und einer epochalen Würde:
"Megaprojekt", "Jahrhundertsreform", "historisch bedeutsamste Weichenstellung". Die Abfertigung Neu scharrt in den Startlöchern -und Österreich erstößt sich in Lobeshymnen, findet sich im kollektiven Hurra vereint. Warum? Vielleicht sieht man vor lauter Einigkeit den Inhalt nicht...

Die Abfertigung Neu muss mehr sein als das Schnüren eines Rucksackes, der - gleichgültig ob Selbstkündigung oder einvernehmlicher Abgang - ein hübsches Sümmchen in die Pension rettet. Die Abfertigung Neu muss mehr sein als ihr Anspruch ab dem ersten Tag im Dienst. Sie muss mehr sein als die Miteinrechnung von Kindererziehungszeiten. Und sie muss mehr sein als... - doch sie
ist nicht mehr. Die Abfertigung Neu erschöpft sich in eben dem. Sie geht um keinen Deut darüber hinaus. Nein. Sie ist die Reduktion auf ihr Vorgängermodell mit bestenfalls dort einem Blümchen, da einem Zuckerl. Das war´s.

Dürftig - mit einem Wort. Dürftig, weil sie derart weit von einem Fangnetz (oder von einem weiteren Standbein) für das Pensionssystem entfernt ist, dass es direkt lächerlich wirkt. Denn just als solches war die Abfertigung angedacht: als Säule des rot-weiß-roten Pensionsmodells. Eine Säule, die von 1,53 Prozent des Bruttolohns gespeist wird, ist aber nicht wirklich als Stütze angebracht: Was man da in besagtem Rucksack über die Runden bringt, ist nicht mehr als Zubrot. Von einem steuerlichen Anreiz, der die Vorsorge würzen könnte, gar nicht zu reden...

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