Gusenbauer: SPÖ fordert Ausbildungsgarantie für Jugendliche

Gusenbauer besucht Lehrwerkstätten in Mürzzuschlag - "Alle Jugendlichen haben ein Recht auf Ausbildung"

Wien (SK) Die "alarmierend hohe Arbeitslosigkeit bei jungen Menschen" könne nicht tatenlos hingenommen werden, sagte SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer am Montag nach einem Besuch in den Lehrwerkstätten in Mürzzuschlag. Gusenbauer hält den "steilen und ungebremsten Anstieg" bei der Arbeitslosigkeit insgesamt und, in verstärktem Ausmaß, bei der Jugendarbeitslosigkeit für einen "klaren Handlungsauftrag an die Politik". Ende April waren mehr als 36.000 junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren auf Jobsuche, das sind im Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent mehr. Die Regierung müsse "ihre provozierende Untätigkeit" beenden, so Gusenbauer gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Er fordert eine Ausbildungsgarantie für junge Menschen. ****

Gusenbauer erinnert hier an das Versprechen von Arbeitsminister Bartenstein, der für jeden Lehrstellensuchenden einen Ausbildungsplatz garantiert hatte. Seither sei leider nichts passiert, fügte Gusenbauer hinzu. "Aktive Arbeitsmarktpolitik für Jugendliche ist das Gebot der Stunde", betonte der SPÖ-Vorsitzende. "Alle Jugendlichen haben ein Recht auf Ausbildung." Die SPÖ fordert daher mehr Budgetmittel für Lehrgänge und Lehrlingsstiftungen, um den Jugendlichen Chancen zu bieten.

Besonderes Augenmerk sollte darauf gelegt werden, dass Mädchen und junge Frauen stärker motiviert werden, technische Ausbildungen zu absolvieren, erklärte Gusenbauer weiter. Hier brauche es verstärkt Angebote. Zusätzlich sei die Einführung des Pflichtfachs "Berufsorientierung" in den Mittelschulen von großer Bedeutung.

Gusenbauer gab das Versprechen ab, dass die SPÖ, wenn sie wieder Regierungsverantwortung trägt, jedem jungen Menschen in Österreich eine qualitativ hochwertige Ausbildung garantieren wird.

Gusenbauer mahnte aber auch die Verantwortung der Wirtschaft für die Lehrlingsausbildung ein. Die Betriebe würden zu wenige Lehrlinge ausbilden, obwohl es umfangreiche Erleichterungen für Lehrbetriebe gebe. "Es geht nicht an, dass Österreichs Unternehmen einerseits keine qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finden und andererseits aber nicht bereit sind, junge Menschen zu Fachkräften auszubilden", sagte Gusenbauer. Er gab zu bedenken, dass Schlüsselarbeitskräfte aus dem Ausland das grundsätzliche Problem am österreichischen Arbeitsmarkt nicht lösen könnten.

Die SPÖ schlägt vor, dass in Zukunft jene Betriebe, die keine Lehrlinge ausbilden - und trotzdem Nutznießer der Ausbildungstätigkeit anderer Unternehmen sind -, einen entsprechenden finanziellen Beitrag in einen Fonds einzahlen. Dieses Geld solle jenen Unternehmen zugute kommen, die Lehrlinge ausbilden. So wäre mehr Wettbewerbsgerechtigkeit in der Wirtschaft garantiert, sagte der SPÖ-Vorsitzende. (Schluss) wf

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