OMV Zwischenbericht über das 1. Quartal 2002

Wien (OTS) - - Betriebserfolg (EBIT) im ersten Quartal 2002 sank um 60% auf 80 Mio EUR (1-3/01: 199 Mio EUR) und war besonders durch schwache Raffineriemargen und gesunkene Rohölpreise gegenüber dem Vorjahr beeinflusst.

- EBIT vor Sondereffekten fiel um 62% auf 79 Mio EUR (1-3/01: 208 Mio EUR).

- E & P von niedrigeren Rohöl- und Erdgaspreisen beeinflusst; R & M litt unter extrem niedrigen Raffineriemargen trotz verbesserten Marketing-Ergebnissen; Erdgas profitierte von besseren Supply-und Marketing-Ergebnissen; C & K konnte Absatzvolumen steigern, verzeichnete jedoch niedrigere Preisniveaus und höhere Kosten.

- Konzernumsatz verringerte sich um 17% auf Grund gesunkener Produktenpreise, die großteils dem niedrigen Rohölpreis folgten.

- Periodenüberschuss sank um 69% auf 40 Mio EUR, das Ergebnis je Aktie (EPS exklusive Minderheitenanteile) betrug 1,34 EUR und das EPS vor Sondereffekten lag bei 1,32 EUR.

- Ergebnisse für 2002 werden weiterhin von niedrigen Raffineriemargen und Petrochemiepreisen beeinflusst, jedoch wird eine Erholung gegen Jahresende erwartet; Schwerpunkt der Strategie zielt weiterhin auf Investitionen in organisches Wachstum in E & P, Marketing und Melamin ab.

Wolfgang Ruttenstorfer, Generaldirektor des OMV Konzerns, sagte zum 1. Quartal: "Bereits bei der Präsentation des Rekordjahres 2001 vor rund zwei Monaten haben wir darauf hingewiesen, wie schwierig die derzeitigen Marktbedingungen sind. Dieses schwierige Umfeld hat sich fast auf alle unsere Geschäftsbereiche negativ ausgewirkt. Die Raffineriemargen sind massiv eingebrochen und lagen auf historischen Tiefstständen, teilweise waren sie sogar negativ. Darüber hinaus sanken die Produktenpreise und -margen in der Petrochemie deutlich ab. Wie wir bereits bei der Bilanzpressekonferenz 2001 ankündigten, wird ein Rückgang der Ergebnisse 2002 nicht vermeidbar sein.

Wir sind zuversichtlich, dass unser strategischer Kurs der letzten Jahre richtig war und wir OMV gut für diese schwierigen Umfeldbedingungen gerüstet haben. Die Restrukturierungs- und Kosteneinsparungsprogramme der letzten Jahre haben uns geholfen, diese schwierigen Bedingungen zu meistern. Wir halten weiters an unseren langfristigen Zielen fest und werden das Wachstum aus eigener Kraft in den Bereichen Exploration und Produktion, Marketing und Melamin weiter forcieren, um unser Ziel, die Verdopplung unserer produzierten und verkauften Mengen innerhalb der nächsten fünf bis sieben Jahre, zu erreichen."

Aktienkurs 1.Q/02 in EUR
Schluss: 109.39
Hoch: 103.39
Tief: 90.15
Schlusskurs 13. Mai 2002: 101,21 EUR

News Release

OMV Zwischenbericht über das 1. Quartal 2002

1.Q/02 1.Q/01 in Million EUR 1-3/02 1-3/01 2001
80 199 Betriebserfolg (EBIT) 80 199 610
79 208 Betriebserfolg vor
Sondereffekten 79 208 702
60 185 EGT 60 185 570
40 127 Periodenüberschuss 40 127 382 34 123 Periodenüberschuss nach
US GAAP 34 123 389 1.593 1.910 Umsatz 1) 1.593 1.910 7.736 150 402 Mittelzufluss aus der
Betriebstätigkeit 150 402 786 5.700 5.669 MitarbeiterInnen 5.700 5.669 5.659

1) Umsätze exklusive Mineralölsteuer

Auf einen Blick aus den Bereichen:

E & P: Produktionsstart des Gasfelds Skene und des Öl- und Gasfelds Jade im UK.
R & M: Niedrigste Raffineriemargen seit über mehr als 10 Jahren. Erdgas: Verhandlungen über eine gemeinsame österreichische Vertriebsfirma laufen; Abschluss im Laufe dieses Jahr erwartet.
C & K: Steigerung der Verkaufsmengen, jedoch niedrigere Preise und Margen.

