Leon de Winter macht im FORMAT-Interview Medien und Politiker für den Tod von Pim Fortuyn verantwortlich

"Es gibt eine gewisse Verantwortung der etablierten Parteien und der Medien an seinem Tod"

Wien (OTS) - Der Niederländische Schriftsteller Leon de Winter kritisiert in einer Reaktion auf den Mord an dem rechtspopulistischen niederländischen Politiker Pim Fortuyn das negative politische Klima im Land: "Es ist Tatsache, daß die Medien in den letzten Wochen eine Atmosphäre kreiert haben, in der es überhaupt erst so weit kommen konnte, daß irgendein Verrückter glaubte, wenn er auf Fortuyn schießt, dann begeht er eine gute Tat."

De Winter, der betont, in der öffentlichen Auseinandersetzung stets gegen Fortuyn argumentiert zu haben, kritisiert auch die mangelnde Diskussionsbereitschaft der politischen Eliten: "Man versuchte, ihn ins rechtsextreme Eck zu stellen, doch dort gehörte er einfach nicht hin. Er war ein radikaler Liberaler, ein extremer Freidenker, aber er war kein Rassist. Statt die Diskussion aufzunehmen, hat man aus Fortuyn ein Monster gemacht."

Überrascht sei er, daß auch internationale Medien diese Einschätzung übernommen haben: "Mich hat es überrascht, wie unhinterfragt ausländische Medien, die seriöse deutsche 'Zeit' eingeschlossen, dieses Monster-Image von Fortuyn übernommen haben."

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