"Kleine Zeitung"-Kommentar: "Destruktiv" (Von Ernst Heinrich)

Ausgabe vom 8. Mai 2002

Graz (OTS) - Dass es im Hohen Haus "tief" zugehen kann und dass manche Parlamentssitzungen kaum das Niveau von Stammtischdebatten erreichen, ist bekannt. Stil und Sprache in der politischen Auseinandersetzung sind rauher geworden - bei uns in Österreich, aber auch anderswo. Das ist zwar nicht erfreulich, aber solange sich die Kontrahenten nicht fanatisch und hasserfüllt in die Arena der Wählerumgarnung begeben, auch nicht weiter tragisch.

Freilich beteuern jetzt Politiker aller Lager, der Mord an Pim Fortuyn müsse Anlass dafür sein, in der politischen Auseinandersetzung eine "Abrüstung der Worte" zu betreiben. Was gut klingt, wird aber nicht viel am Ist-Zustand ändern. Denn die verbalen Schmutzhaufen ortet jeder primär vor der Tür des anderen und kehrt vor seiner eigenen nur zögerlich.

Doch unsere Welt wird ohnedies nicht dadurch besser, dass Politiker nur Nettigkeiten austauschen. Wichtiger ist, dass sie sich trotz hart und heftig geführter Auseinandersetzung die Fähigkeit zum konstruktiven Miteinander bewahren.

Denn genau daran krankt unsere Gesellschaft: Immer häufiger versuchen Menschen, ihre Probleme destruktiv zu "lösen". Also mit Gewalt. ****

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