OMV, der mitteleuropäische Öl- und Erdgaskonzern, gibt heute die Ergebnisse für das erste Quartal 2002 bekannt.

Wie erwartet waren die Marktbedingungen im ersten Quartal 2002 vielfach sehr herausfordernd. Im Gleichklang mit der ganzen Branche litt auch OMV unter den gesunkenen Öl- und Produktenpreisen und den seit über mehr als 10 Jahren schlechtesten Raffineriemargen, die die verbesserten Ergebnisse in Marketing und Erdgas sowie die gestiegenen Absätze in C & K überkompensierten. Der Betriebserfolg (EBIT) im ersten Quartal 2002 sank um 60% auf 80 Mio EUR und der Betriebserfolg vor Sondereffekten reduzierte sich um 62% auf 79 Mio EUR. Der Jahresüberschuss fiel um 69% auf 40 Mio EUR.

Einer der wichtigen Parameter ist die Situation am Erdöl- und Erdgasmarkt. Die weltweite Nachfrage nach Rohöl verringerte sich um 1,3% bzw. um 1 Mio bbl/d auf 76,3 Mio bbl/d im ersten Quartal 2002, was hauptsächlich auf die geringere Nachfrage in den USA zurückzuführen war. Die Ölproduktion war nach Förderkürzungen von 1,5 Mio bbl/d mit 76,3 Mio bbl/d gleich hoch wie die Nachfrage. Für einen Produktionsrückgang von 3 Mio bbl/d war die OPEC verantwortlich, während Russland die Produktion erhöhte und Saudi Arabien als größten Erdölproduzenten ablöste. Wegen der Nahost-Krise und den im Jänner beginnenden Förderkürzungen der OPEC kam es zu einer erhöhten Nervosität an den Ölmärkten.

Der US Dollar wurde im ersten Quartal stärker und der Euro verlor 5% an Wert, sodass der durchschnittliche Wechselkurs von 0,92 USD/EUR im ersten Quartal 2001 auf 0,88 USD/EUR sank.

Gewinn- und Verlustrechnung

Der Konzernumsatz exklusive Mineralölsteuer sank in den ersten drei Monaten um 17% auf 1.593,29 Mio EUR (1-3/01: 1.909,91 Mio EUR). Dieser Rückgang ist vor allem auf niedrigere Produktenpreise als Reaktion auf die gesunkenen Rohölpreise zurückzuführen. Der Bereich Raffinerien und Marketing (R & M) trug mit 66% zum Konzernumsatz bei, gefolgt von Erdgas mit 23%, Chemie und Kunststoffe (C & K) mit 8% und Exploration und Produktion (E & P) mit 3%.

Als Folge des Verfalls der europäischen Raffineriemargen und der niedrigeren Ölpreise in E & P reduzierte sich der Betriebserfolg (EBIT) des Konzerns um 60% auf 80,11 Mio EUR (1-3/01: 199,38 Mio EUR). Der Bereich Erdgas konnte das Ergebnis des Vorjahrs in etwa halten, während das Quartals-EBIT in C & K im Periodenvergleich von 17,68 Mio EUR auf 12,51 Mio EUR sank. Das EBIT vor Sondereffekten verringerte sich um 62% auf 79,21 Mio EUR (1-3/01: 208,18 Mio EUR).

Der Zinsensaldo verbesserte sich um 4,35 Mio EUR auf Grund der niedrigeren Nettoverschuldung, die um 28,16 Mio EUR niedriger als per Jahresende 2001 war. Der Beteiligungsertrag aus der Equity-Konsolidierung von Borealis sank im Periodenvergleich von einem Beitrag von 0,60 Mio EUR auf einen Verlust von 10,75 Mio EUR. Das Ergebnis der Borealis verschlechterte sich, analog zur gesamten Branche, durch niedrigere Margen, deren Auswirkungen auch durch 7% höhere Absatzmengen nicht kompensiert werden konnten. Außerdem verzeichnete Borealis einen höheren Zinsaufwand durch eine höhere Verschuldung und Wechselkursdifferenzen. Zusammengefasst betrachtet, stieg der Finanzerfolg im OMV Konzern auf einen Aufwand von 20,42 Mio EUR (1-3/01: 14,62 Mio EUR).

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sank auf 59,69 Mio EUR (1-3/01: 184,77 Mio EUR). Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag verringerten sich im Berichtszeitraum von 54,38 Mio EUR auf 19,71 Mio EUR. Die Steuerquote stieg leicht von 31% auf 33%, und der Periodenüberschuss sank um 69% auf 39,97 Mio EUR (1-3/01: 127,45 Mio EUR).

