Schenz kündigt Kapitalmarktoffensive an

" Bündelung aller Kräfte zur Stärkung des heimischen Kapitalmarktes" - Aktionsplan könnte bereits im Herbst starten -Auftakt des Kapitalmarktsymposiums

Wien (PWK331) - Die Infrastruktur wäre vorhanden, nun müssen dringend Maßnahmen für mehr Volumen am österreichischen Kapitalmarkt gesetzt werden: "Wir brauchen mehr börsennotierte Unternehmen und mehr Aktionäre in Österreich", stellte der Regierungsbeauftragte für den Kapitalmarkt und Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich, Richard Schenz, Montag Nachmittag zum Auftakt des zweiten Kapitalmarktsymposiums im Haus der Wirtschaft fest.

Für den heimischen Kapitalmarkt sei ein deutlicher Entwicklungsschub notwendiger und dringender denn je. Denn einerseits werde sich der bereits jetzt deutlich feststellbare Trend zur Unternehmensfinanzierung über den Kapitalmarkt durch die neuen Basler Eigenkapitalvorschriften noch verstärken, andrerseits werde auch die Umstellung der Altersvorsorge die Bedeutung von entwickelten Kapitalmärkten noch erheblich steigern, führte Schenz aus. Die bis 2005 geplante Integration der europäischen Finanzmärkte und die damit verbundene rechtliche Harmonisierung sollten für die Regionalbörse Wien genutzt werden.

Die geänderten Rahmenbedingungen - von Basel II bis zur EU-Erweiterung - hätten ein Umfeld geschaffen, das gerade jetzt zu einer entschlossenen Kapitalmarktoffensive genutzt werden sollte, betonte der Kapitalmarktbeauftragte. " Es hat sich ein Fenster geöffnet, das in ein, zwei Jahren wieder zu sein kann und zu sein wird".

Um alle vorhandenen Initiativen zur Stärkung des Kapitalmarktes zu bündeln, werde von Kapitalmarktexperten derzeit ein Aktionsplan ausgearbeitet. Mit der Umsetzung dieses Plans könnte bereits im Herbst dieses Jahres begonnen werden, kündigte Schenz an. Im Einzelnen werde sich dieses Maßnahmenpakte auf die Verbesserung des Angebots, der Nachfrageseite und auf eine breit angelegte Informationskampagne konzentrieren. Damit sollte dann innerhalb kurzer Zeit das bedeutende Potential des österreichischen Kapitalmarktes im Interesse der heimischen Volkswirtschaft voll ausgeschöpft werden können.

"Wir haben eine Autobahn, auf der aber fast niemand fährt", charakterisierte in ähnlicher Weise Erich Obersteiner, Mitglied des Vorstands der Wiener Börse AG, die derzeitige Situation. Die Börse versuche daher, als Katalysator zu wirken und Vertrauen zu gewinnen, um das Potential an Unternehmen zu erweitern. Claudia Vince-Bsteh, stv. Abteilungsleiterin in der Raiffeisen Centrobank, verwies auf die gute Performance der Wiener Börse. Diese sei, neben einigen Sonderfaktoren, auf die Erholung nach der Rezession und die erhebliche "Ostfantasie" österreichischer Unternehmen zurückzuführen. Es seien "deutlich weniger, dafür aber größere Transaktionen" festzustellen.

Helmuth Frey, Generaldirektor der Invesco Bank Österreich AG, zeigte sich ebenfalls von den Chancen des österreichischen Kapitalmarktes überzeugt, obwohl "noch sehr viel zu tun" sei. Letztlich gehe es um die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Österreich, wozu "ein Bündel von Maßnahmen" notwendig sei. So könne man es sich beispielsweise nicht leisten, Informationsdefizite zuzulassen. (hp)

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