- 13.05.2002, 15:51:08
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Gusenbauer: SPÖ fordert Ausbildungsgarantie für Jugendliche
Gusenbauer besucht Lehrwerkstätten in Mürzzuschlag - "Alle Jugendlichen haben ein Recht auf Ausbildung"
Wien (SK) Die "alarmierend hohe Arbeitslosigkeit bei jungen
Menschen" könne nicht tatenlos hingenommen werden, sagte
SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer am Montag nach einem Besuch in den
Lehrwerkstätten in Mürzzuschlag. Gusenbauer hält den "steilen und
ungebremsten Anstieg" bei der Arbeitslosigkeit insgesamt und, in
verstärktem Ausmaß, bei der Jugendarbeitslosigkeit für einen "klaren
Handlungsauftrag an die Politik". Ende April waren mehr als 36.000
junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren auf Jobsuche, das sind im
Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent mehr. Die Regierung müsse "ihre
provozierende Untätigkeit" beenden, so Gusenbauer gegenüber dem
SPÖ-Pressedienst. Er fordert eine Ausbildungsgarantie für junge
Menschen. ****
Gusenbauer erinnert hier an das Versprechen von Arbeitsminister
Bartenstein, der für jeden Lehrstellensuchenden einen
Ausbildungsplatz garantiert hatte. Seither sei leider nichts
passiert, fügte Gusenbauer hinzu. "Aktive Arbeitsmarktpolitik für
Jugendliche ist das Gebot der Stunde", betonte der SPÖ-Vorsitzende.
"Alle Jugendlichen haben ein Recht auf Ausbildung." Die SPÖ fordert
daher mehr Budgetmittel für Lehrgänge und Lehrlingsstiftungen, um den
Jugendlichen Chancen zu bieten.
Besonderes Augenmerk sollte darauf gelegt werden, dass Mädchen und
junge Frauen stärker motiviert werden, technische Ausbildungen zu
absolvieren, erklärte Gusenbauer weiter. Hier brauche es verstärkt
Angebote. Zusätzlich sei die Einführung des Pflichtfachs
"Berufsorientierung" in den Mittelschulen von großer Bedeutung.
Gusenbauer gab das Versprechen ab, dass die SPÖ, wenn sie wieder
Regierungsverantwortung trägt, jedem jungen Menschen in Österreich
eine qualitativ hochwertige Ausbildung garantieren wird.
Gusenbauer mahnte aber auch die Verantwortung der Wirtschaft für die
Lehrlingsausbildung ein. Die Betriebe würden zu wenige Lehrlinge
ausbilden, obwohl es umfangreiche Erleichterungen für Lehrbetriebe
gebe. "Es geht nicht an, dass Österreichs Unternehmen einerseits
keine qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finden und
andererseits aber nicht bereit sind, junge Menschen zu Fachkräften
auszubilden", sagte Gusenbauer. Er gab zu bedenken, dass
Schlüsselarbeitskräfte aus dem Ausland das grundsätzliche Problem am
österreichischen Arbeitsmarkt nicht lösen könnten.
Die SPÖ schlägt vor, dass in Zukunft jene Betriebe, die keine
Lehrlinge ausbilden - und trotzdem Nutznießer der
Ausbildungstätigkeit anderer Unternehmen sind -, einen entsprechenden
finanziellen Beitrag in einen Fonds einzahlen. Dieses Geld solle
jenen Unternehmen zugute kommen, die Lehrlinge ausbilden. So wäre
mehr Wettbewerbsgerechtigkeit in der Wirtschaft garantiert, sagte der
SPÖ-Vorsitzende. (Schluss) wf
Rückfragehinweis: Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
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