Bilanz, Verschuldungsgrad und Investitionen

Die Bilanzstruktur blieb im ersten Quartal solide und der Verschuldungsgrad (Verhältnis Nettoverschuldung zu Eigenkapital) sank per Ende März auf 16% (2001: 17%). Die Nettoverschuldung sank von 385,89 Mio EUR per Ende 2001 auf 357,73 Mio EUR per Ende März 2002. Per 31. März 2002 standen Bankverbindlichkeiten, Überziehungen und Konzern-Clearing-Verbindlichkeiten von 648,04 Mio EUR (31. 12. 2001:
605,99 Mio EUR) einem monetären Umlaufvermögen und Konzern-Clearing-Forderungen von 290,31 Mio EUR gegenüber (31. 12. 2001: 220,10 Mio EUR).

Die Bilanzsumme stieg um 4% auf 6 Mrd EUR (31. 12. 2001: 5,77 Mrd EUR). Das Anlagevermögen erhöhte sich auf 4,06 Mrd EUR (31. 12. 2001:
3,98 Mrd EUR). Die Zugänge zum Anlagevermögen betrugen 161,61 Mio EUR (1-3/01: 150,84 Mio EUR), wovon rund 69% auf Zugänge auf das Sachanlagevermögen entfielen (1-3/02: 111,95 Mio EUR; 1-3/01: 102,50 Mio EUR). Die Zugänge zu den Finanzanlagen beliefen sich auf 41,10 Mio EUR (1-3/01: 39,43 Mio EUR) und die Zugänge zu den immateriellen Vermögensgegenständen auf 8,55 Mio EUR (1-3/01: 8,91 Mio EUR). Das Umlaufvermögen stieg um 9% auf 1,79 Mrd EUR (31. 12. 2001: 1,63 Mrd EUR).

Die Investitionen stiegen um 5% von 123,65 Mio EUR auf 129,56 Mio EUR. Der Großteil mit 47% floss in den Bereich R & M. E & P und Erdgas investierten rund 26% bzw. 24% der Gesamtsumme und auf C & K entfielen rund 2% des Volumens.

Das Eigenkapital stieg um 2%, während die Eigenkapitalquote des Konzerns mit 38% leicht unter dem Stand per 31. Dezember 2001 mit 39% war. Die eigenen Anteile erhöhten sich wegen des höheren Kurses auf 9,21 Mio EUR im Vergleich zu 9,04 Mio EUR (die Aktienrückkäufe 2000 und 2001 beliefen sich insgesamt auf 96.000 Stück). Die Verbindlichkeiten stiegen um 8% auf Grund höherer Bank- und Steuerverbindlichkeiten.

Cash-flows

Der Cash flow aus dem Ergebnis mit Berücksichtigung der unbaren Aufwendungen und Erträge verringerte sich um rund 36% auf 134,21 Mio EUR (1-3/01: 208,74 Mio EUR), was hauptsächlich auf den gesunkenen Periodenüberschuss auf Grund der schwierigen Umfeldbedingungen im Raffinerie- und E & P-Bereich zurückzuführen ist. Das Nettoumlaufvermögen sank im ersten Quartal um 16 Mio EUR, bedingt durch höhere Vorräte (durch Vorgaben des Erdölbevorratungsgesetz) und Forderungen, denen gestiegene Verbindlichkeiten entgegen standen (1-3/01: Abnahme um 193,49 Mio EUR). Somit sank der Mittelzufluss aus der Betriebstätigkeit auf 150,21 Mio EUR (1-3/01: 402,23 Mio EUR.

Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit verringerte sich von 121,98 Mio EUR auf 100,30 Mio EUR und beinhaltete Zuflüsse aus Abgängen von 7,87 Mio EUR (1-3/01: 33,72 Mio EUR). Der Cash flow aus der Finanzierungstätigkeit zeigte letztes Jahr auf Grund der Reduktion kurzfristiger Verbindlichkeiten durch liquide Mittel, einen Mittelabfluss von 250,28 Mio EUR, und drehte im ersten Quartal 2002 auf einen Mittelzufluss von 44,63 Mio EUR. Die liquiden Mittel stiegen um 95,50 Mio EUR von 189,14 Mio EUR zu Jahresanfang auf 284,64 Mio EUR per Ende März (2001: Anstieg um 31,65 Mio EUR auf 121,96 Mio EUR).

