Riess-Passer: 8. Mai als Tag des Friedens gedenken

Der heutige 8. Mai sollte als Tag des Friedens begangen werden, erklärte Vizekanzlerin und FP-Chefin Dr. Susanne Riess-Passer

Wien (OTS) - "Am 8. Mai 1945 wurde die bedingungslose Kapitulation der Deutschen Wehrmacht unterzeichnet. In nur sechs Jahren zwischen dem Beginn und Ende des 2. Weltkrieges verloren mehr als 50 Millionen Menschen ihr Leben.

Als politische Vertreter einer demokratischen Gesellschaft haben wir heute in Österreich auf Grund der historischen Verantwortung eine besondere Aufgabe, mit all unseren Kräften und Ideen dafür zu kämpfen, dass sich das unbeschreibliche Grauen durch die Herrschaft des Nationalsozialismus nie mehr wiederholt.

Die Erinnerung an den 8. Mai verstehen wir daher als eine politische Verantwortung, eine Mahnung und eine Aufforderung, den Kampf für Frieden niemals aufzugeben. Fast sechzig Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges sind wir weit davon entfernt, dass alle Menschen dieser Erde ohne Krieg und der Bedrohung eines gewaltsamen Todes leben können.

Der 8. Mai verpflichtet uns zur Dankbarkeit gegenüber all jenen, die dazu beigetragen haben, dass wir heute in Frieden und Sicherheit leben und ist gleichzeitig eine Verpflichtung, dass wir nicht eher ruhen, bis alle Völker dieses Ziel erreichen. Die zivile und militärische Konfliktbearbeitung zur Verhinderung von Gewalt, Terror und Unterdrückung verstehen wir daher als eine politische Aufgabe, die sich direkt von der Erinnerung an den 8. Mai 1945 ableitet.
Der leider fast vergessene österreichische Friedensnobelpreisträger Alfred Herman Fried forderte schon 1892, also lange vor dem 1. Weltkrieg, die Errichtung internationaler Institutionen zur Konfliktregelung. Er gehörte damit zu den Vordenkern der UNO und in seiner Tradition verstehen wir auch unsere parteipolitische und gesellschaftliche Verpflichtung zur Friedenssicherung.

Wir Freiheitliche unterstützen daher internationale, staatsübergreifende Bemühungen zur Friedenssicherung, Konfliktverhinderung und Konfliktlösung. Wir wollen ein aktiver Partner in einem Europäischen Sicherheitssystem sein und unsere Unterstützung immer dort anbieten, wo ein noch so kleiner Betrag einen Schritt in Richtung Frieden bedeuten könnte.

Der 8. Mai darf niemals vergessen werden. Er symbolisiert Ende und Anfang zugleich und verpflichtet die Generationen, die diese Ereignisse nur noch aus den Geschichtsbüchern kennen, zur besonderen Vorsicht und Besonnenheit. Niemals darf das Leiden der Opfer des Krieges und der Unterdrückung politisch funktionalisiert werden und niemand von uns hat heute das Recht die Erinnerung an Tod und Verderben zu monopolisieren.

Uns Freiheitliche eint der Respekt vor den Toten, der Respekt vor der Trauer der Angehörigen und auch der Respekt vor den Überlebenden des nationalsozialistischen Terrorregimes.

Die Erinnerung an die Vergangenheit verstehen wir als eine Verpflichtung und eine Verantwortung für die Zukunft."

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