Es wird alles getan für die jüngsten Patienten

Säuglingssterblichkeit: Arbeitsgruppe soll Vorarlberger Situation analysieren

Bregenz (VLK) - Obwohl Vorarlbergs Strukturen in der
Gesundheits- und Soziallandschaft beispielgebend sind und
auch im In- und Ausland Anerkennung gefunden haben, gibt es
Anlass, die trotz günstiger Einflussfaktoren auf die Säuglingssterblichkeit schlechte Position Vorarlbergs beim
Thema "Säuglingssterblichkeit" genau zu untersuchen. Wie
der Vorstand der Sanitätsabteilung im Amt der Vorarlberger Landesregierung, Elmar Bechter, mitteilt, wurde im Frühjahr
eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die jeden Einzelfall genau analysieren und die Ergebnisse in den nächsten Monaten
vorlegen wird. ****

Nach Auffassung von Bechter sollte die Problematik der Säuglingssterblichkeit jedenfalls nicht an einem
kurzfristigen Zeitraum von etwa zwei Jahren fest machen,
sondern müsse in einer längerfristigen Perspektive gesehen
werden. Maßnahmen-Empfehlungen sollten von Erkenntnissen
über die wichtigsten Gründe der unbefriedigenden Situation abgeleitet werden, welche ausschließlich über eine
detaillierte und exakte Aufarbeitung jedes einzelnen Falles
zu gewinnen sind. Die aus den vier Chefs der Pädiatrischen Abteilungen bestehende Arbeitsgruppe hat bereits im März
ihre Arbeit aufgenommen. Weiters ist seit Jahren eine
Gruppe von Ärzte dabei, die Todesfälle nach Plötzlichem
Kindstod jährlich zu analysieren.

Die Inanspruchnahme der für die Säuglingssterblichkeit relevanten Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen (Schwangerenuntersuchungen, Kindesuntersuchungen im ersten Lebensjahr) ist laut Bechter durchaus ein Einflussfaktor,
aber gerade diese Untersuchungen sind in Vorarlberg
keineswegs stark zurückgegangen, wenn die Zahlen im
Verhältnis zum Geburtenrückgang gesehen werden. "Wir haben
diese Zahlen genau angesehen und erachten deshalb
Vorschläge wie eine Zuzahlung zum Mutter-Kind-Pass-Bonus
nicht besonders wirksam." Das vom Arbeitskreis für
Vorsorge- und Sozialmedizin (aks) vorgesehene Terminaviso
im Impfgutscheinheft wird einen ähnlich wirksamen Effekt
erwarten lassen. "Wir werden alles tun, der Situation auf
den Grund zu gehen und die Ursachen zu finden, welche
unsere Säuglingssterblichkeit trotz vielen, flankierenden, niederschwelligen sozialen Angeboten und Diensten, hohem Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung, professionell
etablierter Geburtshilfe in allen Spitälern und guter Überwachungs- und Behandlungsqualität der Neonatologischen Stationen belasten."
(so/ug,nvl)

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