Rekordjahr für österreichische Lieferungen nach Frankreich

Frankreich weltweit sechstgrößter Abnehmer österreichischer Waren - erstmals Handelsbilanzüberschuss für Österreich erzielt -Wiederwahl Chiracs lässt rasche Rückkehr zur Sachlichkeit erwarten

Wien (PWK330) "Die österreichischen Exporte nach Frankreich haben im Vorjahr mit 3,43 Mrd. Euro und einem überdurchschnittlichen Anstieg um 11,6 Prozent eine neue Rekordhöhe erreicht", freut sich der WKÖ-Handelsdelegierte in Paris, Philipp Marboe, über das positive Ergebnis. Die französischen Lieferungen nach Österreich hingegen waren mit einem Minus von 3,3% auf 3,31 Mrd. Euro leicht rückläufig, wodurch sich erstmals im bilateralen Außenhandel mit Frankreich ein Handelsbilanzaktivum in der Höhe von 120 Mio. Euro ergibt", so Marboe.

"Diese außergewöhnlichen Erfolge auf einem nicht nur im Hinblick auf die Sprache schwierigen Markt sind in erster Linie auf das intensive Engagement der österreichischen Firmen und die erhöhte Aufmerksamkeit, die dem französischen Markt gegeben wurde, zurückzuführen", stellt Marboe, fest. Weltweit wurde Frankreich zum sechstgrößten Abnehmer österreichischer Waren hinter Deutschland, Italien, USA, Schweiz und Großbritannien.

Erfolgreich auf dem französischen Markt sind, so Marboe, Firmen wie zum Beispiel Emco und WFL Linz mit Werkzeugmaschinen, Binder & Co mit Altglasaufbereitungsanlagen, Wintersteiger mit Servicemaschinen für Ski oder Voest-Alpine und Böhler-Uddeholm im Stahlbereich, Greiner Maschinen und Werkzeuge für die Kunststoffverarbeitung sowie Doka Schalungstechnik und zahlreiche andere. Wolford, Swarovski, Atomic aber auch Pöttinger sind als Marken bestens bekannt.
Auffallend zahlreich sind die Kontakt- und Verkaufswünsche von KMUs und jungen Firmen sowie das verstärkte Interesse österreichischer Unternehmen an Ausschreibungen. So rüstet z.B. die Firma Container Trading einen französischen Gemeindeverband neuerdings mit Kompostcontainern aus, weiß der Handelsdelegierte.

Gemeinsam mit der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) organisiert die Außenhandelsstelle Paris Beteiligungen österreichischer Exporteure an zahlreichen Messen und Fachveranstaltungen in Frankreich. Projektvorhaben wie der Neubau diverser Tunnels oder der dritte Flughafen von Paris finden großes Interesse, ebenso wie Investitionen im Produktionsbereich. Mayr-Melnhof, Wienerberger und die Knill Holding sind z.B. mit mehreren Standorten in Frankreich präsent. Insgesamt sind derzeit mehr als 150 österreichische Niederlassungen in Vertrieb und Produktion in Frankreich aktiv.

Nach einem gebremsten Jahr 2001 wird sich die Wirtschaftsdynamik heuer nach vorsichtigen Schätzungen knapp unter zwei Prozent bewegen. 2003 wird mit einem Wirtschaftswachstum von etwas weniger als drei Prozent gerechnet. Die Wiederwahl von Jacques Chirac zum Staatspräsidenten vom 5. Mai lässt trotz der noch ausständigen Parlamentswahlen im Juni eine rasche Rückkehr zur Sachlichkeit in der Politik und Wirtschaftspolitik erwarten.

"Schätzungsweise 20 bis 25% der österreichischen Exporte ( fast 800 Mio. € ) gehen nach Ostfrankreich", so Michael Berger, Strassburg, den ab 15. Mai 2002 Mag. Michael Spalek als neuer Handelsdelegierter in Strassburg ablösen wird. (pt)

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