Kinderfreunde: Chancengleichheit durch Kinderbetreuung

Wien (SK) "Der Kindergarten stellt das Fundament für einen wertvollen Bildungsaufbau dar. Kleine Kinder sind als wissensdurstige Personen zu verstehen, die das Recht haben, die Welt auf ihre spezifische Art und Weise zu begreifen. Der Kindergarten unterstützt diesen Prozess und bietet dem Kleinkind ein breitgefächertes Angebot des Erfahrens, Entdeckens und Erforschens und fördert die Kinder in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit", erklärte Waltraud Witowetz-Müller, Bundesvorsitzende der Österreichischen Kinderfreunde, anlässlich der heutigen Tagung mit dem Titel "Wann beginnt der Ernst des Lebens" und betonte die Wichtigkeit des Kindergartens als Bildungseinrichtung. ****

Qualitätsvolle, institutionelle Angebote vor dem Schuleintritt würden dazu beitragen, das Ziel der Chancengleichheit effektiver zu erreichen, weil soziale Unterschiede und daraus resultierende Defizite besser ausgeglichen werden, wie das auch die PISA-Studie zeige. Darüber, dass die Volksschule nichts kosten darf wären sich alle einig, aber Bildung beginne bereits vor dem Volksschuleintritt. "Der Kindergarten als Bildungseinrichtung muss für jede Familie, unabhängig vom finanziellen Background, leistbar sein", erklärte Witowetz-Müller.

"Die Kinderfreunde fordern daher das Recht auf ein Kinderbetreuungsangebot ab dem 3. Lebensjahr. Das Kindergartenwesen soll wie in vielen europäischen Ländern in das Bildungsressort eingegliedert, durch Bundesmittel gefördert und daher für die Eltern - wie die Schule - kostenlos werden", forderte Witowetz-Müller.

"Den Familien müssen bundesweit einheitliche Qualitätsstandards garantiert werden", so Witowetz-Müller. Deshalb fordern die Kinderfreunde die Einführung eines Bundesrahmengesetzes zur Qualitätssicherung in der Kinderbetreuung mit klaren Mindeststandards - wie zum Beispiel ganzjährige und ganztägige Öffnungszeiten inklusive Mittagessen, Gruppengröße und vergleichbare Ausbildung für alle Betreuungsformen.

"Frankreich, wo die "écoles maternelles" (Vorschulen) in das Schulsystem eingebettet sind und wo Familien ein ausreichendes Angebot an Kinderbetreuungsplätzen haben, schneidet in der PISA-Studie besser ab und verzeichnet noch dazu steigende Geburtenraten. Langfristig würde sich also die Investition des Bundes im Bildungs- und Betreuungsbereich auch in Österreich mehrfach positiv auswirken", sagte Witowetz-Müller abschließend. (Schluss) up/mp

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