US GAAP

Der Jahres- bzw. Periodenüberschuss und das Eigenkapital nach US GAAP weichen hauptsächlich auf Grund unterschiedlicher Bewertungsregeln für Vermögensgegenstände und Schulden, abweichender Regelungen für die Behandlung von Bewertungsänderungen sowie unterschiedlicher Zeitpunkte für die Verbuchung von Geschäftsfällen von den öHGB-Werten ab. Als markanteste Überleitungspositionen sowohl für das Eigenkapital als auch für den Periodenüberschuss sind die Abschreibungen, Restrukturierungsaufwendungen, Pensionen, Lösungskosten und Jubiläumsgelder sowie die daraus resultierenden latenten Steuern zu nennen.

Nach US GAAP-Regeln erhöhte sich das Eigenkapital auf 2,39 Mrd EUR (31. 12. 2001: 2,34 Mrd EUR), d. h. um rund 4% höher als das entsprechende Eigenkapital nach öHGB mit 2,30 Mrd EUR. Die Hauptgründe für die Erhöhung waren Abschreibungen, Rückstellungen und Restrukturierungen, während die Überleitungsrechnung bei Pensionen, Abfindungs- und Jubiläumsgelder und latente Steuern das Eigenkapital verringerten. Der Periodenüberschuss nach US GAAP für das erste Quartal betrug 33,87 Mio EUR (1-3/01: 55,35 Mio EUR), und war somit um 6% geringer als das öHGB-Ergebnis mit 36,02 Mio EUR (exklusive Minderheitenanteile). Die ergebniserhöhenden Überleitungspositionen bei Abfertigungs-, Pensions-, und Jubiläumsgeldaufwendungen, Anteilskäufen von assoziierten Unternehmen (gemäß SFAS 141 und 142) und latenten Steuern wurden abgeschwächt durch Buchwertabschreibungen bei derivativen Instrumenten gemäß US GAAP-Richtlinien.

Das Ergebnis je Aktie (EPS) gemäß US GAAP betrug 0,57 EUR (1-3/01:
4,55 EUR) und war somit beträchtlich niedriger als nach öHGB-Vorgaben. Der Hauptgrund für das niedrigere EPS gemäß US GAAP sind die nicht amortisierten passiven Ausgleichsposten (Badwills) aus Akquisitionen vor dem 1. Juli 2001. Diese wurden für das Jahr 2002 mit 18,44 Mio EUR ergebniswirksam aufgelöst und als Ertrag aus einer Bewertungsänderung gemäß SFAS 141 vereinnahmt. Als solches wurde dieser Effekt bei der Gewinnberechnung je Aktie wieder eliminiert.

MitarbeiterInnen

Per Ende März 2002 stieg der Personalstand der OMV Konzerns geringfügig um 41 Personen auf 5.700 MitarbeiterInnen (31. 12. 2001:
5.659), bedingt durch verstärkte Aktivitäten in den Bereichen E & P und R & M.

Die Geschäftsbereiche: Exploration and Produktion (E & P)

1.Q/02 1.Q/01 in Millionen EUR 1-3/02 1-3/01 2001 47,99 99,23 Betriebserfolg 47,99 99,23 272,97 47,99 100,75 Betriebserfolg vor
Sondereffekten 47,99 100,75 311,75

Der durchschnittliche Rohölpreis der Sorte Brent im ersten Quartal 2002 betrug 21,14 USD/bbl (1-3/01: 25,84 USD/bbl). Zu Jahresbeginn lag der Ölpreis bei 19 USD/bbl und schwankte im Jänner und Februar zwischen 18 und 21,5 USD/bbl. Trotz schwacher Nachfrage kletterte der Preis im März auf bis zu 25,7 USD/bbl.

Der E & P-Bereichsumsatz sank um 34% auf 144,91 Mio EUR (1-3/01:
221,08 Mio EUR), was auf wesentlich niedrigere Rohölpreise, aber auch auf einen um 8% niedrigeren Erdgaspreis zurückzuführen war. Der durchschnittlich erzielte Rohölpreis im ersten Quartal 2002 war mit 20,06 USD/bbl um fast 25% niedriger (1-3/01: 25,88 USD/bbl). Einen positiven Einfluss hatte dagegen der stärkere US Dollar (der Euro verlor rund 5% seines Wertes).

Der Betriebserfolg sank um 52% auf 47,99 Mio EUR (1-3/01: 99,23 Mio EUR). Im Berichtszeitraum gab es keine Sondereffekte. Die Produktionskosten exklusive Lizenzgebühren (OPEX) stiegen im ersten Quartal auf 4,51 USD/boe (1-3/01: 4,06 USD/boe). Diese quartalsweise Zuordnung der Produktionskosten kann mit Fortschreiten der Projekte schwanken und wird nicht immer gleichmäßig auf alle Quartale zugerechnet. Den wesentlichsten Beitrag zum Betriebserfolg lieferten die österreichischen, libyschen und britischen Konzernunternehmen. Die Explorationskosten stiegen auf 19,89 Mio EUR (1-3/01: 17,38 Mio EUR), hauptsächlich wegen vermehrter Aktivitäten in Österreich und Vietnam. Die Absatzmengen des ersten Quartals 2002 lagen, bedingt durch quartalsmäßig unterschiedliche Förderpläne, sowohl unter jenen des Vorjahrs wie auch des vierten Quartals 2001, was sich auch im EBIT der Quartale widerspiegelt.

