"Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Wem muss Haider dankbar sein? (von Michael Kuscher)

Ausgabe vom 09.05.2002

Natürlich weiß auch die FPÖ, dass es niemanden im Land interessiert, wer Haiders Reisen nicht bezahlt. Deshalb sind die Berichte des Landesrechnungshofes auch nur im Sinne der Falsifikationsmethode ein Ergebnis. Doch die Falsifikationsmethode besteht darin, dass man sie bis zum Ende durchführt. Abbrechen gilt nicht. Es sei denn, man bricht sie dadurch ab, dass Haider die einzige Antwort gibt, auf die Kärnten wartet: Wer hats bezahlt?

Auf diese Antwort aber werden wir noch länger warten. Der FPÖ ist offenbar kein Purzelbaum zu verrückt, wenn dieser dazu dient, Haiders angebliche Privatsphäre im Vorzimmer Saddam Husseins zu vernebeln. Mit welchem Geld hier antichambriert wurde, sollen wir nie erfahren. Gerade deshalb wirds immer spannender, denn umsonst kriegt nicht einmal Haider was geschenkt.

Auch nicht der Untersuchungsausschuss. Er soll jetzt - ginge es nach FPÖ-Parteiobmann Martin Strutz - jene Euro rückerstatten, die durch "sinnlose" Fragerei "verschwendet" worden seien. Doch nur weil Haider schweigt, muss der Ausschuss noch lange nicht verstummen. Und was die Kosten betrifft, so sind sie, völlig im Gegensatz zu Jörg Haiders mehr als fragwürdigen Reisen zu Diktatoren, vom Kärntner Landtag durch demokratische Installierung des Ausschusses und den Arbeitsauftrag an diesen beschlossen. Den Kosten, die durch parlamentarische Kontrollarbeit entstehen, liegt ein parlamentarischer Mehrheitsbeschluss zugrunde. Kärnten will wissen, wem der Landeshauptmann d a n k b a r sein muss.

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