"Compos'd by Mr. Handel": Österreich 1 präsentiert Liveübertragungen von den Barocktagen im Stift Melk

Wien (OTS) - Die zu Pfingsten im Stift Melk stattfindenden Internationalen Barocktage 2002 bieten auch heuer wieder ganz besondere Highlights: etwa den Auftritt des Prager "Collegium 1704". Das erste Konzert des tschechischen Ensembles in Österreich wird live von Ö1 am 17. Mai ab 20.00 Uhr übertragen. Das detaillierte Programm ist im Internet abrufbar unter http://oe1.orf.at.****

Die "Internationalen Barocktage Stift Melk" (17.-20. Mai) bieten auch heuer wieder eine Mischung aus bekanntem und unbekanntem Repertoire. Von Beginn an war es das Ziel dieses Festivals, zum einen die entsprechende Musik in den historischen Gemäuern zu spielen, zum anderen aber auch in Vergessenheit geratene Kompositionen wieder aufzuführen. Im großen Angebot an Konzerten und Festivals mit Alter Musik gilt es, unverwechselbare Identität zu gewinnen und Programme anzubieten, die man in Österreich sonst nicht hören kann. Im Programm von Melk finden sich heuer einzigartige Projekte: Das "Collegium 1704" aus Prag wird zum ersten Mal in Österreich gastieren. In unseren Breiten kaum bekannt, gehört dieses Ensemble zu den besten Tschechiens. Gegründet von Václav Luks, einem musikalischen Allroundgenie, der Dirigent, Cembalist und Hornist ist, wird dieses Ensemble unter Beweis stellen, dass es auch in Prag eine musikalische Szene gibt, die internationales Niveau hat. Die Tschechen gastieren mit einem überaus rarem Programm: Als 1723 Kaiser Karl VI. zum König von Böhmen gekrönt wurde, beging man dies mit großem Aufwand. Die besten Musiker aus Wien, Böhmen und Deutschland - darunter auch der berühmte Dresdener Lautenist Sylvius Leopold Weiss - wurden engagiert. Das "Collegium 1704" bringt eine Auswahl der Musik, die damals zu hören war: Werke der Wiener Hofmusiker Johann Joseph Fux und Antonio Caldara, sowie Kompositionen des Böhmen Jan Dismas Zelenka, der am Dresdener Hof als Musiker wirkte. Österreich 1 überträgt das Konzert live am Freitag, den 17. Mai ab 20.00 Uhr.

Zweiter Höhepunkt in Melk ist das Konzert des Venice Baroque Orchestra in der Stiftskirche am 18. Mai um 19.30 Uhr. Gemeinsam mit Solisten und dem "Coro de la Stagione Armonica" wird eine "Pfingstvesper" von Claudio Monteverdi zu hören sein. Der Dirigent Andrea Marcon hat aus den beiden großen Sammlungen mit geistlicher Musik des "divino" Claudio Monteverdi eine "Vespro di Pentecoste" zusammengestellt. Neben der prächtigen Musik mit Vokalisten, Bläsern und Streichern ist dieses Projekt auf Grund der Interpreten besonders zu empfehlen. Wann hört man schon italienische Sakralmusik aus dieser Zeit von Italienern - mit der ganz besonderen Färbung der Vokale -gesungen? Andrea Marcon, der als Cembalist und Organist lange Zeit nur als Insidertipp galt, hat sich als Leiter des "Venice Baroque Orchestra" internationale Anerkennung erworben. Als Dirigent in Aufführungen von Opern Händels, Cimarosas, Cavallis und Werken Vivaldis hat Marcon bewiesen, dass er zu den Stars der jetzt heranwachsenden Musikergeneration gehört. Ö1 sendet den Mitschnitt dieses Abends am Freitag, den 12. Juli um 19.30 Uhr.

Am Sonntag, den 19. Mai überträgt Ö1 ab 11.03 Uhr live aus dem Kolomanisaal des Stiftes Melk ein weiteres Konzert des "Venice Baroque Orchestra", Leitung: Andrea Marcon. Auf dem Programm stehen Werke von Baldassare Galuppi, Antonio Vivaldi und Tommaso Albinoni.

Gemeinsam mit Ö1 findet in Melk ein weiteres interessantes Projekt statt: Musik von Händel mit dem Wiener Cembalisten Wolfgang Glüxam und dem Geiger Hiro Kurosaki, der in Wien aufgewachsen ist und mittlerweile als Konzermeister in William Christis Ensemble "Les Arts Florissants" durch alle Lande zieht. Gemeinsam mit dem Ensemble "Gradus ad Parnassum Wien" werden die beiden Solisten Cembalokonzerte von Händel geben (Kolomanisaal, 20. 5., 11.00 Uhr). Händel schrieb zwar keine Cembalo-, sondern nur Orgelkonzerte, doch 1738 wurden diese "Orgelkonzerte" unter dem Titel "Concertos for the Harpsichord or Organ, compos'd by Mr. Handel" gedruckt. Zum ersten Mal werden diese Werke im Konzert auf dem Cembalo zu hören sein. Österreich 1 sendet das Programm am Donnerstag, den 20. Juni ab 10.05 Uhr und produziert aus diesem Live-Mitschnitt auch eine CD für die ORF-Edition "Alte Musik".(ih)

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