Leitl: Wirtschaft hat großes Interesse an Weiterentwicklung des heimischen Kapitalmarktes

Im Zuge des 2. Kapitalmarktsymposiums fordert WKÖ-Präsident Leitl bessere Rahmenbedingungen und steuerliche Anreize für Unternehmen - "Gemeinsam zum Erfolg"

Wien (PWK332) - Während des 2. Kapitalmarktsymposiums im Haus der Wirtschaft signalisierte WKÖ-Präsident Christoph Leitl großes Interesse der Wirtschaft an der Weiterentwicklung des heimischen Kapitalmarktes. "Gemeinsam zum Erfolg" sei die Devise, so der WKÖ Präsident.

Obwohl Österreich ein guter Wirtschaftsstandort sei, so gibt es im Bereich des Kapitalmarktes durchaus Defizite. "Nach wie vor besteht in Österreich Aufholbedarf in der Eigenkapitalfinanzierung, sowohl von außen als auch aus dem Unternehmen", so Leitl. Die niedrigste Marktkapitalisierung in Prozent des BIP, die niedrigste Aktionärsquote an der Börse als auch die Schlusslichtrolle Österreichs im Bereich des Venture Kapitalmarktes sind ein deutliches Zeichen für den Nachholbedarf in diesem Bereich. Auch bei der Eigenkapitalfinanzierung aus dem Unternehmen besteht insgesamt eine Fremdkapital-Lastigkeit in der Finanzierung der Wirtschaft. "Vereinfacht gesprochen gilt in Österreich die Devise - je kleiner das Unternehmen, desto weniger das Eigenkapital".

In Hinblick auf die anstehende EU-Erweiterung sei es daher unbedingt notwendig, so rasch wie möglich bessere Rahmenbedingungen für den gesamten Kapitalmarkt zu schaffen. Dass das prinzipielle Interesse dazu bereits vorhanden ist, signalisierte die Regierung bereits durch die Bestellung eines eigenen Kapitalmarktbeauftragten. Ein weiterer Schritt muss nun sein, so Leitl weiter, dass auch steuerlich attraktive Bedingungen geschaffen werden, die den Unternehmen ein erfolgreiches wirtschaften ermöglichen.

Die sich ändernden Rahmenbedingungen für die Unternehmensfinanzierung, wie sie u.a. durch Basel II geschehen werden, sind somit gleichzeitig eine Chance für die Wiener Börse, die sich im Sinne einer Nischenstrategie auf österreichische mittelständische Unternehmen konzentrieren kann. Die österreichische Wirtschaft braucht einen effizienten und funktionierenden Kapitalmarkt.

In diesem Zusammenhang sei es daher begrüßenswert, so Leitl abschließend, dass sich die Wiener Börse nun verstärkt dieser Thematik annimmt um so, gemeinsam mit allen beteiligten Institutionen, zukunftsorientierte Strategien zu entwickeln.

In der anschließenden Podiumsdiskussion waren sich alle Teilnehmer durchaus einig, dass eine erfolgreiche Veränderung des österreichischen Kapitalmarkts nur durch steuerliche Anreize, verbesserte Information und vor allem nur gemeinsam erreicht werden kann.

Wolfram Littich, Mitglied des Vorstandes der Allianz Elementar Versicherung, dazu: "Der Hauptansatzpunkt für einen erfolgreichen Börsegang sind Förderungen, wie sie in anderen Ländern bereits durchaus üblich sind. Zur Zeit existieren in Österreich genug Unternehmen, die, wenn man die wirtschaftliche Seite betrachtet, durchaus zu einem Börsegang in der Lage wären, diesen Schritt aber aus den unterschiedlichsten Faktoren, wie z.B. mangelnde Information bzw. fehlender Anreiz, nicht wagen. Diese Defizite gilt es nun zu beheben. Positiv zu erwähnen sei aber sicherlich der bevorstehende Generationenwechsel in zahlreichen Firmen, welcher ein Ansteigen der Börsengänge in naher Zukunft erwarten lasse, so Littich.

Walter Rothensteiner, Obmann der Bundessparte Bank und Versicherung der WKÖ, schloss sich dieser Meinung an, gab allerdings zu bedenken, dass die Banken alleine nicht dafür sorgen können, dass der Kapitalmarkt ins Laufen kommt. Sie seien aber gerne dazu bereit einen entsprechenden Beitrag zu leisten. Die Aufgabe der Banken sei es vorwiegend das ganze System in Bewegung zu halten bzw. bei bereits getätigten Börsegängen darauf zu achten, dass diese auch weiterhin erfolgreich verlaufen. Voraussetzung für eine gewinnbringende Situation sei es allerdings, die nötigen steuerlichen Anreize zu bieten. "Denn zur Zeit sieht es leider so aus, dass die Banken zwar hungrig wären Unternehmen an die Börse zu bringen, es allerdings an den Firmen mangelt die letztendlich zu diesem Schritt bereit sind", so Rothensteiner.

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