Geschichte der Bahnhöfe

Berlin (OTS) - Anmoderation

Majestätische Kristallleuchter, holzgetäfelte Wände und feinstes Porzellan - so speiste man im 19. Jahrhundert im Nürnberger Bahnhof. Zumindest wenn man zu den "allerhöchsten Herrschaften" gehörte, für die Ludwig II. eigens einen Wartesaal hatte bauen lassen. Und auch sonst gab man sich stilbewusst, und das nicht nur in Nürnberg. Doch war früher wirklich alles besser? Eine neue Dauerausstellung im Nürnberger DB Museum sucht Antwort auf diese und andere Fragen.

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Der Bahnhof: Seit jeher ist er mehr als nur der Eingang in die Welt der Bahn. Er ist das Tor zur Stadt, zentraler Punkt des öffentlichen Lebens. Seit dem dritten Mai würdigt die Dauerausstellung "Die Geschichte der Bahnhöfe" im DB-Museum Nürnberg diesen besonderen Ort.

Dazu Jürgen Franzke, der Direktor des DB Museums:

O-Ton (ors06141) Jürgen Franzke, Direktor DB Museum

Bahnhöfe waren immer Zentren der Städte oder haben sich dazu entwickelt. An Bahnhöfen kommen hunderte, tausende, heute hunderttausende von Menschen täglich an und fahren wieder weg. Aber es bewegen sich auch noch immer die gleiche Zahl an Menschen, um dort einzukaufen, um dort Bier zu trinken, um dort zu essen oder um dort andere Dinge zu tun. Bahnhöfe sind transitorische Städten der Großstädte, aber auch Treffpunkte in den Kleinstädten. Bahnhöfe sind soziale Netzwerke.

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Auf 250 Quadratmetern Ausstellungsfläche erwarten die Besucher zahlreiche Originalexponate aus rund 150 Jahren Bahnhofsgeschichte. Prunkstück der Ausstellung ist der "Wartesaal für allerhöchste Herrschaften" von Ludwig dem Zweiten, der früher im alten Nürnberger Centralbahnhof stand. Historische Exponate, wie zum Beispiel ein Fahrkartenschalter aus der Zeit um 1900, aber auch eine moderne DB Lounge zeugen von der sich verändernden Bahnhofskultur. Daneben es gibt auch Ausstellungsstücke, die von weniger prachtvoller Vergangenheit der Bahnhöfe erzählen:

O-Ton (ors06142) Joachim Breuninger, Ausstellungsautor

Wir verschweigen in unserer Ausstellung nicht, dass Bahnhöfe auch soziale Brennpunkte sind, in denen sehr viele Probleme aus den Städten in die Bahnhöfe getragen werden. Um dieses Problem zu illustrieren, haben wir auch die Geschichte der Bahnhofsmissionen uns vorgenommen und haben da auch eine sehr schöne Bahnhofsmissions-Leuchtreklame gefunden, die noch original von 1957 aus dem Hauptbahnhof Würzburg stammt und die auch noch voll funktionsfähig ist.

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Ebenso funktionstüchtig ist ein historischer Buchautomat, der für die Ausstellung auf Euro umgerüstet wurde und die Besucher mit Lesefutter versorgt. Die "Geschichte der Bahnhöfe" macht neugierig, weil sie sich wie ein Bahnhof selbst präsentiert: Neben einem Bahnhofsvorplatz und einem Empfangsgebäude kann man eine multimedial inszenierte Bahnsteighalle besuchen, die sich am Leipziger Hauptbahnhof orientiert.

Am Abend der Eröffnung gab es bereits positives Feedback:

O-Ton (ors06143) Arnold Brandt, Besucher und Bahner

Es ist bemerkenswert, auf wie kleiner Fläche eine Ausstellung aufgebaut worden ist, die die Facetten eines Bahnhofs umfassend darstellen. Es sind nicht die operativen betrieblichen Angelegenheiten, die in einem Bahnhof sich vollziehen, sondern insbesondere die Kundenkontakte und die Dienstleistungen, die der Bahnhof in dem Sinne beinhaltet.

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Die informative und lebendige Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Sie ist Teil einer themenorientierten Dauerausstellung und ergänzt die bereits laufende Schau "Auf getrennten Gleisen", die die Geschichte der Bundes-und der Reichsbahn zeigt.

Zusatzinformation

Weitere Informationen sind im Servicecenter des DB Museums unter der Rufnummer 01804/ 44 22 33 (0,24 Euro pro Anruf) sowie im Internet unter www.dbmuseum.de erhältlich.

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