Die Gesamtproduktion von Erdöl, NGL (Natural Gas Liquids) und Erdgas war mit 7,07 Mio boe, was einer Tagesproduktion von 79.000 boe/d entspricht, niedriger als in der Vergleichsperiode des Vorjahrs (1-3/01: 7,33 Mio boe bzw. 81.000 boe/d). Die Produktion von Erdöl und NGL war mit 4,64 Mio bbl unter dem Vorjahresniveau von 5,00 Mio bbl, bedingt durch geringere Produktionsmengen in Großbritannien, Libyen und Österreich, während die Produktion in Australien zunahm. Die Erdgasproduktion stieg um mehr als 4% auf 14,59 bcf (1-3/01:
14,00 bcf). Dieser Zuwachs war auf höhere Produktionsmengen in allen Ländern zurückzuführen, besonders aber am heimischen Markt. Das Miano Gasfeld in Pakistan nahm Ende Dezember 2001 die Produktion auf.

Einen operativen Höhepunkt im ersten Quartal 2002 stellte der Produktionsbeginn des Gasfelds Skene (UK) im Jänner dar, dessen Produktionsrate mit bis zu 180 Mio scf/d (pro Tag) erwartet wird. Im Februar begann dann das Erdöl- und Erdgasfeld Jade mit der Produktion, das seine maximale Produktionsrate von 16.000 bbl/d NLG und 200 Mio scf/d Gas Ende des dritten Quartals erreichen soll. Im März wurden Verkaufs- und Lieferverträge mit der pakistanischen Gesellschaft Sui Northern Gas Pipeline Limited über weitere 170 Mio scf/d für das Sawan Feld, Phase 2) abgeschlossen.

Raffinerien und Marketing (R & M)

1.Q/02 1.Q01 in Millionen EUR 1-3/02 1-3/01 2001 -1,25 55,18 Betriebserfolg -1,25 55,18 223,09 -1,25 62,39 Betriebserfolg vor
Sondereffekten -1,25 62,39 279,25

Die einzelnen Märkte für Mineralölprodukte zeigten ein sehr unterschiedliches Konsum-verhalten. Der Gesamtverbrauch in Österreich im ersten Quartal 2002 war um 1% geringer, wobei es innerhalb der einzelnen Produktgruppen aber zu größeren Schwankungen kam. Der Kraftstoffverbrauch stieg um rund 4%. Hauptverantwortlich dafür war der Anstieg bei Ottokraftstoff- und Dieselverbrauch, der den Rückgang bei Heizölen und Flugpetroleum mehr als wett machte. In Deutschland geht man von einem Rückgang von 5% aus, wobei der Treibstoffverbrauch stabil und der Heizölverbrauch rückläufig ist. In Mittel- und Osteuropa wird für das erste Quartal 2002 ein leichter Verbrauchsrückgang erwartet. Der Rückgang wir am stärksten in Ungarn ausfallen, während in Slowenien, der Tschechischen Republik und in Bulgarien ein unveränderter Verbrauch angenommen wird. In Kroatien, Rumänien, Serbien-Montenegro und der Slowakei wird ein gestiegener Verbrauch erwartet. Gesamt wird ein Anstieg von 2% bei Ottokraftstoffen und von 3% bei Diesel erwartet, der den 8%igen Rückgang bei Heizölen ausgleichen soll.

Der Bereichsumsatz verringerte sich auf Grund niedrigerer Produktenpreise um 22% auf 1.048,58 Mio EUR (1-3/01: 1.340,37 EUR Mio EUR). Die höheren Absatzmengen bei Raffinerien und Marketing wurden erneut durch den Preisrückgang bei Bulk- und Petrochemieprodukten abgeschwächt.

Der Betriebserfolg im Bereich R & M wies einen kleinen Verlust von 1,25 Mio EUR aus (1-3/01: 55,18 Mio EUR). Der Hauptgrund für diesen Rückgang war der Verfall der Bulk- und Petrochemiemargen, die ihren niedrigsten Stand seit mehr als 10 Jahren erreichten. Obwohl Marketing den Betriebserfolg verbesserte, konnte der massive Rückgang bei Bulk- und Petrochemiemargen nicht ausgeglichen werden (die Referenzmarge in Rotterdam sank im ersten Quartal 2002 um 2,21 USD/bbl auf 0,09 USD/bbl).

