Lohnnebenkosten: Arbeitet Wirtschaftsbund mit wurmstichigen Argumenten?

ÖGB-Driemer: Wo Senkung der Lohnnebenkosten draufsteht, ist Sozialabbau drinnen!

Wien (ÖGB/GBH). "Der wurmstichige Apfel in der Kampagne des Wirtschaftsbundes zu den Lohnnebenkosten zeigt sehr viel von der Qualität der dabei verwendeten Argumente", erklärte der ÖGB-Vizepräsident und Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz Johann Driemer in einer Aussendung am Montag.++++

"Auch der Wirtschaftsbund kann die Tatsache nicht hinwegleugnen, dass nicht die Lohnnebenkosten sondern die Lohnstückkosten für die Wettbewerbsfähigkeit eines Wirtschaftsstandortes entscheidend sind. Tatsache ist auch, dass Österreich gerade bei den Lohnstückkosten auf Grund der dualen Ausbildung und der hohen Leistungsbereitschaft der ArbeitnehmerInnen bei den Besten ist", so Driemer weiter.

Driemer: "Senkung der Lohnnebenkosten bedeutet Sozialabbau. Konkret geht es der Wirtschaftskammer und dem Wirtschaftsbund um weniger Urlaubs- und Weihnachtsgeld, weniger Urlaub und bezahlte Feiertage, weniger Krankengeld, Pension, Kranken- und Unfallversicherung."

Was Lohnnebenkostensenkung bedeutet, zeigt die Praxis etwa bei der Abschaffung des Entgeltfortzahlungsfonds: Wer krank ist, verliert seinen Job.

"Sie haben recht, meine Damen und Herren, die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Österreich ist gefährdet - aber nicht, wie Sie behaupten durch die Lohnnebenkosten, sondern durch fehlende Investitionen in die Infrastruktur, durch Verschlechterungen im Bildungssystem vom Studenten bis zum Lehrling und durch Schmälerung der Massenkaufkraft durch immer neue Belastungen - alles Versäumnisse, die die derzeitige Bundesregierung zu verantworten hat", so Driemer.

Driemer fordert die Wirtschaft daher auf, nicht länger ihre Sozialabbau-Kampagne zu betreiben, sondern endlich gemeinsam die wirklich notwendigen Maßnahmen von der Bundesregierung einzufordern.

Driemer stellt klar: "Wir ArbeitnehmerInnen lassen uns durch eine wurmstichige Sozialabbau-Kampagne von Wirtschaftsseite nicht für dumm verkaufen. Meine Damen und Herren vom Wirtschaftsbund, nehmen Sie zur Kenntnis, in dieser Frage lassen wir uns nicht auseinanderdividieren. Auch führende Funktionäre Ihrer Partei wie etwa AKNÖ-Vizepräsident Dirnberger geben Ihnen die gebührenden Antworten. Senkung der Lohnnebenkosten heißt Sozialabbau! Dazu sagen wir Nein. Wir wollen eine florierende Wirtschaft, von der alle profitieren."

ÖGB, 13. Mai 2002
Nr. 427

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