Kräuter: Rechnungshof deckt Gagen-Skandale auf

Traumhafte Managergehälter für Lehrlingsabbau

Wien (SK) Der neue Rechnungshofbericht über die Einkommen in der öffentlichen Wirtschaft des Bundes 1999/2000 decke unglaubliche Skandale auf, so SPÖ-Rechnungshofsprecher Günther Kräuter Dienstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. Während auf der einen Seite 20 Prozent der Lehrstellen (ein minus von 1.378 Lehrlingsstellen in absoluten Zahlen) abgebaut wurden, zum Teil die durchschnittlichen Einkommen der ArbeiterInnen und Angestellten gesenkt wurden, konnten die Manager Traumgagen einstreifen. "Es ist unglaublich, wie die unsoziale Politik der blau-schwarzen Bundesregierung in den staatsnahen Unternehmen zu Ungunsten der Lehrlinge und Beschäftigten umgesetzt wurde", betonte Kräuter. ****

Im Gegensatz dazu konnten es sich die Manager unter den Augen des Finanzministers Grasser richten: In völlig unauffälligen Unternehmungen, die auch wirtschaftliche keine hohe Bedeutung haben, wurden die Managergehälter zum Teil um 50 Prozent angehoben. Bei der Tyrolean Airways etwa wurde ein der blau-schwarzen Bundesregierung nicht genehmer Manager ausgetauscht; er erhielt dafür im Jahr 2000 ein Gehalt von 56,5 Mio. Schilling, davon 50,9 Mio. Schilling Pensionsabfindung. "Das ist eine unglaubliche Verschwendung von Steuermitteln. Wer das zu verantworten hat, müsste von sich aus zurücktreten", so Kräuter.

Auch bei der Print Media Austria AG stellte der Rechnungshof unglaubliche Vorgänge fest. Die Managergehälter stiegen von 3,7 Mio. Schilling im Jahr 1999 auf 5,73 Mio. Schilling im Jahr 2000. Darüber hinaus wurden im Jahr 2000 Abfertigungen in Höhe von 29,9 Mio. Schilling an die Vorstandsmitglieder geleistet. "Gleichzeitig wurden von 171 Beschäftigten 140 abgebaut, was bedeutet, dass jene zwei Vorstände, die 5,73 Mio. Schilling Gage jeweils im Schnitt kassieren, nunmehr über 31 Beschäftigte herrschen. Ebenfalls ein ungeheuerlicher Skandal", kritisierte Kräuter.

Aber auch in völlig anderen Branchen, beispielsweise bei den Österreichischen Bundesforsten kam es zu schwindelerregenden Vorgängen. Als Durchschnittsgehalt wurden im Jahr 1999 für die zwei Vorstandsmitglieder 2,7 Mio. Schilling ausgewiesen. Nunmehr werden als Durchschnittsgehalt 10,2 Mio. Schilling ausgewiesen, was laut Rechnungshof auf eine Pensionsabfindung zurückzuführen ist. "Hier erhebt sich die Frage, wer hat die 15 Mio. Schilling kassiert, wenn die Gehälter sonst nicht angestiegen sind? Und braucht man für die Verwaltung von Wäldern zwei Vorstandsmitglieder, die beinahe sechs Mio. Schilling im Jahr gemeinsam verdienen?", so Kräuter.

"Ich danke jedenfalls dem Präsidenten des Rechnungshofes, Dr. Fiedler, für diesen Bericht, mit dem etwas Transparenz in diesen Gehälterdschungel gebracht werden konnte", schloss Kräuter. (Schluss) ml/mp

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