FSG zu IV-Fritz: Abschaffung der Feiertage ist der erste Schritt

Arbeitgeber zeigen ihr wahres Gesicht, was sie unter Senkung der Lohnnebenkosten verstehen

Wien (FSG). "Dass die ÖVP-'Generalin' Rauch-Kallat dem ÖGB zürnt und dass der Wirtschaftsbund-Generalsekretär Karlheinz Kopf über die Informations-Offensive des ÖGB gegen eine Senkung der Lohnnebenkosten tobt und sich dazu hinreißen lässt, den ÖGB als Lügner zu bezeichnen, wird immer mehr verständlich. Denn sie wollen nicht, dass der ÖGB die ArbeitnehmerInnen darüber informiert, was sich hinter einer Senkung der Lohnnebenkosten tatsächlich verbirgt", stellte die Bundessekretärin der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG) im ÖGB, Roswitha Bachner, fest. Eine Kostprobe, was zu erwarten ist, hat der Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Lorenz Fritz, gestern bereits den ArbeitnehmerInnen ausrichten lassen. Er will die Feiertage abschaffen!++++

Der ÖGB weist bei seiner Informations-Kampagne darauf hin, dass eine Senkung der Lohnnebenkosten unter anderem auch weniger Urlaub und weniger bezahlte Feiertage bedeutet. Angesichts dieser Wahrheit hat sich Herr Kopf sogar dazu hinreißen lassen, dem ÖGB Klassenkampf-Parolen und Lügen vorzuwerfen. "Wie peinlich, dass gestern der IV-Generalsekretär Fritz, die Warnung des ÖGB bestätigte, indem er die Abschaffung der Feiertage fordert", kommentiert Bachner.

Da bedarf es auch keiner Relativierung mehr, wenn die Industriellenvereinigung abzuschwächen versucht und meint, man spreche sich nicht für die Abschaffung von Feiertagen aus, sondern wolle vielmehr "eine Diskussion über die Verschiebung von so genannten Donnerstag-Feiertagen auf den Sonntag" anregen. Wer Feiertage auf Sonntage verlegen will, meint weniger Urlaub und weniger bezahlte Feiertage", kontert die FSG-Bundessekretärin.

Mit dieser Forderung zeigen die Arbeitgebervertreter ihr wahres Gesicht, was sie unter Senkung der Lohnnebenkosten verstehen. Die Abschaffung der Feiertage ist wohl nur als erster Schritt zu verstehen, wie man auf Kosten der ArbeitnehmerInnen als Unternehmer noch mehr Gewinne machen kann. Ungeschminkt erfreuen sich auch die Arbeitgeber am Vorschlag von Lorenz. Der Geschäftsführer des Möbelhauses Lutz, Hansjörg Schelling, tritt für die Abschaffung von mindestens der Hälfte der heuer insgesamt 13 Feiertage ein und die Chefin der Konservenfabrik Inzersdorfer, die ÖVP-Mandatarin Martina Pecher, möchte zumindest "zwei Feiertage abschaffen oder an den Rand der Woche verlegen."

Die überaus nervösen Reaktionen seitens des Wirtschaftsbundes, der Wirtschaftskammer und der ÖVP zeigen deutlich, wie wichtig es ist, dass der ÖGB darüber informiert, welche Folgen eine Senkung der Lohnnebenkosten für die ArbeitnehmerInnen bedeuten würde. Lohnnebenkosten senken heißt weniger Urlaubs- und Weihnachtsgeld, weniger Urlaub und bezahlte Feiertage und weniger Krankengeld, Pension, Kranken- und Unfallversicherung. Eine Senkung der Lohnnebenkosten, wie sie derzeit von der Wirtschaft diskutiert wird, würde die solidarische Finanzierung der Sozialleistungen in Frage stellen und daher weniger sozialen Schutz in der Krankenversicherung, Pensions- und Arbeitslosenversicherung bedeuten, so Bachner abschließend. (ew)

FSG, 8. Mai 2002
Nr. 37

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