Der Anteil der Petrochemieprodukte am Betriebserfolg betrug 9,63 Mio EUR, was den deutlichen Rückgang bei Preisen und Margen und den leicht gesunkenen Absatz widerspiegelt (1-3/01: 30,20 Mio EUR). In Marketing waren die wirtschaftlichen Umfeldbedingungen für die OMV Unternehmen besser als im ersten Quartal 2001, wodurch der Beitrag zum Betriebserfolg gesteigert werden konnten. Den größten Beitrag zum Ergebnis lieferten dabei die internationalen Geschäftstätigkeiten des Konzerns.

Der Absatz der Raffinerien verringerte sich um 3% auf 2,77 Mio t (1-3/01: 2,85 Mio t). Einschließlich Exporte, Petrochemieprodukte und Lohnverarbeitung verkaufte Schwechat 1,97 Mio t, was einem Rückgang von 3% entspricht (1-3/01: 2,01 Mio t). In Burghausen sanken die Absätze um 4% auf 0,80 Mio t (1-3/01: 0,83 Mio t). Die Exporte aus Schwechat, vor allem an Marketingtochtergesellschaften in mittelosteuropäische Länder, gingen um 5% auf 0,31 Mio t zurück (1-3/01: 0,33 Mio t).

Die von der OMV verarbeiteten Rohölmengen stiegen auf 3,13 Mio t und die Kapazitätsauslastung stieg dabei auf 98% (1-3/01: 91%). Die Auslastungsrate in Schwechat verbesserte sich wieder auf 97% (1-3/01:
87%; auf Grund von Instandhaltungsarbeiten) und Burghausen war in beiden Perioden voll ausgelastet. Die Lohnverarbeitung war in Schwechat mit einem Volumen von 0,44 Mio t stabil.

Im Bereich Marketing stieg der Absatz der nationalen und internationalen Konzernunternehmen um rund 5% auf 1,88 Mio t (1-3/01:
1,79 Mio t). Sowohl das Tankstellen- als auch das Kundengeschäft leisteten Beiträge zu diesem Wachstum, wobei die deutlichsten Erfolge im österreichischen und internationalen Tankstellengeschäft erzielt werden konnten. Der internationale Absatz stieg um 4% von 1,06 Mio t (1-3/01: 1,02 Mio t) und in Österreich stieg die Absatzmenge um 5% von 0,77 Mio t auf 0,81 Mio t. Durch die gestiegene Nachfrage verbesserten sich auch die Margen und die Absatzmengen im Kundengeschäft. Die heimischen Tankstellenmargen und die Gewinnspannen im internationalen Kundengeschäft gerieten im Periodenvergleich allerdings unter Druck.

Seit Jahresende 2001 wurde das Tankstellennetz der OMV um 13 Tankstellen auf insgesamt 1.173 erweitert (31. 12. 2001: 1.160). Mit Ende März 2002 gab es in Österreich 532 Tankstellen, um zwei weniger als zu Jahresende 2001. Mit 641 Tankstellen steigt der internationale Anteil weiter und beträgt mittlerweile 55% (31. 12. 2001: 626 Tankstellen; 54%). OMV ist im Ausland in folgenden Ländern vertreten:
Bulgarien 52 (2001: 51); Deutschland 79 (2001: 79); Italien 67 (2001:
66); Kroatien 28 (2001: 25); Rumänien 33 (2001: 34); Slowakei 64 (2001: 51); Slowenien 96 (2001: 96); Tschechische Republik 110 (2001:
110); Ungarn 112 (2001: 114).

Gemäß den vorläufigen Marktschätzungen des ersten Quartals 2002 betrug der durchschnittliche Tankstellen-Marktanteil des OMV Konzerns rund 16%, wobei der heimische Marktanteil bei gut 21% und der internationale Marktanteil bei rund 13% lag.

Erdgas

1.Q/02 1.Q/01 in Millionen EUR 1-3/02 1-3/01 2001 33,96 33,00 Betriebserfolg 33,96 33,00 110,54 33,96 33,28 Betriebserfolg vor
Sondereffekten 33,96 33,28 110,97

Im ersten Quartal 2002 nahm der Erdgasverbrauch in Österreich um 6% auf rund 2,8 Mrd m3 zu. Dies war vor allem auf den höheren Verbrauch von Kraftwerken und der Raffinerie, sowie auf die höhere Nachfrage bei Haushalten und Industrie zurückzuführen.

