AK-Test: Kinderpreise bei Pauschalreisen sind ein undurchsichtiger Dschungel (1)

AK rät zu Preisvergleichen

Wien (AK) - Wer freut sich nicht schon auf die schönste Zeit des Jahres, den Sommerurlaub. Aber: Wer eine Pauschalreise bucht, sollte mehrere Angebote einholen, genau vergleichen und rechnen, rät die AK. Denn für ein- und das selbe Hotel gibt es saftige Preisunterschiede, zeigt ein aktueller AK-Test. Familien haben es aber schwerer bei Preisvergleichen: Denn von niedrigen Erwachsenenpreisen kann man nicht auf preiswerte Familienangebote schließen. Und die Kinderermäßigungen sind noch immer ein undurchsichtiger Dschungel, äußerst unterschiedlich kalkuliert und oft unübersichtlich gestaltet - auch bei den Altersgruppen. Tipp der AK: Preisvergleiche lohnen sich bei den Pauschalreise-Angeboten - auch bei den Kinderpreisen. Achten Sie auf Zuschläge zum Pauschalpreis. Die AK hat die Pauschalreise-Angebote für den Sommer für die Türkei, Griechenland, Tunesien und Spanien für Familien und Erwachsene bei verschiedenen Reiseveranstaltern verglichen. Den Reisepreis-Vergleich finden Sie im Internet unter www.konsumentenschutz.at . *****

Zur Erhebung
Die AK-Konsumentenschützer haben vergleichbare Pauschalreise-Angebote bei den Reiseveranstaltern Neckermann, TUI, Jahn-Reisen, ITS-Billa, Touropa, Gulet, Taurus/XXL, Delphin, FTI, 1*2 Fly und Unirop für Spanien-, Griechenland-, Türkei- und Tunesien-Sommerurlaube überprüft. Erhoben wurde ein Pauschalreise-Angebot für einen zweiwöchigen Aufenthalt mit Halbpension oder All-Inklusive für eine dreiköpfige Familie (zwei Erwachsene und ein achtjähriges Kind) oder für zwei Erwachsene.

Große Preisunterschiede
Die Preise bei Pauschalreise-Angeboten sind für Erwachsene und eine Familie mit einem Kind beträchtlich. So kann ein zweiwöchiger Urlaub für eine Familie mit einem Kind in die Türkei in ein- und dem selben Hotel bis um ein Drittel teurer sein, nach Griechenland bis um 12 Prozent, nach Tunesien bis um rund 10 Prozent und nach Spanien bis um knapp 5 Prozent.
Wollen zwei Erwachsene nach Spanien, so liegen die Unterschiede zwischen dem billigsten und teuersten Angebot bei 8 Prozent, nach Griechenland bei 10 Prozent, in die Türkei bei fast 23 Prozent und nach Tunesien bei 9 Prozent.

Familien müssen genau rechnen
Die Unterschiede bei den Familienpreisen sind oft größer als bei den reinen Erwachsenenpreisen. Familien können bei ihren Preisvergleichen nicht nach den günstigen Erwachsenenpreisen gehen. Sie müssen die Familiengesamtpreise vergleichen und aufwändig herum rechnen. Denn niedrige Erwachsenenpreise lassen keinen Rückschluss auf preiswerte Angebote für Familien zu.

Schwer sind die Rechnereien für die Familien auch deshalb, weil die Kinderermäßigungen noch immer sehr undurchsichtig sind. Kinderermäßigungen sind unterschiedlich kalkuliert und unübersichtlich gestaltet. Grundsätzlich haben alle Reiseveranstalter neben Angeboten mit Kinderfestpreisen auch Angebote mit verschiedenen prozentuellen Preisabschlägen für Kinder. Das konkrete Nachlasssystem und die jeweiligen Altersgrenzen für die Ermäßigungen richten sich nach dem Hotel, so der AK-Test. Unübersichtlich sind auch die unterschiedlichen Altergruppenstaffelungen: Gewöhnlich reisen Kinder bis zu zwei Jahren gratis. Leistungen, wie Gitterbett oder Verpflegung, sind direkt im Hotel zu bezahlen. Häufig wird dann noch unterschieden zwischen kleinen Kindern (2 bis 5 Jahre) und großen Kindern (6 bis 11/12/13/14 Jahren), für ältere Kinder sind die Ermäßigungen zumeist geringer oder es gibt überhaupt keine.

Angebote mit einem Leistungsplus bedeutet nicht teurer Reiseveranstalter mit mehr Leistungen, wie zB Parkplätze am Flughafen oder inkludierte Stornoversicherungen, müssen nicht unbedingt teurer sein, zeigt der AK-Test. Der Konsument muss für sich entscheiden, ob diese Leistungen für ihn nützlich sind und auch prüfen, ob nicht bereits ein Versicherungsschutz aus zB einer Kreditkarte oder als Mitglied eines Autofahrerklubs besteht, rät die AK.

Tipps der AK-Konsumentenschützer
+ Vergleichen Sie die Preise bei den Pauschalreisen.
+ Vergleichen Sie die Kinderermäßigungen, die bei den Reiseveranstaltern stark variieren können.
+ Achten Sie auf Zuschläge zum Pauschalpreis. Noch immer weisen nicht alle Reiseveranstalter eine Komplettpreis aus, sondern schlagen bei der Buchung noch Flughafensteuern oder Sicherheitsgebühren zu.
+ Vergleichen Sie den Familienpreis in Studios, Appartements und Bungalows mit dem Preis der gleichen Anzahl von vollzahlenden Personen - das kann mitunter günstiger sein.
+ Reisen Sie alleine mit Ihrem Kind oder Kindern, wird es in aller Regel teuer. Viele Reiseveranstalter haben mittlerweile schon spezielle Angebote für Singles mit Kind im Programm, die die Geldbörse schonen.
+ Die Reisepreise sind saisonal gestaffelt, allerdings nicht einheitlich. Sind Sie beim Abflugtermin flexibler, können Sie sich möglicherweise einen günstigeren Preis sichern.
+ Reiseveranstalter dürfen keine nachträglichen Reisepreisänderungen vornehmen, wenn die Reise innerhalb von zwei Monaten nach Buchung stattfindet sowie ab dem 20. Tag vor Reiseantritt. Lassen Sie sich von einer Konsumentenschutzeinrichtung beraten.
+ Ihr Reisebüro kann Ihnen oft bei der Suche nach günstigen Angeboten helfen, da mittlerweile einige über spezielle PC-Suchprogramme verfügen.

(Forts.)

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