AUSZEICHNUNG FÜR SCHWEDENS PARLAMENTSPRÄSIDENTIN Birgitta Dahl erhält Großes Goldenes Ehrenzeichen am Bande

Wien (PK) - Nationalratspräsident Heinz Fischer überreichte heute der Präsidentin des Schwedischen Reichstages Birgitta Dahl im Rahmen ihres Österreichbesuches das Grosse Goldene Ehrenzeichen
am Bande für Verdienste um die Republik Österreich. An dem
Festakt nahm zahlreiche Prominenz aus Politik und Diplomatie
teil, darunter EU-Kommissar Franz Fischler, der Präsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarates Peter Schieder und Bundesrats-Vizepräsidentin Anna Elisabeth Haselbach.

Fischer betonte in seiner Laudatio, er habe in den 12 Jahren, in denen er nun Präsident des Nationalrates sei, nur zweimal von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, dem Bundespräsidenten einen Parlamentspräsidenten eines befreundeten Landes für eine hohe Auszeichnung vorzuschlagen. 1992 habe er Alexander Dubcek namhaft gemacht, nun, zehn Jahre später, Birgitta Dahl, die sich
allerorts höchster Achtung und größter Wertschätzung erfreue.

Dahl habe sich aktiv in internationale Angelegenheiten
eingeschaltet und sich um die OSZE-Parlamentariertreffen ebenso
wie um die Konferenzen der Parlamentspräsidenten verdient
gemacht. Die internationale Dimension der Aufgaben der Parlamentspräsidenten sei ihr stets ein großes Anliegen gewesen, bekräftigte Fischer.

Der Präsident ging sodann auf die engen Verflechtungen zwischen Schweden und Österreich ein. Schweden habe während des Zweiten Weltkrieges vielen Österreichern - allen voran Bruno Kreisky -Zuflucht gewährt und als Asylland Hervorragendes geleistet. Auch politisch sei Schweden Österreich ein Vorbild für viele Institutionen - so die Volksanwaltschaft und der Außenpolitische Rat - gewesen, unterstrich der Präsident, der Dahl auch im Namen von Rita Süßmuth und Riita Uosukainen gratulierte.

In ihrer Dankesrede meinte Frau Dahl, es sei ihr heute eine außerordentliche Ehre zuteil geworden, für die sie allen anwesenden Repräsentanten der Republik, insbesondere aber Heinz Fischer, aufrichtigen Dank sage. Österreich und Schweden verbinde viel, so u.a. die Entspannungspolitik nach dem Zweiten Weltkrieg. Vor allem das österreichische Exil in Schweden habe eine gute Grundlage für diese enge Zusammenarbeit nach 1945 geschaffen, und auch heute würden sich beide Länder dem sozialen Wohlfahrtsstaat, Frieden, Freiheit, Demokratie und den Menschenrechten
verpflichtet fühlen. Dahl würdigte die gute Kooperation auf parlamentarischer Ebene und dankte Heinz Fischer herzlich für die Freundschaft und die verliehene Auszeichnung.

Umrahmt wurde der Festakt von Werner Hinke an der Violine,
Siegfried Schenner (Klarinette) und Rainer Keuschnig am Klavier,
die Werke von Igor Strawinsky zum Vortrag brachten.

Birgitta Dahl wurde 1937 in Rada nahe Göteborg geboren und studierte an der Göteborger Universität Philosophie. Sie erwarb das Bakkalaureat, ehe sie ab 1964 am Afrikainstitut tätig war. Später arbeitete sie in der Schwedischen Entwicklungsagentur,
1969 wurde sie erstmals in den Reichstag gewählt. Bis 1971 war
sie überdies Gemeinderätin in Uppsala, wo sie sodann bis 1979 als Stadträtin wirkte.

Im Oktober 1982 wurde sie unter Olof Palme Industrieministerin, welches Amt sie auch unter dessen Nachfolger Ingvar Karlsson ausübte, ehe sie 1987 das Umweltministerium übernahm, welches sie bis Oktober 1991 leitete. 1991 bis 1994 war sie im Fraktionspräsidium der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion,
ehe sie 1994 zur Präsidentin des schwedischen Parlaments gekürt wurde, eine Position, die Dahl seitdem bekleidet. Dahl
publizierte Bücher über entwicklungspolitische Fragen und eine Vielzahl von Artikeln zu ökologischen und energiepolitischen Themen. (Schluss)

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