Der Bereichsumsatz für Erdgas sank im ersten Quartal 2002 um rund 4% auf 371,08 Mio EUR (1-3/01: 385,65 Mio EUR). Dies war in erster Linie eine Folge der durch die Koppelung an die Mineralölprodukte gefallenen Erdgaspreise, die jedoch teilweise durch die höheren Absatzmengen kompensiert werden konnten.

Der Betriebserfolg verbesserte sich um 3% von 33 Mio EUR in ersten Quartal 2001 auf 33,96 Mio EUR im Berichtszeitraum 2002. Insbesondere die Geschäftsfelder Supply und Marketing zeigten im Vergleich zum ersten Quartal 2001 eine starke Performance, die hauptsächlich durch die erfolgreiche Vermarktung der OMV Kapazitäten bedingt war. Die Inbetriebnahme der ersten Teilabschnitts der TAG Loop II konnte einen großen Beitrag zum Bereich Carrier beitragen. Das kontrahierte Speichervolumen verringerte sich um 8%, da langfristige Verträge nur teilweise erneuert wurden. Im Berichtszeitraum gab es keine Sondereffekte, während im ersten Quartal 2001 ein geringer Betrag von 0,28 Mio EUR inkludiert war.

Mit 1,71 bcm lagen die Importmengen um 3% über den Werten des Vorjahrs (1-3/01: 1,65 Mrd m3 und die Absatzmengen (exklusive Eigenproduktion) stiegen erneut um 4% auf 1,64 Mrd m3. Per 31. März 2002 verringerten sich die für OMV Kunden gespeicherten Erdgasmengen auf 0,35 Mrd m3 (2000: 0,81 Mrd m3), da die erhöhte Nachfrage hauptsächlich durch Abbau der gespeicherten Mengen ausgeglichen wurde. Das Erdgastransitvolumen stieg auf Grund der erweiterten Kapazität der TAG um 2% auf 6,88 Mrd m3 (1-3/01: 6,74 Mrd m3).

Die Verhandlungen über eine gemeinsame österreichische Vertriebsfirma zwischen OMV und den anderen großen Firmen am österreichischen Ergasmarkt werden voraussichtlich bis Ende des Jahres abgeschlossen.

Chemie und Kunststoffe (C & K)

Q1/02 Q1/01 in Millionen EUR 1-3/02 1-3/01 2001 12,51 17,68 Betriebserfolg 12,51 17,68 48,74 11,61 17,48 Betriebserfolg vor
Sondereffekten 11,61 17,48 45,99

Der europäische Düngemittelmarkt stabilisierte sich durch Kapazitätsverminderungen, was einerseits zu höheren Preisen jedoch auch zu erhöhten Ostimporten führte. Höhere Lagerbestände der Industrie am Ende der Düngemittelsaison führten teilweise wieder zu niedrigeren Einlagerungspreisen. Großhändler reduzierten ihre Bestellungen in Erwartung fallender Preise, die den niedrigeren Erdgaspreis reflektieren. Die Nachfrage nach Melamin war geringer als erwartet auf Grund der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung in ersten Quartal 2002 und dem intensivierten Wettbewerb aus Asien. Im Vergleich zum ersten Quartal 2001 fielen die Preise um 18%.

Der Bereichsumsatz bei Chemie und Kunstoffen stieg um 3% auf 125,54 EUR (1-3/01: 121,73 Mio EUR). Entgegen dem Trend der Branche war dies auf höhere Absatzmengen bei Düngemitteln und Melamin zurückzuführen, welche die niedrigeren Produktenpreise kompensieren konnten.

Der Betriebserfolg im ersten Quartal sank um 29% auf 12,51 Mio EUR (1-3/01: 17,68 Mio EUR) als Resultat niedrigerer Margen und höherer Aufwendungen (z.B. Instandhaltung, Versicherung), was durch geringere Einstandskosten nicht ausgeglichen werden konnte. Nach Eliminierung von Einmalerträge aus dem Verkauf von Grundstücken ergibt sich ein Betriebserfolg vor Sondereffekten von 11,61 Mio EUR, was nach einem Vorjahresergebnis von 17,48 Mio EUR einen Rückgang um 34% bedeutet. Der Melaminabsatz stieg um 23%, wohingegen sich das Ergebnis durch den Rückgang bei den Preisen, ausgelöst durch die starke Konkurrenz aus Asien, verschlechterte. Der Düngemittelabsatz erhöhte sich gegenüber dem ersten Quartal 2001 um 24%, was sich direkt auch im Ergebnis niederschlug. Hauptverantwortlich für diese Verbesserung war hier der Bereich Mehrdünger.

