Lichtenberger: Blauer Doppelangriff von Finanz- und Verkehrsminister auf öffentlichen Verkehr

Verkauf der Postbusse an ÖBB bringt Verschlechterung für ländlichen Raum

OTS (Wien) - "Der Verkauf der Postbusse an die ÖBB bringt eine massive Verschlechterung für das Bus-Angebot im ländlichen Raum", befürchtet die Verkehrssprecherin der Grünen, Eva Lichtenberger, und weiter: "Es wird zwar eine Doppelgleisigkeit im Bereich des öffentlichen Bus-Verkehrs bereinigt, doch erfolgt die Zusammenführung in der falschen Richtung. Besser wäre eine Übertragung der Bahnbusse an den Postbus, da dieser über eine höhere Kompetenz, besseres Know-how und mehr engagierte MitarbeiterInnen verfügt."

Der eingeschlagene Sanierungsweg hätte fortgesetzt und dem Vorbild der Schweizer Postbusse nachgeeifert werden können. Erfahrungsgemäß widmeten die ÖBB dem Regionalverkehr wenig Augenmerk. Die Stilllegung von Regionalbahnen ist ein schlagendes Beispiel für die geringe Bereitschaft der ÖBB, sich für ein expansives und attraktives ÖV-Angebot einzusetzen. Durch die Übernahme der Postbusse wird für die ÖBB die Einstellung weiterer Nebenbahnen erleichtert, da ja auf das hauseigene Busangebot verwiesen werden kann, ergänzt Lichtenberger.

"BM Reichhold und BM Grasser holen nun gemeinsam zum Kahlschlag des Öffentlichen Verkehrs im ländlichen Raum aus, denn die Übergabe von bis zu 49 Prozent% der Bus-Linien an Private bedeutet entweder die Abkoppelung ganzer Regionen oder zwingt die öffentliche Hand zu erhöhten Zuwendungen an Private", so Lichtenberger.

Angesichts dieser verfehlten Weichenstellung, ist die gänzliche Dezentralisierung der Finanzierung für den öffentlichen Regionalverkehr unabdingbar. Nach dem Vorbild in der BRD muß den Ländern der adäquate Anteil am Ökobonus und an den Schülerfreifahrten vom Bund überwiesen werden, damit sie ihre Besteller-Funktion in vollem Umfang ausüben können und ein Gegengewicht gegenüber dem Beinahe-Monopolisten ÖBB entwickeln können, fordert Lichtenberger abschließend

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