Im Bereich Kunststoffe kam es bei den Geotextilien zu einem Rückgang der Absätze um 10%, was im Ergebnis durch die verbesserten Margen nicht kompensiert werden konnte. Dadurch kam es - dem Trend des vierten Quartals 2001 folgend - zu einem geringeren Beitrag zum Betriebsergebnis.

Ausblick für das Geschäftsjahr 2002

Wie bereits im Bericht zum Geschäftsjahr 2001 angekündigt, wird ein deutlicher Rückgang unserer Ergebnisse unvermeidbar sein. Die Ertragslage im ersten Quartal spiegelt sehr deutlich die herausfordernden Marktbedingungen wider, mit denen wir und die gesamte Branche konfrontiert sind.

Die europäischen Raffineriemargen waren im ersten Quartal 2002 auf einem extrem niedrigen Niveau, und es ist bis jetzt keine deutliche Verbesserung zu verzeichnen gewesen. Die derzeitig niedrigen Raffineriemargen in der Branche können erwartungsgemäß langfristig nicht nachhaltig sein, und der Einschätzung der Branche zufolge, sollten sie sich im Jahresverlauf verbessern. Auf dieser Grundlage erwarten wir, dass sich das R & M-Ergebnis von dem Verlust im ersten Quartal verbessern wird.

Unsere Markteinschätzungen gehen davon aus, dass die Petrochemie-Preise und -Margen weiterhin unter Druck bleiben werden, sofern sie nicht auf die gestiegenen Rohölpreise reagieren und die gesunkenen Polyolefin-Ergebnisse weiterhin Druck auf die Oleofin-Preise ausüben werden. Andererseits sollte es aber gelingen, durch stetiges Wachstum der Absatzmengen das Marketing-Ergebnis weiter zu stärken.

Positiv sind die aktuellen Rohölpreise zu sehen, die die Erwartungen übertroffen haben und von denen unser E & P-Geschäft profitieren wird. Nach den hohen Rohölpreisniveaus der letzen zwei Jahre kann jedoch eine Abschwächung der Ergebnisse 2002 nicht vermieden werden.

Für das Gas-EBIT wird aus zwei Gründen eine Abschwächung im weiteren Jahresverlauf erwartet. Einerseits könnte es zu Auswirkungen aus den geänderten Marktverhältnissen kommen und andererseits werden nach erfolgreichem Abschluss der Gaskooperation bisherige EBIT-Beiträge zukünftig voraussichtlich als at-Equity-Einkommen im Finanzerfolg ausgewiesen.

Unsere Annahmen basieren auf einem Rohölpreis, der unter dem durchschnittlichen Niveau von 2001 liegen wird (durchschnittlicher Brent Preis: 24,64 USD/bbl), und, mit einer gewissen Zeitverzögerung, auch auf niedrigeren Erdgaspreisen. Zum jetzigen Zeitpunkt kann man nicht davon ausgehen, dass dieser Rückgang durch die besseren Ergebnisse in anderen Bereichen, wie zum Beispiel in C & K, ausgeglichen werden kann. Die Ertragsaussichten bei Borealis bleiben gedämpft, positive Auswirkungen des Wirtschaftsaufschwung werden erst ab 2003 erwartet.

Die anlässlich der Präsentation der Jahresergebnisse 2001 veröffentlichte Annahme, dass die 2001 Rekordergebnisse im Jahr 2002 nicht wiederholbar sein werden, ist auch weiterhin aufrecht und werden durch die heutigen Marktbedingungen verstärkt. Das Ergebnisziel für 2002 ist jedoch nach wie vor sehr anspruchsvoll und wird aus heutiger Sicht - trotz einer angenommenen Abschwächung -keinesfalls als Trendumkehr der sich seit mehreren Jahren anhaltend verbessernden Ertragsentwicklung zu interpretieren sein.

Wir halten unsere Strategie des Wachstums aus eigener Kraft weiterhin aufrecht. Deshalb werden die Investitionen auch weiterhin, analog zur Konzernstrategie, vor allem der Wachstumsbeschleunigung von E & P, des internationalen Marketing und des Melamingeschäfts gewidmet sein. Wir werden uns weiterhin darauf konzentrieren, die Positionen der einzelnen Geschäftsbereiche trotz des schwierigen Marktumfelds zu stärken.

Nächste Ergebnisveröffentlichung:
Jänner bis Juni 2002 und 2. Quartal 2002 am 13. August 2002

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